Jungwirth im Interview: "Habe bei 60 keine Chance mehr gesehen"

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Bei den Löwen ohne Chance: Nachwuchsprofi Florian Jungwirth sucht bei Dynamo Dresden eine neue Perspektive.

München - Bei den Profis der Löwen konnte sich Florian Jungwirth nie durchsetzen. Im Interview spricht er über seinen Wechsel nach Dresden, und warum die Dritte Liga für ihn kein Rückschritt ist.

Was gab für Sie den Ausschlag, die Löwen zu verlassen?

Ich habe bei 60 keine Chance mehr gesehen. In München gab es für mich einfach keine Perspektive mehr. In der Regionalliga, ohne die jetzt schlecht reden zu wollen, habe ich keine Entwicklungschance mehr gesehen. Dort kann ich mich nicht so entwickeln, wie ich mir das vorstelle.

Bei 60 haben Ihnen drei Trainer keine Chance gegeben. Warum?

In der vergangenen Saison war ich sicher am Anfang noch nicht so weit. Für Uwe Wolf war die Situation dann eh schon schwer genug. Er hatte keinen Raum für Experimente. Als er gekommen ist, war er eigentlich schon wieder weg. Dann lastet auf dir dieses Klischee, dass du ein ganzes Jahr nicht gespielt hast. Mit diesem Stempel hat man bei einem neuen Trainer immer einen schweren Stand. Für mich ist das Kapitel 1860 aber jetzt abgehakt. Ich hatte eine schöne Zeit in München und konzentriere mich jetzt voll auf Dresden.

Wie schwer wird für Sie der Umzug nach Dresden?

Es ist sicher kein leichter Schritt, von zu Hause und aus seinem gewohnten Umfeld wegzugehen. Ich bin aber nach wie vor davon überzeugt, dass es richtig war, sportlich einen neuen Weg einzuschlagen. Das gehört zum Geschäft.

Ihr Ziel war es, in der Zweiten Liga zu spielen. Jetzt kämpfen Sie mit Dresden gegen den Abstieg in der Dritten Liga.

Nach meinem Gespräch mit dem Trainer steht die Mannschaft zu Unrecht im Tabellenkeller. Ich denke, dass ich meinen Teil dazu beitragen kann, dass wir schnell aus den Abstiegsrängen raus kommen.

In Ihrem ersten Pflichtspiel gegen Sandhausen treffen Sie mit Alexander Eberlein und Florian Tausendpfund auf ehemalige Mitspieler, die auch den Weg in den Profifußball über die Dritte Liga gesucht haben. Ist das kein Rückschritt?

Ich kann hier meine Spiele machen und werde meine Einsätze bekommen. Es gab auch Anfragen aus der zweiten Liga. Doch ich hatte nur in Dresden das Gefühl, dass ich gebraucht werde.

Schauen Sie weiter auf die Löwen?

Klar, ich habe fast zehn Jahre in München gespielt. 1860 werde ich immer in meinem Herzen behalten. Die Spiele der Löwen werde ich mir sicher auch noch in zehn Jahren anschauen.

Das Interview führte Christoph Seidl

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