Erstes Fazit nach der Hinrunde

Bender-Zwillinge, Vollmann und Co.: Wie schlagen sich die Ex-Profis im Amateurbereich?

Zurück in der alten Heimat: Sven und Lars Bender (links) laufen für den TSV Brannenburg auf. Korbinian Vollmann beendete im Sommer seine Profi-Karriere und kämpft beim Kirchheimer SC um den Klassenerhalt in der Landesliga.
+
Zurück in der alten Heimat: Sven und Lars Bender (links) laufen für den TSV Brannenburg auf. Korbinian Vollmann beendete im Sommer seine Profi-Karriere und kämpft beim Kirchheimer SC um den Klassenerhalt in der Landesliga.

Ehemalige Profifußballer stehen im Amateurfußball unter besonderer Beobachtung. Pünktlich zur Winterpause haben wir sechs Spieler unter die Lupe genommen.

Auch in diesem Sommer sind wieder zahlreiche Ex-Profis in den oberbayerischen Amateurfußball gewechselt. Insbesondere die Rückkehr der Bender-Zwillinge Lars und Sven zum TSV Brannenburg hat dabei hohe Wellen geschlagen. Doch wie haben sich die ehemaligen Profis im Freizeitfußball geschlagen? Die Hinrunde ist absolviert, die Klubs - mit Ausnahme der Regionalligisten - sind bereits in der Winterpause. Genau der richtige Zeitpunkt für ein erstes Fazit:

Romuald Lacazette (TSV 1880 Wasserburg)

Absolvierte bislang zwei Spiele für den TSV Wasserburg: Ex-Löwe Romuald Lacazette.

Zunächst hatten es die Wasserburger Verantwortlichen dementiert, Anfang November war der Deal dann aber doch in trockenen Tüchern: Romuald Lacazette schließt sich dem TSV 1880 an. Zuvor hatte sich der Ex-Löwe schon in Wasserburg fit gehalten. Der ehemalige Mittelfeldspieler des TSV 1860 München kommt mit Zweitliga-Erfahrung an den Inn. „Seine Anlagen sind im Spiel klar zu erkennen. Er ist technisch stark und hat einen heftigen Abschluss“, lobt Mitspieler Daniel Kobl den Neuzugang.

Im Abstiegskampf der Bayernliga Süd werden diese Qualitäten sicher gefragt sein. Zwei Pflichtspiele hat der Ex-Profi bislang im roten Trikot absolviert. Nach einer starken Premierensaison in der Bayernliga ist der TSV Wasserburg auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Lediglich zwei Punkte trennen die Löwen auf Platz 16 vom Tabellenende. Trainer Niki Wiedmann trat bereits zurück, für ihn übernahm Anfang November Matthias Pongratz.

Korbinian Vollmann (Kirchheimer SC)

Seit er da ist, geht es beim Kirchheimer SC aufwärts: Korbinian Vollmann.

Am 12. Oktober 2021 platzte die Bombe. „Ich will einfach Spaß am Fußball haben und der Mannschaft helfen“, erklärte Korbinian Vollmann seinen Wechsel zum Kirchheimer SC. Zum damaligen Zeitpunkt war der KSC weit abgeschlagen auf dem letzten Platz der Landesliga Südost. Bitterer Tiefpunkt: Die 1:10-Niederlage im Landkreis-Duell beim FC Unterföhring. Doch der Neuzugang scheint dem KSC neuen Auftrieb gegeben zu haben. Seit Vollmann in Kirchheim aktiv ist, hat das Team von Spielertrainer Steven Toy nur eine Partie verloren.

Damit meldet sich der Kirchheimer SC zurück im Kampf um den Klassenerhalt. Zur Winterpause steht der Verein auf Platz 16, also nicht mehr auf einem direkten Abstiegsplatz. Vollmann absolvierte dabei vier Spiele, ein Treffer steht dabei für den 28-Jährigen zu Buche. Wenige Monate vor seinem Wechsel nach Kirchheim war der Offensivspieler mit dem FC Hansa Rostock in die 2. Bundesliga* aufgestiegen. Für den TSV 1860 München lief er vier Jahre lang im Unterhaus auf.

Karl-Heinz Lappe (SV Nord München-Lerchenau)

Karl-Heinz Lappe (im blauen Trikot) bei seinem Comeback für den SV Nord München-Lerchenau gegen die Reserve des VfB Eichstätt.

Karl-Heinz Lappe ist dem Nostalgie-Faktor auf der Spur. Beim SV Nord Lerchenau kickte der inzwischen 34-Jährige bereits von 1993 bis 1996 im Jugendbereich. Jetzt ist der ehemalige Profi des FC Ingolstadt zurück bei seinem Heimatverein und trifft dort auf zahlreiche ehemalige Weggefährten. Unter anderem für die Reserve des FC Bayern München* lief Lappe als Kapitän in der Regionalliga Bayern auf.

In der Bezirksliga Oberbayern Nord stehen drei Treffer für Lappe zu Buche. Die Hinrunde beendete der Verein auf dem 5. Rang. Bei einem Spiel weniger ist der SV Nord Lerchenau weiter in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen.

Lars und Sven Bender (TSV Brannenburg)

Beide haben sich bestens in der Kreisklasse eingefügt: Lars und Sven Bender.

Lars und Sven Bender in der Kreisklasse Inn/Salzach 1? Dass diese Vorstellung wirklich Realität werden sollte, hatten wohl nur die wenigsten für möglich gehalten. Die Zwillinge sind zu ihrem Heimatverein TSV Brannenburg zurückgekehrt. Ihre Profi-Karriere beendeten die beiden ehemaligen Nationalspieler zuvor gemeinsam bei Bayer Leverkusen*. Die Mannschaft um Trainer Hans Nietzold steht punktgleich mit Tabellenführer SV Söchtenau auf dem 2. Tabellenplatz - und das bei einem Spiel weniger. Der TSV hat also gute Chancen auf den Aufstieg in die Kreisliga.

Auch abseits des Rasens haben sich die ehemaligen Spieler des TSV Brannenburg bestens eingelebt. „Ein, zwei Bier“ nach dem Spiel gehören zum Alltag, weiß Trainer Hans Nietzold zu berichten. Fernab von jeglichem Trubel genießen die Bender-Zwillinge also ihren Alltag als Amateurfußballer.

Marvin Matip (SV Ingolstadt-Hundszell)

Spielte zwei Jahre lang als Kapitän des FC Ingolstadt in der Bundesliga: Marvin Matip.

Auch Marvin Matip hat inzwischen seine sportliche Heimat in der Kreisklasse gefunden. Nach zwei Jahren Pause gab der Innenverteidiger Ende September völlig überraschend sein Comeback für den SV Ingolstadt-Hundszell. Drei Tore in drei Spielen - so lautet die Bilanz des Abwehrspielers. Eine Knieverletzung setzte den Ex-Profi für den Rest der Hinrunde außer Gefecht. Zur Rückserie soll er wieder voll angreifen.

Matip hinterließ vor allem beim FC Ingolstadt seine Spuren. Von 2010 an begleitete er den Verein als Kapitän bis in die Bundesliga*, ehe er 2019 seine Profi-Karriere beendete. Mit dem SV Ingolstadt-Hundszell könnte nun der nächste Aufstieg folgen. Der Verein steht punktgleich mit dem SV Zuchering auf Platz Eins der Kreisklasse Donau/Isar 2.

Christian Träsch (FC Gerolfing)

In der Champions League gelang ihm mit dem VfL Wolfsburg ein Überraschungs-Coup gegen Real Madrid: Christian Träsch (r.) im Zweikampf mit Welt- und Europameister Sergio Ramos.

Mit Christian Träsch spielt in Zukunft ein weiterer Ex-Profi im Ingolstädter Raum. Der ehemalige Nationalspieler schließt sich dem FC Gerolfing an. Erste Einsätze im Sommer wurden dadurch verhindert, dass noch keine Spielberechtigung vorlag. In der Rückrunde wird der 34-Jährige wohl seine ersten Einsätze für Gerolfing bestreiten. Christian Träsch bringt die Erfahrung aus 207 Partien in der Bundesliga mit. Unter Joachim Löw* lief er zudem in der deutschen Nationalmannschaft auf. (Vinzent Fischer) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

503 Service Unavailable

Hoppla!

Leider ist unsere Website zur Zeit nicht erreichbar. Wir beeilen uns, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es gleich nochmal.