Király, der Löwen-Held

kiraly
+
Fast im Alleingang sicherte der ehemalige Bundesliga-Keeper von Hertha BSC den Löwen den Einzug in die zweite Pokalrunde.

Paderborn - Zufrieden lächelnd stand Miki Stevic im Kabinentrakt des Paderborner Stadions. „Jetzt wisst ihr, warum ich einen Torwart geholt habe“, raunte der Löwen-Manager in die Reporterrunde.

Und erntete nach dieser Leistung des Ungarn keinerlei Widerspruch. „Überzeugend“ war als Prädikat noch untertrieben für Királys blaue Pflichtspielpremiere. Fast im Alleingang sicherte der ehemalige Bundesliga-Keeper von Hertha BSC den Löwen den Einzug in die zweite Pokalrunde. „Gabor hat uns im Spiel gehalten“, urteilte Trainer Ewald Lienen und lobte die Qualitäten des 33-Jährigen. Es könne eben schon mal entscheidend sein, einen Torwart drin zu haben, „der ein, zwei Unhaltbare rausfischt“.

Die Löwen in der Einzelkritik

fot

Vor allem die Parade in der 59. Minute, als Király einen wuchtigen Kopfball von Zedi aus dem rechten Winkel zauberte, ließ die Fans an ihrer Wahrnehmung zweifeln. Auch die der Löwen. Mit „GA-BOR KI-RÁLY!“-Sprechchören feierten sie ihren neuen Helden. Noch lauter als sie schon vor (!) dem Anpfiff Trainer Lienen hatten hochleben lassen.

Király nahm die Ovationen gelassen hin. Wie er überhaupt alles ziemlich gelassen hinzunehmen scheint. Mit seiner Bärenruhe beruhigte er im Spiel den anfangs hypernervösen José Holebas, mit seiner bärigen Bassstimme gab er am Sonntag Auskunft über seine Sicht der Löwendinge. Man solle nach einem Spiel „nichts übertreiben“, sagte Király, „das war eine normale Leistung.“ Es folgte eine Warnung: „Unsere Saison wird so schwer werden wie dieses Spiel in Paderborn.“ Was weitere Király-Glanztaten zwingend nötig macht.

Bilder vom Löwen-Sieg in Paderborn

foto

Motivation kann der Keeper dabei nicht nur aus der Perspektive Aufstieg ziehen, auch die WM 2010 in Südafrika ist ein realistisches Ziel bei derzeit vier Punkten Vorsprung auf Platz drei (Portugal) in der Qualifikations-Gruppe. Nationaltrainer Erwin Koeman hat Király für das Testländerspiel gegen Rumänien am 12. August nominiert, gut möglich, dass Gabor drei Jahre nach seinem vermeintlich letzten Länderspiel („Generationswechsel“) zwischen die Pfosten zurückkehrt. „Die Nationalmannschaft ist eine spezielle Sache“, sagt er, „egal ob ich als Putzfrau dabei bin, als Zeugwart oder als Torwart.“ Wir tippen mal auf Letzteres.

Ludwig Krammer

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

TSV 1860: Nach Stotterstart - Sportchef Gorenzel verteidigt Löwen-Coach Köllner
1860 München
TSV 1860: Nach Stotterstart - Sportchef Gorenzel verteidigt Löwen-Coach Köllner
TSV 1860: Nach Stotterstart - Sportchef Gorenzel verteidigt Löwen-Coach Köllner

Kommentare