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Bülows Rot war der Anfang vom Ende

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Da war die Vorentscheidung gefallen: Schiri Bandurski zeigt Kai Bülow eine übertriebene Rote Karte. © M.I.S.

Fürth - Der TSV 1860 München hat den Anschluss an die Spitze der 2. Bundesliga fürs Erste verloren: Im Derby bei der SpVgg Greuther Fürth setzte es eine ärgerliche Niederlage. Knackpunkt war eine Rote Karte für Kai Bülow.

Nach dem Schlusspfiff gingen etliche erboste Löwenspieler auf Schiedsrichter Bandurski sowie seine Assistenten zu und geigten ihnen nochmal gehörig die Meinung. Verständlich. Denn der Unparteiische aus Oberhausen und seine Kollegen hatten früh dafür gesorgt, dass aus dem Spitzenspiel zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem TSV 1860 ganz schnell die Luft raus war. Durch eine krasse Fehlentscheidung, die quasi der Ausgangspunkt dafür war, dass die Sechziger auf die Verliererstraße gerieten und mit einem 0:2 nach Hause fahren mussten.

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Was war passiert? In der 13. Minute versuchte Kai Bülow gegen Christopher Nöthe kurz vor dem Strafraum mit einer Grätsche zu klären. Der Fürther Stürmer ging zu Boden – Foul, Gelb, okay. So dachte zunächst auch Bandurski, der bereits an der Brusttasche herumnestelte, um die gelbe Karte rauszuholen. Dann hielt er kurz inne, hörte, was ihm der Assistent aufs Headset flüsterte und disponierte um. Er fingerte die rote Karte aus der Hose und hielt sie Bülow unter die Nase.

Blankes Entsetzen bei den Blauen – eine absolut unverständliche Entscheidung. Das stellte auch Sportchef Florian Hinterberger in der Halbzeitpause fest. „Das war keine rote Karte“, sagte er, „es handelte sich weder um ein grobes Foulspiel, noch um eine Notbremse. Dahinter standen noch zwei, drei Spieler von uns im Sechzehner. Eine völlig unangemessene Entscheidung, die das Spiel entscheiden kann.“ Womit Hinterberger leider Recht behielt. Denn in Unterzahl waren die Löwen dann chancenlos. Auch weil sie zu viele Umstellungen nach dem Platzverweis für Bülow vornehmen mussten. Benjamin rückte in die Innenverteidigung anstelle von Bülow, Feick kam neu herein auf die linke Abwehrseite, und Bierofka musste ganz raus. Worunter vor allem das Offensivspiel der Sechziger litt.

Und der nächste Nackenschlag vom Schiedsrichter folgte auch bald. In der 27. Minute durfte sich Sararer am rechten Flügel mit einem Check gegen Halfar durchsetzen, die anschließende Flanke drückte dann Nöthe zum 1:0 ein. Trainer Reiner Maurer war dementsprechend sauer: „Eine sehr fragwürdige Entscheidung, das war ein Foul gegen Halfar.“ Und im gleichen Atemzug kam natürlich auch er auf den Platzverweis von Bülow zu sprechen. „Eine grundlose und unberechtigte rote Karte“, schimpfte Maurer, „Bülow wollte ja auch ganz klar den Ball spielen. Wenn ich da einen vom Platz stelle, dann muss ich im Spiel 15 rote Karten ziehen.“

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Zweimal hätte Bandurski das allerdings durchaus noch tun können. Einmal, als Schahin Dominik Stahl mit einem ganz fiesen Tritt auch das Schienbein hätte brechen können, und dann, als Pekovic eine Tätlichkeit an Halfar beging. Da stand es aber bereits 2:0 für Fürth durch den abgefälschten Weitschuss von Nöthe und die Partie war im Grunde gelaufen. „Mit zehn Mann ist es uns einfach nicht gelungen, mehr dagegenzuhalten“, bedauerte Maurer und trauerte der Anfangsphase nach: „Mit elf gegen elf hatten wir mehr vom Spiel gehabt, aber als wir dann in Unterzahl auch noch 0:1 zurück lagen, war es dann doppelt schwierig.“ Die Löwen kreuzten kaum noch vor dem gegnerischen Tor auf und somit ging schließlich leider auch eine lange Serie zu Ende. Bis zum Sonntag hatte der TSV 1860 in jedem der vorangegangenen 19 Zweitligaspiele mindestens immer ein Tor geschossen.

Und, was mehr Kopfzerbrechen bereitet dürfte: Der Rückstand auf einen Aufstiegsplatz beträgt jetzt bereits sechs Punkte, der auf den Relegationsplatz vier. Der Druck wird dadurch nicht kleiner.

Cm

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