„Einfach nur albern“

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Ewald Lienen war nach der Niederlage in Rostock mächtig angefressen.

Rostock - Eigentlich hatte sich Ewald Lienen schon auf eine entspannte Heimreise eingestellt. Ein Punkt in Rostock geholt, ganz ansprechend aufgetreten – das Wochenende schien gerettet.

Wäre da nicht diese unglaubliche Szene in der 79. Minute gewesen. Anstatt den Ball mit Wucht aus dem Strafraum zu köpfeln, „streichelte“ Mate Ghvinianidze die Kugel nur leicht mit der Stirn, der Rostocker Bartels schaltete blitzschnell und schoss zum 2:1-Siegtreffer ein. Lienen schaute draußen an der Linie mit offenem Mund zu. „So ein Tor zu bekommen und dadurch zu verlieren, ist einfach nur albern“, beschrieb der Löwen-Trainer die Defensivqualitäten seines Innenverteidigers absolut treffend.

Nie im Leben hätten die Löwen diese Partie verlieren dürfen. Nach dem 1:1 durch Benny Lauth in der 18. Minute nämlich dominierten sie das Spiel eine Stunde lang in sehr beeindruckender Art und Weise – nur zu einem waren sie nicht fähig: weitere Tore zu schießen und den eigentlich logischen Sieg einzufahren. Miki Stevic brachte die Gefühlslage bei den Blauen wieder mal auf den Punkt. „Weißt du“, sagte der Sportdirektor, „wenn du schlecht spielst und verlierst, dann bist du hinterher enttäuscht. Wenn man aber ein Spiel so dominiert wie wir und du keine Sekunde dran denkst, dass du es aus der Hand geben würdest, dann bist du nur noch sauer. Wir haben dumm verloren.“

Bilder aus Rostock

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Und verpasst, einen Traumstart hinzulegen… Statt der möglichen sechs Punkte stehen die Löwen nach zwei Spieltagen nur mit drei Zählern da. Stevic: „Deswegen haben wir aber jetzt kein Bauchweh oder sind der Verzweiflung nah. Aber wir müssen aus diesem Spiel auch lernen. Nämlich, dass wir uns in Zukunft professioneller verhalten.“ Stevic sprach damit jene Spieler an, die unter der Woche mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren. Und das sind in der blauen Multi-Kulti-Truppe nicht gerade wenige gewesen. Stevic: „Einigen merkte man schon an, dass sie unter der Woche gespielt haben und teilweise sehr weit gereist sind. Ich habe Mate Ghvinianidze vor dem Spiel extra noch gefragt, ob er vielleicht müde ist, aber er hat Nein gesagt. Unter professionell verstehe ich aber, dass es einer zugibt, wenn er sich nicht in optimaler Verfassung befindet. Schließlich haben wir einen breiten Kader und gute Leute in der Hinterhand.“

Einer, der nicht unterwegs war, aber dennoch wenig zustande brachte, war der neue US-Stürmer Kenny Cooper. Der 24-Jährige agierte sehr unglücklich und wurde ausgewechselt. Diesmal war Kenny nur ein Mini-Cooper… Trotzdem: Stevic blickt gelassen in die Zukunft: „Ich habe noch nie erlebt, dass, wenn eine Frau schwanger ist, das Kind bereits nach zwei Wochen da ist.“ Allerdings: Hin und wieder soll’s auch Fehlgeburten geben.

Claudius Mayer

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