Doppel-Interview mit Funkel & Neururer

Trainer-Dinos: "Ein 4:4 wird's nicht"

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Erfahrung auch am TV-Mikrofon: Neururer und der damalige Bochum-Coach Funkel.

München - Bochum gegen 1860 – es wird auch das Duell der Trainer-Veteranen Peter Neururer (58) und Friedhelm Funkel (noch 59). Die tz unterhielt sich vor der Sonntagspartie im Ruhrstadion mit den Branchen-Dinosauriern.

Herr Neururer, was macht Ihre Verletzung aus dem Bielefeld-Spiel?

Neururer: (lacht) Danke, es wird besser. Der Bluterguss verfärbt sich langsam ins Grün-Gelbliche.

Arminia-Verteidiger Stephan Salger hat Sie letztes Wochenende bei einem Klärungsversuch mit ziemlicher Wucht am Schienbein erwischt.

Neururer: Den Spieler trifft keine Schuld. Meine Spieler hier in Bochum haben mir jetzt Schienbeinschoner geschenkt, aber ich denke, am Sonntag kann ich drauf verzichten. Schließlich lassen Friedhelm und ich gepflegten Fußball spielen.

Das sehen nicht wenige Beobachter anders.

Funkel: Hier in München wird debattiert, ob wir attraktiv genug spielen. Als ob es darum derzeit gehen würde! In unserer Situation sind nur die Punkte wichtig.

Der Zweck heiligt die Mittel?

Neururer: Ich muss mich als Trainer immer danach richten, was ich für Spielertypen habe. Ein System nur um des Systems willen spielen zu lassen, ist doch Mumpitz. Friedhelm ist so lange im Geschäft, der weiß, was er macht.

Was können junge Trainer von Ihnen lernen?

Funkel: Was uns keiner nehmen kann, ist die Erfahrung. Trotzdem sind wir offen geblieben für neue Entwicklungen.

Können Sie sich noch an Ihre erste Begegnung auf dem Rasen erinnern?

Funkel: Das ist lange her. Ich war in Uerdingen…

Neururer: Und ich in Saarbrücken. Ja?

Chapeau! 2. September 1992, Grotenburg-Kampfbahn, Uerdingen gegen Saarbrücken, Endergebnis 1:1.

Neururer: Na also, geht doch.

Als Trainer sind Sie sich mit Ihren Teams nicht besonders oft begegnet. Am Sonntag ist es erst das siebte Mal.

Neururer: Wir waren oft in unterschiedlichen Ligen unterwegs. Wenn ich in der Bundesliga war, war Friedhelm in der Zweiten, und umgekehrt. Und als Fußballer hat Friedhelm in einer ganz anderen Klasse gespielt als ich – obwohl ja ich schon Weltklasse war.

Am Sonntag begegnen Sie sich auf Augenhöhe. Zweite Liga, beide 21 Punkte.

Funkel: Wenn’s nach mir geht, stehen wir danach vor Bochum. Ich freu mich richtig auf das Spiel, ich kenne ja noch viele Leute aus meiner Zeit beim VfL. Und ich bin mir sicher, dass das eine ganz enge Partie wird. Bochum hat drei Siege in Folge eingefahren – zu null. Wir immerhin zwei.

Neururer: Ein 4:4 wird’s wohl eher nicht (lacht).

1860 hat vor der Saison das Ziel Aufstieg ausgegeben, in Bochum ist man bescheidener.

Neururer: Wir haben uns in der letzten Saison gerade noch so vor dem Abstieg gerettet, jetzt sind wir auf einem guten Weg, was aufzubauen. Für mich als Nostalgiker ist Bochum gegen Sechzig immer noch gefühlte Bundesliga.

Und für Sie als Realist, Herr Funkel?

Funkel: Aufsteigen ist harte Arbeit – sportlich wie finanziell. Ich weigere mich, nach zwei Siegen jetzt wieder von oben zu reden. Wie eng es in der Liga zugeht, das hat man am Montag bei unserem Spiel gegen Fürth gesehen.

Rein statistisch betrachtet hat 1860 am Sonntag nichts zu verlieren. In 16 Spielen an der Castroper Straße seit 1977 gab es noch nie einen Löwen-Sieg.

Neururer: Tja, aber wie heißt es so schön: Jede Serie ist dazu da, um gebrochen zu werden. Und ich will nicht derjenige sein, unter dem sie reißt.

Funkel: Also ich hätte nichts dagegen.

Neururer: Ich war Trainer beim VfL, als uns 1860 das letzte Mal geschlagen hat. 2003 im Olympiastadion mit 3:1. Wir waren zur Halbzeit 1:0 vorn, dann hat Benny Lauth dreimal getroffen. Das reicht.

Interview: lk

Quelle: tz

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