"Dafür müssen die Spieler bluten"

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Sauer: Reiner Maurer (l.) und Robert Schäfer

München - Nach der Schlappe gegen Bochum zeigen sich die Löwen-Verantwortlichen wütend. Das Spiel enthielt "alles, was uns aufregt", erklärt Geschäftsführer Robert Schäfer, während Trainer Reiner Maurer ungemütliche Tage ankündigt.

Unterirdisch! Katas­trophal! Grottenschlecht! Fehlte nur noch die Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft, um diese ersten 30 Löwenminuten gegen Bochum angemessen zu würdigen. Leider kam bei Sechzig keiner auf die Beckenbauer’sche Metapher, auch wenn es zum 75. Geburtstag von „Uns Uwe“ eingentlich Pflicht gewesen wäre.

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Spaß beiseite. Zum Lachen ist bei den Löwen seit diesem 1:3 gegen Bochum niemandem mehr. „Das war ein Spiel, das kumuliert alles gezeigt hat, was uns aufregt“, sagte Geschäftsführer Robert Schäfer zur tz. „In der ersten halben Stunde findest du gar nicht statt, zum Ende raus kannst du dann noch punkten oder sogar gewinnen.“

Zum Narrisch-werden, diese Löwen. Oder schlicht zum Vergessen. Zeuge Lauth: „Wir haben die ganze Woche drauf hintrainiert. Aber dann haben wir es nicht geschafft, Zugriff auf die Mittelfeld-Raute der Bochumer zu bekommen. Der kleine Japaner (Inui, d. Red.) war immer frei.“ Zeuge Aigner: „Wir waren die ersten 30 Minuten völlig neben der Spur. Jetzt haben wir wieder zwei Scheiß-Wochen vor uns. Einmal sprechen wir von oben, dann wieder von unten: Das macht den Kopf kaputt.“

Und nicht nur den. Trainer Reiner Maurer spricht von einem „Imageschaden“ (sofern sich da bei 1860 überhaupt noch was kaputt machen lässt). Konsequenz: „Wir werden jetzt Zeichen setzen – und hart trainieren. So kann ich nicht spielen.“

Zwar gibt Maurer wie geplant am Montag frei und reist zur Trainertagung nach Frankfurt – auch um mit Hoffenheim-Coach Stanislawski über Kevin Volland zu sprechen –, doch danach wird’s ungemütlich. „Jetzt müssen sie bluten“, sagte Maurer am Sonntag, „dagegen ist ein Laktattest harmlos.”

Zum Vergleich: Bilder vom Laktattest im Juni

In der ersten Erregung hatte sich Maurer am Samstag sogar überlegt, schon am Sonntag „den Hammer rauszuholen, aber es reicht, wenn sich die Spieler von Dienstag bis Sonntag austoben“. Das Wochenprogramm: Zwei laufintensive Doppeleinheiten am Dienstag und Freitag, am Mittwoch (19 Uhr) ein Privatspiel in Sonthofen. „Das ist ein Zeichen an die Mannschaft“, entgegnete Maurer auf Populismus-Fragen. In der Woche drauf werde sich das Ganze wieder normalisieren. „Es nützt auch nichts, die Mannschaft kaputt zu trainieren, wenn wir dann ein Derby in Ingolstadt haben, das wir gewinnen müssen.“

lk

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