Lienen hat einen Spion in Karlsruhe

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Ewald Lienen geht vor dem Spiel gegen den KSC am Montag sicher und lässt die Badener im Training beobachten.

München - Dem Zufall will Ewald Lienen nun wirklich nichts überlassen. Dass der Karlsruher SC ausgerechnet vor dem Auftritt am Montag bei den Löwen seinen Trainer gefeuert hat, lässt den Löwen-Coach zu einer nicht gerade alltäglichen Maßnahme greifen.

Lienen hat einen Spion organisiert, der in diesen Tagen regelmäßig beim Training der Karlsruher am Wildpark vorbeischaut und beobachtet, was sich beim Bundesligaabsteiger nach der Entlassung von Ede Becker so alles geändert hat. „Normalerweise mache ich so was ja nicht“, erklärte Lienen, „aber wir wollen natürlich schon wissen, was jetzt in Karlsruhe so passiert“.

Wobei er das Ganze allerdings nicht zu hoch gehängt sehen will: „Es ist nur eine kleine Rückversicherung.“ Und wer ist jetzt der geheimnisvolle Mann, der ihn mit den Informationen versorgt? Lienen grinst: „Na, wer wohl? Der Ede Becker natürlich…“ Also, ganz so bierernst nimmt der Trainer die Geschichte wirklich nicht. Zumal ja ohnehin bis Montag schon wieder alles ganz anders sein kann. Derzeit trainiert Amateur-Coach Markus Kauczinski die Karlsruher Profis, aber möglicherweise sitzt gegen die Löwen schon ein „echter“ Nachfolger für Becker auf der Bank.

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Edgar Schmitt, Christian Wück und Rudi Bommer gelten als aussichtsreichste Kandidaten. Und dann wären die Spesen für Lienens Spion für die Katz’. Von einem allerdings könnten die Sechziger profitieren: von der enormen Unruhe rund um den KSC. So hatte der Verwaltungsrat der Entlassung von Becker zunächst nicht zugestimmt. Der Politiker Paul Metzger aus diesem Gremium meinte: „Die Entscheidung ist von Hektik geprägt. Für Becker hätte es Bewährung bis zum Spiel in München geben müssen.“

Einer, der das ganze Tohuwabohu bei seinem Verein besonders aufmerksam verfolgt, ist Rolf Kahn. Der Vater von Oliver Kahn wird am 12. Oktober als Präsident kandidieren, und seine Aussichten erscheinen – angesichts des Chaos unter der jetzigen Führung – alles andere als schlecht. „Ich will jetzt allerdings keinen Kommentar zu den derzeitigen Vorkommnissen beim KSC abgeben“, sagte der 65-jährige Ex-Bundesligaspieler der tz, „das könnte falsch aufgefasst werden. Klar ist, dass ich Präsident werden will. Wegen der Verhaltensweise der Vereinsführung in der letzten Saison.“ In der stieg man ab. In München wird Kahn am Montag auch nicht erscheinen: „Ich schaue mir das Spiel im Fernsehen an.“

Claudius Mayer

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