Bender wird intern ersetzt – auch Rösler ein Kandidat

Lienen schwenkt ein: Einkaufstour beendet!

bender rösler
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Der eine geht nach Leverkusen, der andere hofft auf eine neue Chance bei 1860: Lars Bender im Trainingszweikampf mit Sascha Rösler.

München - Die Dissonanzen waren nicht zu überhören.

Während 1860-Trainer Ewald Lienen beim Thema Bender-Wechsel nach Leverkusen selten den Zusatz vergaß, man werde sich um eine externe Lösung kümmern („Wir sind uns einig, dass wir Ersatz holen, falls Lars wechselt“), plädierte Manager Miki Stevic stets für eine Kompensation aus den eigenen Reihen (Camdal, Rösler, Beda).

Nun steht fest: Es wird keine externe Lösung geben. „Wir haben die gemeinsame Position, dass wir niemanden mehr dazuholen werden“, sagte Lienen am Montag zur tz. Am Sonntag hatte Stevic verfügt, es bringe jetzt nichts, „viel Geld für Durchschnittsspieler auszugeben, wenn es auch interne Lösungen gibt.“

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Der Trainer ist also, um es freundlich auszudrücken, eingeschwenkt auf die Linie des Managers. Die blaue Einkaufstour ist beendet. Als Doppel-Sechs werden künftig also der erfahrene Florin Lovin (27) und das serbische Talent Aleksandar Ignjovski (18) agieren. Mit Tarik Camdal (18) habe man ein weiteres Talent im Kader , „das von hinten anschiebt“ (Lienen) und dann gebe es ja auch noch Sascha Rösler und Mathieu Beda , „die das ebenfalls spielen können“, auch wenn sie „keine gelernten“ defensiven Mittelfeldspieler seien.

Rösler wird’s gerne hören. „Bei Borussia Mönchengladbach habe ich in der Aufstiegssaison auch schon einige Male als Sechser neben Patrick Paauwe gespielt“, erzählt der 31-Jährige. Die Doppel-Sechs als Chance? Offensiv gibt es für Rösler seit der Verpflichtung von Kenny Cooper als zweite Spitze schließlich keinen festen Posten mehr; beim 1:2 in Rostock am Samstag musste sich der Schwabe mit der Rolle des Zuschauers und Warmmachers begnügen.

„Natürlich ist das bitter zurzeit“, sagt Rösler. „Das System ist sicher nicht optimal für mich.“ Aufgeben kommt trotzdem nicht infrage. „Ich werde weiter auf meine Chance hinarbeiten und Egoismen hintanstellen, wie sich das in einem Team gehört. Klar hoffe ich, dass ich vielleicht den zweiten Sechser neben Lovin spielen kann.“

Abwarten und Gas geben heißt die Devise – auch bei Mathieu Beda. Der Südfranzose, in seiner ersten 1860-Saison mit lethargischen Auftritten zum roten Tuch bei den Fans aufgestiegen, bekommt von Lienen eine goldene Brücke gebaut: „Mathieu ist herzlich willkommen, sich anzubieten. Ich gehe davon aus, dass er sich hier reinhauen wird.“

Nicht reinhauen bei 1860 wird sich dagegen Sascha Dum. Die Gerüchte um einen Wechsel des Leverkusener Reserve-Linksaußen zu den Löwen haben sich nicht erhärtet. Dums Berater Christoph Leutrum sagte der tz am Montag : „Da ist nix dran.“ Als Dums favorisiertes Ziel gilt der MSV Duisburg.

Ludwig Krammer

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