Er wollte danach aufhören

Ex-Löwe packt über schwere Zeit bei 1860 aus: „Ich war sogar in der Whatsapp-Gruppe blockiert“

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Karim Matmour spielte nur ein Jahr beim TSV 1860 München.

Lediglich für eine Saison war Karim Matmour Spieler beim TSV 1860 München. Erlebt hat er aber so viel, wie mancher Spieler in seiner ganzen Karriere nicht.

Kehl - Am Ende der Saison 2016/17 stieg der TSV 1860 München aus der 2. Bundesliga ab und fiel am Ende sogar bis in die Regionalliga. Der Abstieg des Karim Matmour begann dagegen schon etwas früher. Seine Zeit bei den Löwen begann vielversprechend und endete unangenehm und auf Raten.

In einem Interview mit dem kicker lässt der heute 33-Jährige sein Jahr bei den Löwen Revue passieren. Es sei auf jeden Fall die Saison mit den meisten Überraschungen gewesen, so Matmour - jedoch waren diese Überraschungen alles andere als positiv für den Algerier.

Bis einschließlich Spieltag 16 absolvierte Matmour insgesamt 13 Partien und fehlte im Löwen-Kader nur verletzt oder gesperrt. In der Rückrunde, als Vitor Pereira übernahm, wurde er dann zur zweiten Mannschaft geschickt. Das wurmt den Algerier. „Es war keine sportliche Entscheidung, das ist ja das Ärgerliche. Es war Politik“, sagt der heute 33-Jährige. 

TSV 1860: Matmour war plötzlich in der Whatsapp-Gruppe blockiert

Am Ende klagte Matmour vor Gericht auf Wiederaufnahme ins Profiteam. Es sei nie sein Wunsch gewesen, das zu tun, aber er habe keinen Trainingsrückstand aufs Profiniveau bekommen wollen. Am Ende wurde sein Antrag abgewiesen.

Ob Hasan Isamik in einzelne Entscheidungen involviert gewesen sei, konnte Matmour nicht beurteilen. „Der damalige Sportchef Anthony Power sperrte mich von den Profis aus“, sagt der WM-Teilnehmer von 2010. Das gipfelte darin, dass „ich auch in der Whatsapp-Gruppe blockiert war. Das war traurig.“ Nachtreten wolle er aber nicht.

Auch auf seine weitere Laufbahn hatte die Zeit in München Einfluss. Er verlängerte seinen Vertrag per Option bis 2019, stand nach dem Abstieg der Löwen im Sommer 2017 aber dennoch ohne gültigen Vertrag da. 

Karriereende mit 32 - seitdem ist Matmour Trainer

„Ich wollte meine Karriere beenden, weil die 1860-Zeit mich viel Kraft gekostet hat“, so Matmour. Am Ende bot ihm der ehemalige Löwen-Trainer Marco Kurz, damals Chefcoach bei Adelaide United,eine Chance, die er schließlich ergriff. Ein halbes Jahr später machte Matmour aber Schluss - mit 32 Jahren. „Es fühlte sich danach an“, meint der heutige Trainer lapidar. Manchmal fehle ihm der aktive Fußball aber schon, wenn er ehemalige Mitspieler sehe.

Seine Zukunft sieht Matmour im Trainergeschäft. Nach einem Jahr beim Kehler FV, dem Verbandsligisten seines Wohnorts, darf der A-Lizenzinhaber einen Klub auf die Qualifikation zur afrikanischen Champions League vorbereiten. Danach strebt Matmour, der auch schon bei Lucien Favre in Nizza hospitiert hat, eine Trainerkarriere in Deutschland an.

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sh

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