"Bei Spielraum denke ich an eine halbe Million"

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Reiner Maurer (l.) und Florian Hinterberger

München - Das Löwen-Team durfte sich über reichlich Lob freuen - dennoch hoffen Trainer Reiner Maurer und Florian Hinterberger weiter auf Verstärkungen. Der Sportchef wünscht sich mehr Spielraum.

Der 3:1-Sieg in Karlsruhe sorgte bei den Löwen für zufriedene Gesichter. Vor allem zum Abschluss eines Jahres, das als das wohl turbulenteste in die Geschichte des TSV 1860 eingegangen ist.

Sie wissen Bescheid: Ein paar Mal klinisch tot, immer wieder in letzter Sekunde reanimiert, ehe Doktor Ismaik im Sommer alle Krankheitserreger mit einem Schlag auslöschte. Nur an den Kosten für die prophylaktische Weiterbehandlung hapert es noch, sodass die sportliche Leitung mit Reiner Maurer und Florian Hinterberger durchaus der Ansicht ist, dass man angesichts der Umstände (vor allem gab es nicht die erwünschten Verstärkungen in der Abwehr) seit Sommer mit der Ausbeute zufrieden sein kann.

Siebenmal die Note 2 beim Löwen-Sieg in Karlsruhe

Sportchef Hinterberger: „Wir sind Sechster, das haben wir uns ungefähr zu Saisonbeginn so vorgestellt. Allerdings mit Anschluss an die Spitzengruppe. Das zu behaupten, wird schwierig.“ Weil die Top Five ziemlich weit entfernt sind. Obwohl die 32 Punkte die beste Ausbeute nach 19 Spieltagen sind, seitdem die Löwen in der 2. Liga kicken.

„Deshalb ein Kompliment an die Mannschaft“, sagte Maurer, „ohne uns aber deswegen auf die Schulter zu klopfen. Ich bin aber äußerst zufrieden mit dem, was wir erreicht haben, weil wir das mit einem um drei Millionen Euro reduzierten Etat erreicht haben und weil wir zwischendrin immer wieder viele Ausfälle in der Defensive hatten. Vor allem bei den Niederlagen gegen Dresden und in Rostock, als uns mit Aygün und Bülow gleich zwei wichtige Leute hinten ausfielen.“

Angesichts des großen Rückstands – wird man in der Rückrunde trotzdem noch zur Attacke blasen? Hinterberger: „Es kann schon sein, dass von denen da vorn der ein oder andere in der Rückrunde mehr Federn lässt als in der Vorrunde. Dann aber müssten auch wir absolut stabil sein.“

Beim Thema Verstärkungen zuckt Hinterberger wie gewohnt mit den Schultern. „Wenn wir ein bisschen mehr Spielraum hätten, dann könnte man sicher eine gute Mannschaft aufbauen. Und mit Spielraum denke ich an eine halbe Million. Auch im Hinblick auf die neue Saison.“ Allzu viel will der Sportchef jedoch gar nicht ändern, denn, so glaubt er: „Die Mannschaft hat es verdient, dass man sie weiter wachsen lässt.“

Und man kann ja auch weiterhin auf Überraschungen hoffen. Wie die Wandlung des Daniel Bierofka, der vom Außenstürmer zum Sechser umschulte und in Karlsruhe seine Saisontreffer vier und fünf erzielte. „Es macht mir richtig Spaß“, sagte der 32-Jährige, „das Ganze ist so euphorisierend, ich würde am liebsten weiterspielen, anstatt in Urlaub zu gehen.“

tz

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