Versöhnlicher Jahresabschluss 

Löwen scherzen nach Bekiroglus Traumtor: „Im Training fliegen die Dinger irgendwo hin“

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Efkan Bekiroglu (Mi.) traf gegen Kaiserslautern sehenswert.

Es hätte ein ungemütliches Fest werden können. Vor dem Spiel gegen Lautern drohte den Löwen zum Jahres-Abschluss der Fall in die akute Abstiegsangst.

München - Doch dann kam die 85. Minute – und unter dem weiß-blauen Weihnachtsbaum kann statt traurigem Moll fröhliches Dur gespielt werden! Quirin Moll rettet mit seinem Tor-Debüt das Löwen-Fest! „Das wird jetzt eine schöne Weihnacht!“, sagte der umjubelte Siegtorschütze. Durch das 2:1 (0:0) gegen Lautern hat sich der Blick auf die Tabelle wieder etwas entspannt. „Nach den letzten Wochen und der nicht optimalen Punktausbeute war der Sieg heute eine Erleichterung. Es ist ein super Gefühl, mit einem Dreier in die Winterpause zu gehen.“

Auch seinem Chef dürfte ein großer Stein vom Herzen gefallen sein. „Ich bin sehr erleichtert“, sagte Daniel Bierofka. „Die drei Punkte waren nach den letzten Ergebnissen sehr wichtig für uns. Erfreulich ist, dass wir es diesmal in Überzahl wesentlich besser gemacht haben als in den Spielen vorher.“

Löwen feiern wichtige Premiere

Zum ersten Mal in dieser Saison schafften es die Löwen nämlich, mit einem Mann mehr zu gewinnen. In Osnabrück (2:2), gegen Würzburg (1:1), gegen Halle (1:1) und in Köln (0:0) reichte die Überzahl nicht zum Sieg. Nach der harten Ampelkarte gegen Janek Sternberg vor der Pause (FCK-Trainer Sascha Hildemann: „Gerade in so einem Spiel nach zwei Fouls so einzugreifen – das ist Quatsch“), sorgten Efkan Bekiroglu per Traumtor (55.) und eben der späte Moll für den Sieg. Zittern mussten die Fans trotzdem. Der eingewechselte Timmy Thiele sorgte für den zwischenzeitlichen Ausgleich (68.). „Wir dürfen in Überzahl kein Standardtor kassieren“, ärgerte sich Bierofka über den Treffer.

Bei aller weiß-blauen Glückseligkeit – wirklich souverän war der Sieg nicht. Kaiserslautern präsentierte sich im ausverkauften Grünwalder Stadion nicht schlechter als die Löwen. Auch in Unterzahl kamen die Gäste aus der Pfalz zu guten Möglichkeiten. „Kaiserslautern hat es auch mit zehn Mann sehr ordentlich gemacht und eine sehr gute Qualität gezeigt“, gab Bierofka zu.

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Bekiroglu schwärmt von der Stimmung

Umso größer war die Erleichterung im Stadion nach dem Abpfiff zu spüren. Die Mannschaft stieg für die Fans auf den Zaun. Von der schlechten Stimmung in den letzten Wochen war plötzlich nicht mehr viel zu spüren. „Ich habe zum ersten Mal so eine geile Stimmung erlebt“, sagte Bekiroglu. „Das war der Hammer!“ Hammer ist auch das richtige Stichwort beim Führungstreffer des Deutsch-Türken. Aus knapp 20 Metern haute er den Ball mit dem Innenrist ins lange Eck. „Im Training probiert er es auch oft – da fliegen die Dinger irgendwo hin“, sagte Moll lachend. „Die Erfolgsquote im Training war jetzt nicht so hoch“, musste auch Bekiroglu eingestehen. „Aber im Spiel ist es ja wichtiger.“

Nach der Partie war das Löwen-Jahr für die Spieler beendet. „Wir wollten uns noch mal belohnen“, sagte Bekiroglu, der mit Daniel Wein, der mit Achillessehnen-Problemen zur Halbzeit raus musste, jetzt für ein paar Tage nach Istanbul reist. „Es war ja schon ein erfolgreiches Jahr für die Mannschaft mit dem Aufstieg. Bei mir fällt eine Last ab.“

Bierofka kann jetzt auch endlich mal wieder durchschnaufen. In den letzten Wochen merkte man ihm die Doppelbelastung an. Biero: „Es war ein sehr emotionales Jahr. Wir haben alle viel Energie reingesteckt.“

Der Ticker zum Nachlesen: Trotz Schwierigkeiten in Überzahl - 1860 schlägt Kaiserslautern

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