Ex-Sponsor: "Wären sie mal bei mir geblieben"

"Liqui Moly"-Boss Ernst Prost
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"Liqui Moly"-Boss Ernst Prost war über viele Jahre Sponsor des TSV 1860

München - Vor der Saison wurde er von den Löwen als Trikotsponsor ausgebootet. Das vermeintlich lukrativere Angebot von „Comarch“ erhielt den Vorzug. Jetzt spricht "Liqui Moly"-Boss Ernst Prost.

Nun, da die polnische Software-Schmiede ihren Ausstieg zum Saisonende angekündigt hat, könnten die Löwen im Sommer mit blanker Brust dastehen. Nicht das Problem von Prost. Er sieht keine Veranlassung den „Rettungsanker“ zu spielen, wie er im tz-Interview verrät.

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Herr Prost, Comarch-Boss Janusz Filipiak hat angekündigt, im Sommer von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch zu machen. Sitzen Sie schon im Auto nach München?

Prost (lacht): Nein, wir haben am Mittwoch als Trikotsponsor bei den Bundesliga-Basketballern von Ratiopharm Ulm unterschrieben, Topsport passt zu unserer Marke. Inwieweit 1860 da noch dazu passt, wage ich zu bezweifeln.

Sie verspüren also keine Sehnsucht nach einer Rückkehr zu den Löwen?

Prost: Nein. Wir haben 2009 schon mal den Rettungsanker gespielt bei 1860. Unterm Strich geht’s für uns nur darum, über Werbung Medienpräsenz zu bekommen und damit einen Nutzen für die Marke Liqui Moly zu generieren. Gefühle spielen da nicht die große Rolle. Aber manchmal wär’s halt doch besser, man würde bei seinem Partner bleiben…

Das klingt noch Ärger über die untreuen Löwen durch.

Prost: Nein, ich find’s nur traurig, wie so ein toller Verein, so eine schöne Diva derart schnell heruntergewirtschaftet werden konnte durch ständige Querelen und Besetzungswechsel auf der Kommandoebene.

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Jetzt gibt es mit Dieter Schneider und Robert Schäfer ein engagiertes Führungsduo bei 1860.

Prost: Ich kenne die Herren nicht persönlich und kann mir kein Urteil erlauben. Aber es ist schade, dass erst so viel kaputtgehen musste bei 1860, bis jetzt alle anscheinend bereit waren, an einem Strang zu ziehen. Im Nachhinein muss man sagen, dass es seit dem erzwungenen Rücktritt von Herrn Wildmoser nur bergab gegangen ist mit 1860. Da wurde – mit Verlaub – der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Jetzt steckt der Verein im Teufelskreis. Kein Geld, keine neuen Spieler, kein Erfolg, keine Attraktivität, kein Geld. Dieser Kreis muss durchbrochen werden.

Ohne Mäzen wird das schwer zu schaffen sein.

Prost: Grundsätzlich lässt sich mit guter Teamarbeit alles reparieren. Wir waren mit Liqui Moly vor 20 Jahren auch am Boden und jetzt sind wir ein strahlender Stern.

Sie könnten 1860 ja mit Geld aus Ihrer neugegründeten Stiftung unterstützen.

Prost (lacht): Die Stiftung habe ich für karitative Zwecke gegründet, für unverschuldet in Not geratene Menschen, wo der Herrgott wirklich reingehauen hat. Einen Fußballverein zu retten, das kann’s wirklich nicht sein.

Interview: lk

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