Jetzt erwartet der Investor Gegenleistungen

Offengelegt: So viel Geld floss 2016 zwischen Ismaik und den Löwen

1860-Präsident Peter Casalette (l.) mit Hauptgesellschafter Hasan Ismaik.
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1860-Präsident Peter Casalette (l.) mit Hauptgesellschafter Hasan Ismaik.

München - Der TSV 1860 hat die Kosten für die Neuverpflichtungen im Sommer im Handelsregister offengelegt. Im Zuge dessen ist eine „Neuordnung der Finanzierung und Kapitalausstattung“ geplant.

Bereits im September hatte die Süddeutsche Zeitung über den möglichen Kauf weiterer Anteile an der Profifußball-Abteilung des TSV 1860 durch von Hauptgesellschafter Hasan Ismaik berichtet - jetzt schreibt das Blatt, dass die Weichen in diese Richtung gestellt worden seien. 

Am 29. Dezember 2016 gab es offenbar ein Treffen der Gesellschafter (Verein und Ismaik-Seite) in einer Kanzlei in der Münchner Innenstadt, von dem im Handelsregister eine Niederschrift zu finden ist. Dabei ging es um die Umwandlung von Darlehen von Ismaik in Genussscheine (sogenanntes Mezzanine-Kapital, Info-Text: Was sind Genussscheine?), die mit einer Gesamtsumme von 8,5 Millionen Euro so enorm hoch wie nie waren - wobei nicht alle komplett umgewandelt wurden. Das schützt den TSV 1860 vor Strafen durch die Deutsche Fußball-Liga (DFL). Erstmals hat sich der Investor aber offenbar eine enorme Gegenleistung per schriftlicher Vereinbarung zusichern lassen.

Außerordentliche 1860-Mitgliederversammlung bis Ende März

Im Protokoll heißt es: "Diese Umwandlung in Mezzanine-Kapital ist Bestandteil einer grundsätzlichen Neuordnung der Finanzierung und Kapitalausstattung der Gesellschaft, die im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft sowie einer Mitgliederversammlung des TSV 1860 e.V., die im 1. Quartal 2017 stattzufinden hat, angestoßen und bis zum Ende der Fußballsaison 2016/2017 am 30.6.2017 abgeschlossen sein soll." Heißt: Auf einer bis Ende März abzuhaltenden außerordentlichen Mitgliederversammlung soll über diese Neuordnung abgestimmt werden - eine einfache Mehrheit reicht zur Zustimmung oder Ablehnung aus.

Allerdings sollen hierbei keine Anteile vom e.V. an Ismaik übertragen, sondern durch eine Kapitalerhöhung neue Anteile ausgegeben werden, die der Hauptgesellschafter komplett erhalten soll, wie die SZ weiter berichtet. Was der Verein selbst als Gegenleistung dafür erhalten soll, ist noch unklar.

So viel Geld floss im Sommer zwischen Ismaik und 1860

Bemerkenswert ist zudem, dass in dem Protokoll genau aufgelistet ist, wie viel Geld für welchen Zweck von Ismaik an den TSV 1860 überwiesen worden ist. Beispielsweise flossen für im Juli eine Million Euro zur Sanierung sowie im Juni 812.000 Euro (Andrade), 1,88 Millionen Euro (Olic und Perdedaj) und 3,2 Millionen Euro (Ribamar) für Transfers. Hinzu kommen weitere Darlehen im Mai (4,2 Millionen Euro, kein Verwendungszweck genannt) und im Juli (3,856 Millionen Euro für Transfer/Gehälter), wobei letzteres noch nicht ausgezahlt wurde - was der Grund für die DFL-Auflage bezüglich Wintertransfers sein soll.

In einem Interview mit der „Abendzeitung“ sagte Präsident Peter Cassalette: „Die Zukunft ist rosiger als je zuvor. Wir stehen in jeder Hinsicht besser da - ausgenommen der Tabellenplatz.“ Er wisse zudem nicht, ob Ismaik weitere Anteile kaufen wollen würde, der Investor habe diesbezüglich noch nichts gesagt. Aber er sagte auch vielsagend, dass man es dann schon erfahren würde und „letztlich muss das eine Mitgliederversammlung entscheiden.“

Und das bis Ende März laut Protokoll ...

fw

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