Initiative "Löwenfans gegen Rechts" wird vom DFB geehrt

München - Fußball-Zweitligist TSV 1860 München darf sich über eine Ehrung für einige seiner Anhänger freuen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verleiht den Julius Hirsch Preis 2009 an die Initiative "Löwenfans gegen Rechts", die sich gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit einsetzt. Als Zweiter und Dritter werden der in Jena beheimatete Verein Hintertorperspektive und das Fanprojekt Hannover ausgezeichnet. Wie der DFB am Dienstag mitteilte, erhält Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung "Die Zeit", den erstmals vergebenen Ehrenpreis. Die Ehrung findet am 9. September 2009 im Vorfeld des WM-Qualifikationsspiels gegen Aserbaidschan in Hannover statt.

Die seit mehr als 15 Jahren aktive Initiative von Fans und Anhängern des TSV München 1860 erhält ein Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro. "Löwenfans gegen Rechts" entstand im Umfeld des TSV München 1860 als Reaktion gegen zunehmende rechtsradikale Äußerungen in den Stadien vor mehr als 15 Jahren. Die Gruppe engagiert sich im Stadion, im Internet und ihrem Magazin "Löwenmut" laut DFB gegen Diskriminierung, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie rund um den Fußball.

Mit ihren kreativen Aktionen habe sie sich dabei in den zurückliegenden Jahren einen bundesweiten Ruf in der Fanszene erarbeitet, hieß es in der Begründung.

"Wir sind unglaublich stolz, mit den, Löwenfans gegen Rechts so couragierte Fans und Anhänger in unseren Reihen zu wissen. Diese Sechziger kämpfen seit vielen Jahren mit großem persönlichem Einsatz und Leidenschaft gegen Diskriminierung und Ausgrenzung in jeder Form. Wir danken stellvertretend Ulla Hoppen und Herbert Schröger für ihre Zivilcourage und ihre unermüdliche Arbeit", sagte TSV-Präsident Rainer Beeck.

Der Preis in Erinnerung an den in Auschwitz ermordeten jüdischen Fußball-Nationalspieler Julius Hirsch (1892 bis 1943) war vom DFB im Jahr 2005 als eine Konsequenz aus der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Rolle des Verbandes in der NS-Zeit gestiftet worden. Er zeichnet den Einsatz für Toleranz und Menschenwürde, gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus aus.

dpa

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