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Löwen mit tollem Pokalfight - BVB zittert sich weiter

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Von: Ludwig Krammer

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Eigene Chancen der Löwen waren Mangelware - doch die Gastgeber zeigten eine starke kämpferische Leistung. © Christina Pahnke / sampics

München - Borussia Dortmund hat dank seiner nervenstarken Neuzugänge mit Ach und Krach das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. 1860 wehrt sich lange und trotzt dem BVB sogar 120 Minuten ab.

Es hatte lang gedauert, bis Jürgen Klopp erleichtert durchpusten und strahlend die Faust ballen konnte. 107 Minuten waren dafür nötig Dienstagabend im Pokalschlager beim TSV 1860. Der 25-Millioneneinkauf Mchitarjan hatte mit seinem Treffer zum 2:0 alles klar gemacht für die Dortmunder, aber es war eine ganz schwere Geburt. Die Anzahl der Minuten sagt ja schon aus, dass die Löwen mit einer unglaublich starken kämpferischen Leistung den Bundesligatabellenführer in die Verlängerung zwangen und einen Fight hinlegten, der den 71 000 Besuchern in der Allianz Arena ganz ganz großen Respekt abnötigte. Auch Präsident Gerhard Mayrhofer. „Das war eine Klassemannschaftsleistung“, zeigte sich der Löwenboss trotz der Niederlage alles andere als zerknirscht. „Ich bin vollkommen zufrieden. Wenn man über hundert Minuten gegen den BVB ein 0:0 hält, muss das Auftrieb geben. Wir haben super dagegengehalten.“

So wie es Trainer Friedhelm Funkel vor dem Spiel auch gefordert hatte. „Laufen, laufen und kämpfen bis zum Umfallen“, hatte er seinen Spielern eingebläut, und die in ihren Wiesntrikots gekleideten Sechziger folgten ihrem Coach bis auf die letzte Grätsche. Dass sich das Geschehen meist in der eigenen Hälfte abspielte, war zu erwarten und verblüffte auch keinen. Den Dortmundern das Leben so schwer wie möglich machen und die Laune verderben, hieß die Devise. Und deshalb wurde mit Dominik Stahl auch ein weiterer Defensivmann ins Mittelfeld gestellt, anstelle von Stürmer Rob Friend. Denn Funkel wusste vor dem Anpfiff: „Wenn wir den Dortmundern die Räume offen lassen, dann geht’s uns wie dem HSV, dann kriegen wir sechs, sieben acht Stück.“

Diese Gefahr wussten die Sechziger in der ersten Halbzeit bestens zu verhindern. Ganze zwei Schüsse bekam Torhüter Gabor Király zu halten, aber die waren keineswegs als schwere Prüfung zu verstehen. Richtig gefährlich war’s eigentlich nur in der 17. Minute, als Reus nach einem Solo knapp am Tor vorbei­zielte.

Bissige Löwen verlangen Dortmund alles ab - Bilder und Noten

Und drei Minuten später die Riesenchance der Löwen, selbst in Führung zu gehen. Yannick Stark hatte Benny Lauth mit einem Klassepass auf die Reise geschickt, der Löwenstürmer hatte nur noch Torhüter Langerak vor sich, dann aber wurde er von Schiedsrichter Weiner wegen angeblichen Abseits gestoppt. Eine Fehlentscheidung, wie die Fernsehbilder bewiesen. Die große Möglichkeit, die Dortmunder noch nervöser zu machen, sie war dahin.

Aber die Fans der Blauen waren trotzdem zur Halbzeit bester Laune und hofften weiterhin, dass der Spruch, der unter ihrer Oktoberfestchoreographie stand, noch in Erfüllung gehen würde. „Wiesnbier in der Kehle, heute erblüht die Löwenseele“, hieß es da überaus optimistisch.

Nach der Pause kamen die Dortmunder dann aber zu ihren Chancen, und die Löwen hatten Glück. Kuba hämmerte aus zehn Metern an die Latte (49.), Bülow rettete mit großem Einsatz gegen den einschussbereiten Lewandowski (57.), und Király stoppte im letzten Moment Marco Reus (65.).

Es reichte, um die Verlängerung möglich zu machen. Klopp stauchte seine Truppe in der kurzen Pause gehörig zusammen, und dann lief es. Zwar hatte Reus erst noch mit zwei Lattenschüssen Pech (93. und 96.), aber rund zehn Minuten später die Vorentscheidung. Stahl foulte Reus im Strafraum, es gab Elfmeter und Rot für den Löwen, und Aubameyang verwandelte den Strafstoß. In Unterzahl war dann für die Löwen die Sache gegessen, das 0:2 fast nur logisch. Aubameyang traf zudem noch die Latte, der Schlusspfiff war für die erschöpften Löwen eine Erlösung.

„Jetzt konzentrieren wir uns wieder auf unser großes Ziel, den Aufstieg“, sagte Präsident Mayrhofer. „Aber dieser Abend heute hatte schon was. Vor allem eine Superstimmung in der Arena. Man hat deutlich gesehen, dass Dortmund und wir die besten Fans haben.“

Im Ticker den Spielverlauf nachlesen!

lk/tz

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