Jugendarbeit des TSV 1860 bekommt die höchsten Weihen des DFB

Die Drei-Sterne-Löwen

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Stefan Reuter kann auf die Jugendarbeit des TSV 1860 stolz sein.

Zweitligist TSV 1860 München hat für seine Nachwuchsförderung Bestnoten erhalten. Stefan Reuter reagierte überschwänglich auf diese Nachricht.

Zu Stefan Reuter fallen dem Fußball-Interessierten viele Dinge ein, als Lautsprecher ist der Franke bislang jedoch noch nicht auffällig geworden. Bis gestern Mittag. Da nahm der Löwen-Manager den Mund ausnahmsweise mal so richtig voll. Am Ende der knapp einstündigen Pressekonferenz zum Thema Nachwuchsförderung fasste Reuter seinen Stolz in drei Sätzen zusammen.

„Wir sind Münchens große Liebe! Wir haben Bayerns beste Auswahl!! Und wir haben Deutschlands größte Talente!!!“

Blauer Größenwahn? Keineswegs. Reuter spitzte nur zu, was der DFB und die DFL Tags zuvor bekannt gegeben hatten. Beim erstmals durchgeführten „Fußball-TÜV“, der Zertifizierung aller bundesdeutschen Leistungszentren bekam der TSV 1860 als einer von neun Profiklubs drei von drei möglichen Sternen. Der Check, durchgeführt von der belgischen Agentur Double Pass (ein Tochterunternehmen der Uni Brüssel) ergab, dass die Löwen in Sachen Organisation, Infrastruktur, Effektivität, und Fußballausbildung zu Deutschlands absoluter Elite zählen. „Wir haben zwölf Spieler aus der eigenen Jugend im Zweitliga-Kader und seit 1995 insgesamt 37 Spieler, die den Sprung aus der Jugend in den Lizenzbereich geschafft haben“, sagt Reuter. „Das sind unglaubliche Zahlen.“

Der Vater dieser Erfolgsstory heißt Ernst Tanner. „Er ist seit der ersten Sekunde dabei, ihm uns seinem Team verdanken wir diese Erfolge“, sagt Reuter über den Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. Und Tanner gab bei aller Freude über die „durch die Bank erstklassigen Ergebnisse“ auch bereitwillig Auskunft über drohende Probleme. So bleibt der Nachwuchsettat für die kommende Saison zwar unverändert bei 2,5 Millionen Euro, doch der Verlust der TV-Gelder (bisher 366 000 Euro) schlägt schon ins Kontor. Zweite Mannschaften von Profiklubs gehen nach einer DFB-Entscheidung künftig leer aus. Immerhin bekommen die Löwen durch ihr drei Sterne-Prädikat 150 000 Euro vom DFB (50 000 pro Stern). „Das kompensiert die Ausfälle zum Teil“, sagt Tanner.

Skeptische Blicke gibt es vor allem beim Blick auf die aktuellen Tabellen. Die A-Jugend (U19) liegt auf Platz acht, 13 Punkte hinter dem FC Bayern (3.), die B-Jugend, vor zwei Jahren noch Deutscher Meister, hat als Elfter mit 22 Punkten nur einen Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz (Bayern ist mit 32 Punkten Sechster).

„Ein Abstieg der B-Jugend würde uns schon weh tun“, sagt Tanner, schockiert über das Abschneiden klingt er allerdings nicht. Man dürfe nicht vergessen, „wie viele Spieler aus dem Jugendbereich schon in der Zweiten Liga und in der Regionalliga spielen.“ Beste Beispiele: die Bender-Zwillinge.

Tanners Ausblick: „Ich denke, dass wir die Qualität aufrechterhalten können. Es wird schwerer, aber wir sind gut aufgestellt.“ Dass die Löwen im Punkt Verwaltungspolitik und Strategie nur unterdurchschnittlich abgeschnitten haben, entlockt ihm nur ein müdes Lächeln: „Das liegt wohl daran, dass wir bei der Befragung nicht großartig gelogen haben. In Sachen Visionen haben wir uns sehr zurückgehalten. Bei der nächsten Zertifizierung in drei Jahren wird sich zeigen, ob jeder Klub seine Versprechen gehalten hat.“?

Quelle: tz

Quelle: tz

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