Lienen droht Versagern mit der Ersatzbank

Ewald Lienen: „Wir werden unsere Lehren und Konsequenzen aus dem Spiel ziehen.“
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Ewald Lienen: „Wir werden unsere Lehren und Konsequenzen aus dem Spiel ziehen.“

München - Krisenstimmung bei den Löwen - Trainer Ewald Lienen ist stinksauer. Konsequenzen aus der 1:3-Pleite gegen Karlsruhe: Den Versagern droht Lienen mit der Ersatzbank: „Wir haben einen breiten Kader!“

Ewald Lienen war restlos bedient - die kühnen Aufstiegspläne des TSV 1860 München haben schon nach drei Spielen einen herben Dämpfer erhalten. Der Schock saß tief nach dem 1:3 (1:1) am

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Montagabend gegen Bundesliga-Absteiger Karlsruher SC: Drei Punkte und Tabellenplatz 13 sind nicht das, was sich die “Löwen“-Fans vom Saisonstart in der 2. Fußball-Bundesliga versprochen hatten. “Wir werden unsere Lehren und Konsequenzen aus dem Spiel ziehen“, kündigte ein aufgewühlter Lienen an. Erste Konsequenz: Einige Versager könnten sich im Auswärtsspiel am Freitag beim Tabellenletzten Rot Weiss Ahlen auf der Ersatzbank wiederfinden. “Wir haben einen breiten Kader“, betonte Lienen.

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Vor allem die “zwei Knackpunkte“ des Spiels erregten und ärgerten den 55-Jährigen. Nach dem Führungstor des US-Amerikaners Kenny Cooper (18. Minute) gestattete sein Team dem KSC im direkten Gegenzug den Gegenschlag durch Christian Timm (19.). “Das ist einfach lächerlich und unprofessionell“, schimpfte Lienen: “Nach dem 1:0 hatten wir das Spiel auf dem Tablett.“ Auch die zweite Chance, das Spiel in eine positive Richtung zu lenken, verschenkten die “Löwen“ vor 30 800 Zuschauern in der Allianz Arena. Benjamin Lauth schoss einen Elfmeter nach vermeintlichem Foul an ihm selbst an die Unterkante der Latte (40.). “Den Elfmeter so wegzugeben, war der zweite Knackpunkt. Das drückt auf die Moral“, meinte Lienen.

“Wenn ich den Elfmeter rein mache, führen wir 2:1. Dann geht das Spiel vielleicht anders aus“, erklärte der an den ersten beiden Spieltagen noch jeweils treffsichere Kapitän Lauth und ergänzte kleinlaut: “Mein Abend war es sicherlich nicht.“ Eher der von Markus Kauczinski: Der Interimscoach des KSC fuhr nach den Treffern von Gaetan Krebs (59.) und Sebastian Langkamp (72.) im ersten Spiel nach der Trennung von Cheftrainer Edmund Becker den ersten Saisonsieg für die Badener ein. “Es wäre fatal zu sagen, das ist jetzt mein Sieg“, sagte der 39-Jährige bescheiden. Er bleibe eine “Übergangslösung“, die Suche nach einem neuen Cheftrainer geht beim KSC weiter.

Auch Lienen fahndet weiterhin nach der Idealformation, die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei den “Löwen“ bleibt bestehen. Der Trainer benannte die Mängelliste von “Riesen-Ballverlusten“ über “undisziplinierte“ Aktionen in der Rückwärtsbewegung bis hin zur ideenlosen Offensive. “Unser Spiel nach vorne muss besser werden“, analysierte Lienen. Am besten schon im Auswärtsspiel bei den noch punktlosen Ahlenern. “Die Qualität in der Mannschaft ist da, aber wir müssen sie auch abrufen“, forderte Torwart Gabor Kiraly.

dpa

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