tz erfuhr: Trenkwalder wird den Vertrag erfüllen

Der Löwen-Sponsor bleibt!

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Hermann Mairhofer, Deutschland-Geschäftsführer von Trenkwalder, und Stefan Reuter.

Nein, Ruhe wird beim TSV 1860 auch diese Woche nicht einkehren. Zu viele Fragen sind offen, als dass der krisengeschüttelte Zweitligist ein Bild der Geschlossenheit abgeben könnte.

Und doch gibt es auch positive Nachrichten aus München-Giesing.

Die tz erfuhr: Trenkwalder, dessen Deutschland-Chef Hermann Mairhofer dem 1860-Präsidenten Albrecht von Linde am vergangenen Mittwoch ein 14-Fragen-Ultimatum bis Montag, 12 Uhr, zugestellt hatte, wird den Vertrag mit 1860 nicht kündigen. Das mit rund 1,2 Millionen Euro per anno dotierte Engagement wird zumindest bis 30.6.2009 fortgesetzt. Ein wichtiges Signal ans Löwen-Umfeld: Seht her, der Laden bricht nicht zusammen!

Am Freitag hatte sich die Trenkwalder-Führung mit einer Delegation des TSV 1860 getroffen. Nun ist das Ultimatum vom Tisch. Doch weiterer Klärungsbedarf besteht: Wie geht es mit dem Präsidium weiter? Wird der frei gewordene Stuhl von Dr. Stefan Ziffzer wieder besetzt? Gespräche stehen an. Vizepräsident Franz Maget ist seit gestern zurück aus New York, am Montag landet Miroslav Stevic nach seinem Miami-­Urlaub wieder in München. Der Serbe gilt als möglicher Kandidat fürs Management. Ob und wie er mit Reuter vereinbar sein könnte, darüber scheiden sich freilich die Geister.

Schneller könnte es mit von Linde gehen. Wie gestern zu erfahren war, soll sein Abschied unmittelbar bevorstehen. Am kommenden Montag, 26. Mai, soll in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung schon der Nachfolger vorgestellt werden.

Die Köpfe hinter dem Löwen-Chaos

Die Köpfe hinter dem Löwen-Chaos © dpa/sampics/Schlaf
Der Geschäftsführer: Stefan Reuter (41), Fußball-Weltmeister 1990. Seit Januar 2006 hauptamtlich bei den Löwen, seit dem Ziffzer-Rauswurf der starke Mann im operativen Geschäft. Muss jetzt seine Klasse beweisen. © dpa
Der EX-Geschäftsführer: Dr. Stefan Ziffzer ist am 11. Mai 2008 der Kragen geplatzt. In seiner Wut-Rede am 11. Mai 2008 attackierte er das Präsidium. Das kostete ihn seinen Job. © sampics
Der EX-Präsident: Dr. Albrecht von Linde war von März 2007 bis Mai 2008 im Amt. Er musste als Folge der Führungskrise seinen Hut nehmen. © sampics
Der EX-Vize-Präsident: Karsten Wettberg, führte die Löwen als Trainer in der Saison 1990/1991 in die zweite Liga und verdiente sich dadurch den Fan-Titel "König von Giesing". © Schlaf
Der EX-Vize: Franz Maget (54), Chef der Münchner SPD und der SPD-Landtagsfraktion. Seit September 2007 Vizepräsident, trug die fristlose Entlassung von Geschäftsführer Stefan Ziffzer mit. © dpa
Der Oberbürgermeister: Christian Ude (60), Mitglied in den Aufsichtsräten von Verein und KGaA. © dpa
Der Trainer: Marco Kurz. Der Löwen-Coach übernahm den Posten von Walter Schachner. In seiner ersten Trainersaison führte er das Profi-Team auf Platz 8, im zweiten knapp am Abstieg vorbei. © dpa
Der Mannschaftskapitän: Danny Schwarz (33) führt das junge Löwen-Team an. © dpa
Das Maskottchen: Der Löwe steht vor der Geschäftsstelle und ist unverwüstlich, unumstritten, unentlassbar, chaosresistent und der einzige Löwen-Offizielle, dem noch keiner die Schuld am Niedergang gegeben hat. © dpa

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Kurz sauer auf sein Team

Aktuell gibt es freilich auch noch andere Themen. Die heftigen Attacken von Uli Hoeneß zum Beispiel. Am Freitag hatte der Bayern-Manager 1860 mit Kündigung des Arena-Vertrages gedroht und von Linde und Aufsichtsrat Christian Ude abgewatscht. Der Präsident sei „völlig unfähig“, der OB keine Hilfe für 1860 („mit solchen Leuten kannst du nix anfangen“). Von Linde lässt sich nicht provozieren. „Ich will da nicht kontern“, sagte er der tz. „Hoeneß ist leider nachtragend. Er sollte sich um seinen Verein kümmern, da gibt’s genug zu tun.“ Die Attacken gegen Ude empfindet von Linde „als heftigen Affront“, der OB helfe 1860 „sehr viel, zum Beispiel in Sachen Grünwalder Stadion“.

Beim Erhalt derjenigen Spielstätte also, in der Hoeneß auch die Löwen-Profis bald wieder vermutet. Von Linde lässt der angedrohte Arena-Rausschmiss kalt. „In Deutschland ist es ja noch so, dass Verträge nicht nach Lust und Laune zur Disposition gestellt werden können.“ Und überhaupt: „Wenn wir eine adäquate Spielstätte hätten, dann würden wir lieber heute als morgen ausziehen. Auf lange Sicht kann die Linie für uns nur sein, sich nach Alternativen umzusehen. Die Arena ist für 1860-Verhältnisse überdimensioniert und viel zu teuer.“

Quelle: tz

Quelle: tz

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