Iraki setzt Rotstift an - Neue 1860-Enthüllungen

München - Zur vergangenen Drama-Woche bei den Löwen gibt es neue Enthüllungen. Doch der Blick geht auch in die Zukunft: Hamada Iraki soll als 1860-"Sparminister" den Rotstift ansetzen.

Die Löwen sind ein offenes Buch, auch (oder gerade) in Krisenzeiten. Daran ändert auch der „Maulkorb-Erlass“ wenig, den Geschäftsführer Robert Schäfer am Wochenende per Rundmail verschickt hat. Sämtliche für die Öffentlichkeit gedachten Stellungnahmen sollten doch künftig bitte von der Pressestelle abgesegnet werden. Ein wohl aussichtsloser Vorstoß.

Immer mehr kommt nun ans Licht, immer detailreicher werden die Erzählungen über die Ereignisse der vergangenen Drama-Woche. So soll Dieter Schneider am Mittwochabend beim Krisengipfel im Haus von Aufsichtsrat Otto Steiner der Kompromissvorschlag unterbreitet worden sein, nicht schon jetzt, sondern erst im Sommer zurückzutreten, um das Gesicht aller zu wahren. Was der Präsident mit der Bemerkung ablehnte, er könne keinen Abschied à la Edmund Stoiber akzeptieren. Als lahme Ente wie der Ministerpräsident a.D. wolle er nun wirklich nicht enden. Und eine Geheimhaltung? Na ja, siehe oben…

Den Stoiber gibt bei den Löwen dafür jetzt ein anderer: Hamada Iraki. Nicht als „lame duck“ versteht sich, sondern in der Rolle des Sparministers. Wie weiland Stoiber bei den bayerischen Staatsfinanzen will der Investoren-Berater nun den Löwen-Haushalt durchforsten – und die Ausgaben möglichst in Einklang mit den Einnahmen bringen. Bis Ende nächster Woche schon soll die Streichliste stehen. Geschäftsführer Schäfer bestätigte der tz: „Hamada Iraki wird das Konzept ausarbeiten, was konkret an Maßnahmen möglich ist. Es geht darum, im Idealfall auf einen ausgeglichenen Haushalt zu kommen, ohne die sportliche Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen.“ Die Quadratur des Kreises dürfte leichter fallen…

Treffen wird es vor allem die U 23. Wie die tz schon am 19. Januar exklusiv berichtete, soll das Saison-Budget der Regionalliga-Mannschaft von derzeit 1,5 Millionen Euro – Zitat Schäfer – „deutlich heruntergefahren“ werden. Im Klub ist von einer Million Euro die Rede. Auch in der Verwaltung soll der Rotstift angesetzt werden. Nichts mehr zu machen ist wohl bei den Stadionkosten, die Verhandlungsbereitschaft des FC Bayern sei ausgereizt, heißt es. Der Etat der Profimannschaft (6,5 Millionen Euro) soll ausdrücklich nicht angefasst werden. Dort wurde bekanntlich bereits vor der Saison ein Drittel abgezwackt. Eine weitere Zurechtstutzung des eigentlichen Produkts wird allgemein als kontraproduktiv erachtet.

Schäfer und Irakis erklärtes Ziel ist es, das stark defizitäre Unternehmen 1860 auf solide Beine zu stellen. Die KGaA soll weitestgehend unabhängig gemacht werden von immer neuen Zuschüssen des Investors, auch im Hinblick auf die am 15. März einzureichenden Lizenzierungs-Unterlagen.

Wie das Sparvorhaben funktionieren soll? Die nächsten Tage werden’s zeigen. Sicher ist, dass die Einschnitte weh tun werden. Sehr weh. Auf allzu großes Mitgefühl sollte bei den Löwen jedenfalls niemand hoffen.

lk

Quelle: tz

Rubriklistenbild: © sampics

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