Frisches Geld für die Löwen!

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Manfred Stoffers will den TSV 1860 finanziell sanieren

München - Die tz enthüllt das neue Finanzkonzept des TSV 1860. Möglicherweise verbirgt sich hinter einem Eintrag im Handelsregister die Lösung der chronischen Finanzprobleme des Klubs.

Der Handelsregister-Eintrag datiert vom 25. November 2009. „LSV Löwen Sportrechte Vermarktungs GmbH & Co. KG“ heißt es dort unter der Nummer 94704. Die tz weiß, was sich dahinter verbirgt: Möglicherweise die Lösung der chronischen Finanzprobleme des TSV 1860!

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Zumindest ein Anfang ist nun gemacht. Löwen-Geschäftsführer Manfred Stoffers bestätigte die tz-Recherchen am Freitagabend: „Seit einem halben Jahr arbeiten wir an der Sache. Wir haben die LSV, die eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der 1860 GmbH & Co. KAaA ist, zum Zwecke der mittelfristigen Vorfinanzierung von Transfererlösen gegründet. Unser Ziel war und ist es, unsere Kapitalstruktur zu verbessern. Mit der LSV blasen wir zum Angriff imneuen Jahr.“

An diesem Wochenende wollen die Löwen mit dem neuen Finanzkonzept an die Öffentlichkeit gehen. Die Funktionsweise klingt komplizierter als sie ist. So erwirbt die LSV GmbH von der 1860 GmbH das Recht an künftigen Transfererlösen aus einem Spielerpool und finanziert dies durch Geld, das Kapitalgeber als Darlehen geben. Im Bilanzdeutsch werden stille Reserven gehoben, die blaue Eigenkapitalbasis bessert sich. Kurz: Die Löwen bekommen frisches Geld, abgesichert durch künftige Transfereinnahmen.

1860 garantiert seinen Kapitalgebern einen festen Zinssatz, der nach tz-Informationen deutlich über fünf Prozent liegen soll. Die Rückzahlung der Darlehen erfolgt im Zuge der Transfers, eine Umwandlung in 1860-KGaA-Anteile ist (anders als beim 2009 gescheiterten Investitionsprojekt) nicht möglich. Das Risiko für die Darlehensgeber soll sich laut Stoffers „sehr in Grenzen“ halten. Mit den künftigen Transfererlösen seien die Gelder reichlich abgesichert, gegen Wertverlust durch Invalididät oder Abstieg gebe es für 1860 einen Versicherungsschutz. Für die Bewertung der Spieler zeichnet Prof. Dr. Vera-Carina Elter von der Wirtschaftsberatung KPMG verantwortlich. Sie hat bei 1860 einen Beratervertrag unterschrieben und gilt als die Expertin bei der Bilanzierung und Bewertung von Spielervermögen im Profi-Teamsport.

Drei Kapitalgeber haben die Löwen bereits gefunden, die bisher akquirierte Summe soll bei knapp einer Million Euro liegen. Mit dem Geld soll die Qualität des Kaders erhöht werden, Notverkäufe wie Timo Gebhart, Lars Bender, etc. sollen künftig weitestgehend ausgeschlossen werden. Stoffers bestätigt: „Wir wollen mittelfristig so aufgestellt sein, dass wir Spieler dann verkaufen, wenn wir das wollen und nicht wenn uns die Not dazu zwingt. Trotzdem müssen wir als Spieler-Qualifizierungs-Verein mangels reicher Mäzene natürlich damit leben, dass wir unseren Betrieb auch weiterhin durch Transfers finanzieren.“

Ludwig Krammer

Quelle: tz

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