"Entscheidungsträger sind andere"

Christian Wörns: Das sind seine Pläne mit den kleinen Löwen

Winterjacke statt spanische Sonne: Christian Wörns. Foto: sampics

Christian Wörns ist Cheftrainer der U21 und der U19 bei den Löwen. Der Ex-Nationalspieler hat eine genau Vorstellung, wie es mit dem Sechzig-Nachwuchs in Zukunt weitergehen soll. 

Es gibt sicher dankbarere Aufgaben im deutschen Fußball als jene des U21-Trainers bei Regionalligist TSV 1860. Zumal für einen Mann mit einer derart vorzeigbaren Vita wie dem 1992er-Vize-Europameister Christian Wörns. Gestählt in 469 Bundesligaspielen errang der rustikale Abwehrspieler 2002 mit Borussia Dortmund die Deutsche Meisterschaft, bereits 1993 war der 66-fache Nationalspieler mit Bayer Leverkusen DFB-Pokalsieger geworden. Und heute, mit 45 Jahren, befehligt der ausgebildete Fußballlehrer eine Nachwuchsmannschaft des abgestürzten Giesinger Traditionsvereins. Wer aber Wörns schon als Spieler schätzte, den wird es kaum verwundern, dass den gebürtigen Mannheimer auch heute noch ein uneitler Charakter und sein unbedingter Einsatzwille auszeichnen.

So ist es für den WM-Teilnehmer von 1998 nicht mehr als eine Selbstverständlichkeit, dass er nach dem 2:1-Testspielsieg am Samstag über den schwäbischen Landesligisten SV Mering bei eisigen Temperaturen den Turm für die Videokamera persönlich zerlegt und anschließend verräumt. Ebenso selbstverständlich nimmt er sich dabei die Zeit für ein Gespräch über seine Tätigkeit als Nachwuchstrainer beim Viertligisten. Ist doch nicht nur seine Aufgabe eine komplizierte, sondern auch die Konstellation sowie die Arbeitsbedingungen. Erst Anfang November war Wörns von Nachwuchsleiter Wolfgang Schellenberg verpflichtet worden, um ihn zu entlasten. Keine zwei Monate später allerdings war Schellenberg weg, Dieter Märkle rückte nach. Zuletzt hatte der 55-Jährige bei den Stuttgarter Kickers unter Vertrag gestanden, zuvor jedoch war er wie auch Wörns, der dort bis zum Sommer für die zweite Mannschaft verantwortlich zeichnete, beim FC Augsburg tätig gewesen. Kennengelernt aber haben sich beide erst in München, wie Wörns erzählt. Man komme „gut klar“, berichtet Wörns, Märkle sei „menschlich absolut in Ordnung“. Ohnehin, betont der ehemalige Hachinger Co-Trainer, sei er „kein Fraktionstyp, wir müssen hier alle an einem Strang ziehen“. Was schon mal eine gute Voraussetzung für das traditionell unruhige Umfeld an der Grünwalder Straße ist.

Wie schon Schellenberg betreut nun auch Wörns zugleich die U19 und die U21. So wurde etwa der Test am Samstag mit einer reinen Juniorenmannschaft absolviert. Prioritäten wolle er dabei keine setzen, so Wörns, obwohl bei der U21 der Klassenerhalt in der Bayernliga im Vordergrund steht, während die angestrebte direkte Rückkehr in die A-Junioren-Bundesliga angesichts von acht Punkten Rückstand auf Tabellenführer Ingolstadt für die U19 kaum noch zu realisieren ist. „31 Feldspieler und drei Keeper“ ständen ihm für beide Teams zur Verfügung, erzählt Wörns, die Vorbereitung diene vornehmlich dazu, „die Spieler fit zu kriegen und eine gewisse Grundordnung einzustudieren“. Die wenigen Partien vor der Winterpause hätten noch nicht gereicht, „um zu sehen, wer zu wem am besten passt“. Ohne zu wissen, wie es für ihn selbst ab Sommer weitergeht, plädiert der Trainer unmissverständlich dafür, dass die „U21 zur neuen Saison wieder eigenständig sein sollte“. Loyal und uneitel wie Wörns eben ist, vergisst er dabei aber nicht zu betonen, dass er damit „nur meine Meinung äußere, Entscheidungsträger sind andere“. So baut der erfahrene Ex-Profi nach einem Testspiel auf Kunstrasen bei eisigen Temperaturen Kameratürme ab, während sich die Profis im Trainingslager unter spanischer Sonne auf das Frühjahr vorbereiten. 

Quelle: fussball-vorort.de

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