Ismaik im tz-Exklusiv-Interview: "Ich will hier nicht nur Zuschauer sein"

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„Wenn Sie uns in Ruhe lassen, werden wir auch zueinander finden“: Ismaik im (bestimmt scherzhaften) Schlagabtausch mit tz-Redakteur Ludwig Krammer

München - Die tz traf Hasan Ismaik zum Exklusiv-Interview. Der 1860-Investor erklärt, dass die Meinungsverschiedenheiten ausgeräumt werden sollen. Sein Ziel: Die Fans sollen "bald wieder stolz sein".

„Das sind unterschiedliche Welten“: Statthalter Hamada Iraki (l.) und Ismaik setzen auf Lernfähigkeit

Hotel Mandarin Oriental, eine Suite im zweiten Stock. Hier empfängt 1860-Investor Hasan Ismaik die tz zum Interview. Lesen Sie hier, was Ismaik über die aktuelle Situation bei den Löwen alles zu sagen hat:

Herr Ismaik, Sie waren wegen Rückenproblemen seit dem Oktoberfest nicht mehr in München. Wie geht’s Ihren Bandscheiben aktuell?

Ismaik: Danke der Nachfrage, es ist besser geworden. Ganz weg sind die Schmerzen aber noch nicht. Leider.

Warum sind Sie hier? Nur wegen des 1860-Frankfurt-Spiels am Samstag?

Ismaik: Ich habe einige Termine in Europa, zum Beispiel den in Stuttgart. Aber ich komme auch am Samstag zum Spiel in die Arena. Die Schlagzeilen in den letzten Wochen um 1860 haben mir nicht so gefallen.

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"0060": Löwen-Sponsor Aston Martin im Porträt

Aston Martin wurde im Jahr 1914 gegründet und ist heute eine moderne, exklusive Sportwagenmarke mit einem einzigartigen Erbe. Aktuell verfügt Aston Martin über die umfangreichste und vielfältigste Modellpalette seiner jährigen Geschichte. © dpa
Aston Martin hat seinen Unternehmenssitz in Gaydon (England), wo auch die Produktion sowie das Designstudio zuhause sind. Die Marke steht für den Einsatz modernster Technologien und Werkstoffe, die Verwendung edelster Materialien und international anerkanntes Design. © dpa
In zeitintensiver Handarbeit und mit großer Liebe zum Detail gebaut, erfreuen sich Aston Martin Sportwagen hoher Anerkennung und tiefer Bewunderung in der ganzen Welt. © dpa
Aston Martin wurde mehrfach der Titel „The Coolest Brand“ verliehen. Seit 2007 ist Aston Martin unabhängig und in Besitz eines Konsortiums, das von zwei internationalen Investmenthäusern aus Kuwait, Investment Dar & Adeem Investment, geführt wird. © dpa
Seit 2000 steht Dr. UIrich Bez als CEO an der Spitze von Aston Martin. © dpa
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Seit dem Sommer 2011 besitzt Aston Martin eine Importeurslizenz in China, die es dem Unternehmen ermöglicht, die Präsenz im dortigen Markt nun verstärkt auszubauen. © dpa
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2010 hat das Unternehmen weltweit 4.250 Sportwagen verkauft. © dpa
Für Benny Lauth ist Aston Martin keine Unbekannte: Der Löwen-Stürmer erfüllte sich zu Bundesliga-Zeiten seinen "Kindheitstraum" und legte sich einen Aston Martin Vanquish zu. © M.I.S.
Berühmt wurde die Sportwagenmarke aus Newport Pagnell vor allem durch die James-Bond-Filme. © dpa
Auch Pierce Brosnan alias james Bond durfte 2002 in "Die another day" einen Aston Martin Vanquish fahren, von Technik-Experte Q mit ein paar Ford-untypischen Extras ausgestattet. © dpa
Das erste Mal fuhr der Geheimagent ihrer Majestät (Sean Connery) in Goldfinger mit einem Aston Martin, dem DB5. © dpa
Mit Aston Martin auf der Löwen-Brust ist aber bald Schluss: Der Konzern beendet die Zusammenarbeit mit den Sechzgern zum Ende der Saison 2012/2013. © Sampics
Womit wir beim Thema wären. Hatten Sie auch schon einen Termin mit 1860-Präsident Dieter Schneider?

Ismaik: Nein, wir werden uns beim Spiel sehen. Hamada (Iraki, Ismaiks Statthalter in München, d. Red.) hält mich ja auf dem Laufenden, was in München los ist.

Wie groß sind die Schmerzen, die Ihnen 1860 bereitet?

Ismaik: Zero. Die Berichterstattung ist sehr übertrieben. Wir haben nicht so viele Probleme. Es gibt Meinungsverschiedenheiten, ja, aber das ist normal in einer Partnerschaft. Wenn Sie uns in Ruhe lassen, werden wir auch zueinander finden (lacht).

Schneider selbst hat auf der jüngsten Delegiertenversammlung die Missstände zwischen Verein und Investor angeprangert. Er wolle sich von Ihnen „nicht an die Wand klatschen“ lassen.

Ismaik: Ich habe nie versucht, jemanden über den Tisch zu ziehen. Ich akzeptiere unsere Kooperationsvereinbarung zu 100 Prozent, ich handle ehrlich, transparent und direkt.

Wie soll das Investment in die Mannschaft vonstatten gehen?

Ismaik: Die nackte Wahrheit ist: Wir müssen unseren Kader verstärken, um unsere Ziele erreichen zu können. Der e.V. hat 40 Prozent der Anteile, wir haben 60 Prozent, allerdings gemäß der DFL-Vorschriften nur 49 Prozent der stimmberechtigten Anteile. Wenn die nötige Investition, sagen wir zehn, zwanzig, dreißig Millionen Euro von beiden Seiten aufgebracht werden könnte, dann gäbe es kein Problem. Aber das ist momentan leider nicht machbar.

Und war Ihnen auch vorher schon bekannt…

Ismaik: Trotzdem können wir nicht einfach Geld verschenken. So wird das nicht gehen.

Was wollen Sie konkret?

Ismaik: Ich möchte sicherstellen, dass Entscheidungen gemeinsam getroffen werden, was mit dem Geld passiert, wo Löcher gestopft werden, was in die Mannschaft gesteckt wird. Ich will nicht nur Zuschauer sein.

Sie sind Vorsitzender des KGaA-Aufsichtsrates und sitzen im Geschäftsführungsbeirat. Ist Ihnen das zu wenig?

Ismaik: Nein. Ich habe trotzdem manchmal das Gefühl, dass ich an Entscheidungen nicht beteiligt werden soll.

Angeblich wollen Sie das Weisungsrecht des Präsidiums an den Geschäftsführer streichen lassen.

Ismaik: Nein, darum geht es gar nicht. Ich bin hierher gekommen, um Leute glücklich zu machen, nicht um zu streiten. Vielleicht ist es für die andere Seite schwer, einen ebenbürtigen Partner zu akzeptieren, da man bisher allein entscheiden konnte. Das muss man lernen. Wenn man Geld bezahlt, denkt man anders, als wenn man nur mit Leidenschaft entscheidet. Das sind unterschiedliche Welten. Man braucht einen langfristigen Plan und kann nicht spontan und sporadisch entscheiden.

Die e.V.-Vertreter fordern die Ablösung von Geschäftsführer Schäfer.

Ismaik: Herr Schäfer hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Wir wollen keine Bauernopfer.

Ein Kernproblem ist das Nachwuchsleistungszentrum. Schneider will es in den e.V. zurückführen, Sie dagegen sehen darin die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der KGaA gefährdet.

Ismaik: Bitte verstehen Sie, dass ich darüber nicht reden will. Interna sollten intern bleiben.

Das strukturelle Defizit der KGaA besteht weiter. Für die aktuelle Saison wird mit einem Millionen-Minus kalkuliert.

Ismaik: Wir mussten bei der DFL 5,4 Millionen Euro Liquidität nachweisen, das haben wir getan. Wir haben Reserven.

Was müsste passieren, damit Sie bei 1860 aussteigen?

Ismaik: Ich hatte damals während der Verhandlungen viele Gelegenheiten, um auszusteigen ohne mein Gesicht zu verlieren. Ich habe vieles runtergeschluckt, weil mich die Stadt und 1860 mit ihrer Herzlichkeit beeindruckt haben. Ich wollte die Leute nicht enttäuschen. Meine Botschaft ist: Wir werden immer unser Bestes geben im Sinne der Mannschaft, damit die Fans bald wieder stolz sein können.

Wie groß ist Ihrer Ansicht nach aktuell die Chance, dass das Ganze doch noch funktionieren wird?

Ismaik: Einhundert Prozent.

Auch mit Herrn Schneider?

Ismaik: Auch mit Herrn Schneider.

Interview: Ludwig Krammer

"0060": Löwen-Sponsor Aston Martin im Porträt

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Aston Martin wurde im Jahr 1914 gegründet und ist heute eine moderne, exklusive Sportwagenmarke mit einem einzigartigen Erbe. Aktuell verfügt Aston Martin über die umfangreichste und vielfältigste Modellpalette seiner jährigen Geschichte. © dpa
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