„Gegen die Wand gelaufen“

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Miki Stevic.

München - Zwei Rolls Royce schnurrten am späten Montagabend aus der Tiefgarage des Vip-Bereichs in der Allianz Arena in Richtung Autobahn. Die Insassen waren wahrscheinlich sehr potente Unternehmer, die vom Spiel der Löwen gegen den Karlsruher SC kamen.

 Rund 1200 Firmen hatte die Marketingabteilung des TSV 1860 in die Logen eingeladen, in der Hoffnung, die Herrschaften zum Kauf von Business Seats oder zur Bereitschaft eines Sponsorings überzeugen zu können. Eine gute Idee – allein die Mannschaft spielte nicht mit. So gingen beim 1:3 nicht nur drei Punkte flöten, sondern wohl auch eine Menge Geld. Ganz zu schweigen von der Gunst des restlichen Publikums.

Einer fluchte beim Rausgehen: „Da wird ja eher Bayern Meister, als dass wir aufsteigen.“ Auch Miki Stevic ärgerte sich mächtig im Gespräch mit der tz.

Die Rekordtransfers des TSV 1860

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Über 30000 Zuschauer – und dann so eine Darbietung. Wie bitter ist das?

 Stevic: Erstmal eins: Unsere Fans sind einmalig. So viele Leute an einem Montagabend – diese Liebe zu unserem Verein ist nicht zu toppen. Aber dann machen wir unsere Fans nicht glücklich – es ist unglaublich. Ich habe die ganze Nacht fast nicht geschlafen, mir gingen 1000 Fragen durch den Kopf.

Zum Beispiel?

 Stevic: Laut der Spielanalyse sind wir viel mehr gelaufen als die Karlsruher Spieler. Aber es gibt Laufen und Laufen. Ins Leere laufen oder an die Wand laufen bringt nichts. Wir haben uns taktisch einfach nicht gut verhalten. In einem Fußballspiel muss man eben auch viel denken. Wir sind von Anfang an nicht so kompakt gestanden wie das bisher der Fall war. Trotzdem hat uns der liebe Gott zu Beginn noch geholfen. Beim Tor zum 1:0, das in dieser Phase doch etwas unerwartet kam und beim Elfmeter. Den wir dann aber leider nicht verwandeln konnten.

Drei Punkte nach drei Spielen, Platz 13 – was denkt man sich da als Verantwortlicher?

Stevic: Man soll das noch nicht überbewerten. Das, was bisher passiert ist, wird uns nicht umhauen und uns auch nicht an der Qualität des Kaders zweifeln lassen.

Wie muss man die Mannschaft jetzt anpacken? Mit Härte?

Stevic: Ich halte nichts davon, auf jemanden einzuschlagen, der sowieso am Boden liegt. Das bringt uns auch nicht weiter. Aber so, wie ich den Trainer bei unserer Besprechung heute Früh verstanden habe, wird es personell einige Änderungen geben.

Am Freitag geht’s zum Tabellenletzten nach Ahlen, der hat bisher null Punkte. Auch keine dankbare Aufgabe…

Stevic: Aber es ist gut, dass wir so schnell wieder ein Spiel haben.

Wird der TSV 1860 jetzt eventuell doch noch auf dem Transfermarkt aktiv?

Stevic: Beim Wort aktiv denke ich nur an unsere Spieler. Wenn die es auf dem Platz sind, ist das der beste Transfer…

Claudius Mayer

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