Rasante Entwicklung

Ex-Löwe Leitner: Plötzlich Leitwolf

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Moritz Leitner

Sligo - Nach seinem Abschied vom TSV 1860 München hat sich Moritz Leitner immer wieder schwer getan. Doch in den vergangenen Wochen hat er eine rasante Entwicklung hingelegt.

Es war ein Kunstschuss der besonderen Art, und zum Glück war eine Kamera dabei: Mit rechts schoss Moritz Leitner im Training der deutschen U21-Junioren den Ball an seinem linken Bein vorbei, die Latte zitterte noch nach Sekunden. „Fußballer des Jahres 2018“ war nur einer der Kommentare, die der Profi des VfB Stuttgart auf seiner Facebook-Seite für die Demonstration seiner ungewöhnlichen Fähigkeiten erhielt.

Noch im Sommer hatte der damalige U21-Trainer Rainer Adrion auf genau diese Fähigkeiten verzichtet - angeblich wegen charakterlicher Schwächen des Jungprofis. Adrion dementierte das zwar, nahm Leitner aber überraschend nicht mit zur EM nach Israel. Der Aussortierte reagierte erbost: „Ich dachte, dass es beim Fußball um Leistung und nicht um irgendwelche Sympathie-Punkte geht. Das ist eine Frechheit“, so Leitner, der das Thema inzwischen abgehakt hat. Zumal der U21-Coach inzwischen Horst Hrubesch heißt.

Und der setzt auf Leitner. „Eine hervorragende Ausbildung“ habe der von Borussia Dortmund an den VfB ausgeliehene Leitner genossen, der 20-Jährige verfüge zudem über „eine Menge U21-Erfahrung“. In der Tat: Trotz der verpassten EM ist Leitner noch immer der erfahrenste und auch treffsicherste Akteur im aktuellen Aufgebot. Beim 3:0 auf den Färöer zum Auftakt der EM-Qualifikation erzielte der Angreifer in seinem zwölften U21-Spiel sein viertes Tor.

Diese Talente verließen die Löwen in jungen Jahren

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Erst ausgebootet, plötzlich Leitwolf - Moritz Leitner hat mit der rasanten Entwicklung der vergangenen Wochen keine Probleme. „Ich kann Verantwortung übernehmen und werde das auch tun. Ich gehe als Führungsperson vorneweg“, sagt der Kunstschütze, der kurzzeitig sogar Anwärter auf das frei gewordene Kapitänsamt war. In der neuen U21 ist Leitner aber auch ohne Binde anerkannt und beliebt, zumal in Leonardo Bittencourt (Hannover 96) und Antonio Rüdiger (VfB Stuttgart) zwei echte Freunde an seiner Seite spielen.

Ein ähnlich hohes Standing hat Leitner auch beim VfB, der das Mittelfeldtalent im Juni für zwei Jahre vom BVB auslieh. „Er ist jung, technisch hoch veranlagt und verfügt über ein sehr gutes Spielverständnis. Und nicht zuletzt ist er auf mehreren Positionen einsetzbar. Damit bringt er alle Fähigkeiten mit, um eine tragende Rolle in unserem Spiel einzunehmen“, sagt Sportvorstand Fredi Bobic. Bislang stand der Neu-Schwabe immerhin in drei der vier Bundesliga-Spiele in der Startelf, wurde aber stets ausgewechselt.

2011 war Leitner von 1860 München nach Dortmund gewechselt, 2012 wurde er mit dem BVB Meister und Pokalsieger. Erfolge, die sich nun auch im DFB-Trikot einstellen sollen. Dabei spielte der Sohn einer Österreicherin in der U17 noch für das Austria-Team. Erst im September 2010 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft, einen Tag später stand er prompt im deutschen Aufgebot für die U19.

Im DFB-Trikot fühlt Leitner sich seither wohl, spielte auch für die U20 und hat nun mit Hrubesch und der U21 viel vor. „Wir haben richtig geile Kicker im Team“, sagte der gebürtige Münchner: „Wir müssen schauen, dass wir schnell zusammenwachsen und defensiv gut arbeiten.“ Dann, so Leitner, ist viel drin. Ab und zu sogar ein Kunstschuss der ganz besonderen Art.

sid

Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten

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Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Uwe Seeler, Debüt am 16.10.1954 mit 17 Jahren und 11 Monaten, gegen Frankreich (1:3), insgesamt 72 Länderspiele © dpa
Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten
Mario Götze, Debüt am 17.11.2010 mit 18 Jahren und 5 Monaten gegen Schweden (0:0). Noch aktiv. © dpa
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Olaf Thon am 16.12.1984 mit 18 Jahren und sieben Monaten gegen Malta (3:2), insgesamt 52 Länderspiele. © dpa
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Lukas Podolski am 06.06.2004 mit 19 Jahren gegen Ungarn (0:2). Noch aktiv. © dpa
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Karl-Heinz Schnellinger am 02.04.1958 mit 19 Jahren gegen die CSSR (2:3), insgesamt 47 Länderspiele. © dpa
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Helmut Haller am 24.09.1958 mit 19 Jahren und zwei Monaten gegen Dänemark (1:1), insgesamt 33 Länderspiele. Vier Jahre zuvor gab Klaus Stürmer am 16.10.1954 mit 19 Jahren und zwei Monaten sein Debüt gegen Frankreich (1:3), insgesamt zwei Länderspiele - hier die WM-Elf von 1954 aus dem gleichen Jahr. © dpa
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Lothar Matthäus am 14.06.1980 mit 19 Jahren und zwei Monaten gegen die Niederlande (3:2), insgesamt 150 Länderspiele © dpa
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Marko Marin am 27.05.2008 mit 19 Jahren und zwei Monaten gegen Weißrussland (2:2), noch aktiv. © dpa
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Ludwig Kögl am 15.06.1985 mit 19 Jahren und drei Monaten gegen Mexiko (0:2), insgesamt zwei Länderspiele (Kögl ist hier bei einem Altstars-Spiel zwischen dem FC Bayern und Real Madrid zu sehen). © dpa
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Bernd Schuster, Debüt am 22.05.1979 mit 19 Jahren und fünf Monaten gegen Irland (3:1), insgesamt 21 Länderspiele. © dpa
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Karlheinz Förster, Debüt am 05.04.1978 mit 19 Jahren und acht Monaten gegen Brasilien (0:1), insgesamt 81 Länderspiele. © dpa

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