Wechsel ist perfekt: Am Dienstag fuhr Lars nach Leverkusen

Bender ging mit Tränen

Lars Bender
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Lars Bender spielt ab sofort bei Bayer Leverkusen.

München - Die Trennung ging ihm nahe. Als sich Lars Bender am Dienstag Vormittag in der Kabine von seinen Mannschaftskollegen und Trainer Ewald Lienen verabschiedete, flossen ein paar Tränchen.

„Ja“, gab der 20-Jährige hinterher zu, „es ist schon etwas feucht in meinen Augen geworden.“ Aber Lienen rettete dann wieder mal mit seiner Ironie die Situation, bevor das Ganze in allzu großer Rührseligkeit ausgeartet wäre: „Ich habe den Lars gebeten, dass er, wenn er auch in Leverkusen einen Fehlpass in Richtung Eckfahne schlägt, dem Jupp Heynckes sagen soll, dass er das nicht bei mir gelernt hat…“

Leverkusen – die neue Heimat von Lars Bender. Unmittelbar nach seiner Verabschiedung verließ er das Trainingsgelände. In der rechten Hand eine Plastiktüte, in der linken seine Fußballschuhe. Ein paar Erinnerungsfotos mit den Fans, dann stieg Lars in sein Auto und fuhr rauf in den Fußball­westen. Dort, wo auch Zwillingsbruder Sven (bei Borussia Dortmund) inzwischen sein Geld verdient.

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Ein Jahr früher als ursprünglich geplant, geht der um ein paar Minuten ältere Bender jetzt also ebenfalls das Abenteuer Bundesliga an. In welcher Höhe sich der TSV 1860 den vorzeitigen Wechsel vergüten ließ, darüber wurde wie üblich Stillschweigen vereinbart. Geschäftsführer Manfred Stoffers erklärte lediglich, dass „ich in dem Wechsel den Nutzen für Lars und nicht zuletzt auch für uns als Klub sehe. Aber wie viele Löwen empfinde ich natürlich auch ein bisschen Wehmut.“

Am Montagabend hatte Bender erfahren, dass der Transfer perfekt ist. „Herr Stoffers hat es mir per SMS mitgeteilt“, sagte der Mittelfeldspieler, der natürlich zum Abschied nur lobende Worte für seinen Ex-Verein übrig hatte: „Ich bin 1860 sehr dankbar, dass ich hier schon als sehr junger Fußballer so viele Spiele machen durfte. Das hat sehr zu meiner Entwicklung beigetragen, ebenso wie die Tatsache, dass ich immer gespürt habe, wie sehr man mir vertraut.“

Deshalb verlasse er München „mit einer Mischung aus Traurigkeit, aber auch Vorfreude auf die neue Aufgabe in Leverkusen“. Wo es für ihn natürlich weitaus schwieriger sein wird, einen Stammplatz zu erkämpfen. Bender: „Ist doch klar, ich komme in Leverkusen in eine eingespielte Mannschaft. Aber eins ist sicher: Ich werde mich dort anbieten und zerreißen.“

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Und irgendwann hält er auch eine Rückkehr zu den Löwen für möglich. „Man soll nie Nie sagen“, schmunzelte er, „Benny Lauth und Daniel Bierofka haben schließlich auch den Weg hierher zurückgefunden.“

Claudius Mayer

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