„Heimvorteil wäre so gut wie weg“

TSV 1860 gegen „Wunschlos“ Schalke 04: DFB-Pokal im Olympiastadion? Löwen zögerlich

Wägt die Heimspiel-Entscheidung sorgfältig ab: Robert Reisinger.
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Wägt die Heimspiel-Entscheidung sorgfältig ab: Robert Reisinger.

Der TSV 1860 freut sich auf Schalke 04. Der Zweitligist kommt zum DFB-Pokal nach München. Im Olympiastadion könnten die Löwen mehr Geld einnehmen. Siegen ist wichtiger.

München – Für Michael Köllner ist es ein „tolles Los“. „Da treffen zwei Traditionsvereine aufeinander. Wir hoffen, dass wir ein gutes Spiel abliefern können“, sagte der Löwen-Trainer, nachdem Kanu-Olympiasieger Ronny Rauhe am Sonntag in der ARD-Sportschau den FC Schalke 04 als Pokalgegner aus der Lostrommel gefischt hatte.

„Weil ich es sportlich durchaus für machbar halte“: Reisinger hat sich Schalke gewünscht

Robert Reisinger ging am Montag sogar noch einen Schritt weiter. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte der 1860-Präsident: „Schalke war mein absolutes Wunschlos. Nicht nur, weil wir die gleichen Farben und eine lange Geschichte haben, sondern weil ich es sportlich durchaus für machbar halte. Obwohl wir auf dem Papier als Drittligist natürlich der klare Außenseiter sind.“

Am 26. oder 27. Oktober (Dienstag oder Mittwoch) werden die Weiß-Blauen die Königsblauen empfangen. Sky überträgtlive, als Anstoßzeiten kommen 18.30 Uhr und 20.45 Uhr infrage. Was noch nicht feststeht, ist der Austragungsort: Neben dem Grünwalder Stadion ist angesichts der Corona-Abstandsregeln auch das weit größere Olympiastadion mit aktuell 25 000 buchbaren Plätzen eine Option. „Unsere Geschäftsführung wird das genau durchkalkulieren und eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen“, sagt Reisinger. „Wegen 50.000 Euro mehr werden wir den Heimvorteil im Sechzger bestimmt nicht aufgeben.“ 1860-Geschäftsführer Marc Pfeifer wollte sich mit Verweis auf die gerade erst beginnenden Planungen nicht zum Thema äußern.

DFB-Pokal: TSV 1860 empfängt Schalke 04 - Kein Heimvorteil im Olympiastadion?

Wie groß das Zuschauerpotenzial der Löwen an einem Wochentag Ende Oktober ist, lässt sich nur schwer beantworten. Beim bislang letzten Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine im DFB-Pokal-Achtelfinale am 28. Oktober 2009 spielten die Sechziger vor 28 500 Zuschauern in der Allianz Arena – und verloren mit 0:3. Die Tore für Schalke erzielten Rafinha und Benedikt Höwedes mit einem Doppelpack. Im Tor der Gelsenkirchener stand seinerzeit noch Manuel Neuer.

Nun spielen beide Klubs je eine Klasse tiefer. Die hoch verschuldeten Schalker beginnen sich nach dem Abstieg und personellen Totalumbruch zu finden, holten am Samstag beim 4:1 gegen Fortuna Düsseldorf (mit Doppelpack von Simon Terodde) ihren ersten Heimsieg. Auch die Löwen machten zuletzt den Eindruck, als sei die Beinahe-Aufstiegssaison langsam aber sicher auf dem Weg ins Langzeitgedächtnis. Meisterlöwe Fredi Heiß empfiehlt eine Austragung im Grünwalder Stadion: „Da sehe ich mehr Chancen aufs Weiterkommen. Die Mannschaft fühlt sich daheim, die Fans sind näher dran. Warum sollte es nach Darmstadt nicht nochmal klappen gegen einen Zweitligisten?“ Ja, im Olympiastadion könne man vielleicht mehr Geld einnehmen, „aber der Heimvorteil wäre so gut wie weg.“

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