Lienen will grellige Löwen

Ewald Lienen
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Ewald Lienen will am Montag grellige - das heißt so was wie bissige - Löwen.

München - Nein, am Selbstbewusstsein, das die Löwen seit Sommer zur Schau tragen, hat die 1:2-Niederlage in Rostock nicht gekratzt.

„Wir wissen, warum wir dort verloren haben“, sagt Sportdirektor Miki Stevic. „Bestimmt nicht, weil wir die schlechtere Mannschaft waren. Sondern einfach, weil wir doof waren.“ Punkt. Aus. Thema erledigt. Ins Grübeln gerät man im Lager der Blauen deshalb nicht.

Am Montag Abend steht das Heimspiel gegen den Karlsruher SC an, und da wird der zweite Sieg erwartet. Ganz einfach. Und wenn’s doch nur ein Unentschieden wird? Stevic ganz cool: „Warum soll ich mich mit einer Sache beschäftigen, die nicht eintreten wird?“

Keine Frage. Bei 1860 ist auch außerhalb des Platzes Offensive angesagt. So wurden für Montagabend mehrere hundert Personen (u.a. Firmenvorstände und Unternehmer) in den Vip-Bereich der Allianz Arena eingeladen, um ihnen den Kauf von Business Seats oder ein Sponsoring schmackhaft zu machen. Da wäre ein Sieg und eine entsprechende Stimmung im Stadion bestimmt nicht hinderlich.

Die Zeiten, in denen man an der Grünwalder Straße die Hoffnung auf einen Wiederaufstieg stets auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben hat, sind vorbei. Die Mannschaft muss jetzt auch mit einem entsprechenden Druck leben.

Tour durch das Grünwalder Stadion

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Das machte Ewald Lienen am Sonntag noch mal deutlich. Der Trainer erklärte, was er von seinen Spielern erwartet. Mit einem Wort, das südlich der Donau praktisch unbekannt ist. „Grellig“ sollen sie sein die Löwen, sprach der Ostwestfale und schaute verwundert, als er in ratlose Reportergesichter blickte: „Ihr kennt grellig nicht? Das ist so was wie bissig.“ Und wahrscheinlich noch etwas mehr…

Dass es beim 1:2 in Rostock dem ein oder anderen an der nötigen „Grelligkeit“ gemangelt habe, führte Lienen als Grund für die Niederlage an. „Ich hoffe“, sagte er, „dass das Gedächtnis bei denjenigen ausreicht, um sich zu erinnern, was in Rostock nicht gut gelaufen ist.“ Womit er vor allem Mate Ghvinianidze gemeint haben dürfte, der auf absolut ungrellige Art und Weise den Rostockern das Siegtor ermöglicht hatte.

Löwen intern - hinter den Kulissen des TSV 1860

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Lienen erwartet eine andere Einstellung – nicht nur vom Georgier: „Denn ich werde niemanden pausenlos in den Hintern treten oder vor jedem Spiel einen Veitstanz aufführen – so funktioniert das nicht.“ Grellig sollen die Löwen einfach von ganz alleine werden…

Claudius Mayer

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