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Maurer droht den Versagern vom Kiez

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Trainer Reiner Maurer droht seinen Spielern mit einer Verschnaufpause © sampics

Hamburg - Der TSV 1860 schenkt beim FC St. Pauli in acht Minuten eine Zwei-Tore-Führung her. Trainer Reiner Maurer ist wütend und droht den Versagern mit Konsequenzen.

Wie hatte Reiner Maurer am Freitag vor dem Spiel beim FC St. Pauli noch geunkt: „Meine Mannschaft ist auswärts wie eine Wundertüte.“

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tatsächlich, einen 2:0-Vorsprung innerhalb von nur acht Minuten in einen 2:3-Rückstand zu verwandeln. Am Ende hieß es 2:4, die große Chance, auf Tabellenplatz zwei vorzustoßen, war zunichte gemacht. Nichts Neues bei den Blauen. Wenn der Sprung möglich ist, wird zuverlässig versagt. Quasi Naturgesetz.

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Der Grund am Sonntag: die Defensive. Zwei Kontertore fingen sich die Sechziger ein, das eine sogar nach einer eigenen Ecke. Stets stand die Löwen-„Abwehr“ brav Spalier, genauso wie bei den anderen Treffern, vor denen sich die Hamburger so lange den Ball zukicken durften, bis ein Kollege freistehend vollenden konnte. „Das war die beschissenste Halbzeit, die wir je erlebt haben. Solche Fehler dürfen keiner Mannschaft in der Zweiten Liga passieren.“, bemerkte Daniel Halfar konsterniert. „Wir haben uns total abschlachten lassen“, sagte Kevin Volland. Die viertmeisten Gegentore (zwölf in sieben Spielen) sprechen Bände.

Auch Reiner Maurer war fassungslos. „Wir haben uns hier selber um den verdienten Lohn gebracht“, schimpfte der Trainer und dann ging’s ans Eingemachte. Ohne den Namen zu nennen, ließ der Allgäuer kein gutes Haar an Arne Feick. Der Verteidiger hatte nach einer abgewehrten Ecke den Ball direkt in die Füße des Hamburgers Boll geschlagen, dann ging’s ruckzuck: Bartels auf Schachten: 2:2. „Solche Situationen haben wir schon hundertmal angesprochen“, ärgerte sich Maurer. „Dieser Fehler in der Mitte nach einem eigenen Eckball war unverzeihlich. Da schießt der Abwehrspieler genau in den Pulk rein und anschließend bekommen wir den Konter. Da spielen wir gute fünfzig Minuten, dann fällt das 1:2, und wir verlieren völlig den Faden.“

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Dabei hatten die Löwen dem FC St. Pauli zweimal kalt erwischt. Lauths Elfmetertreffer kurz vor der Pause, dann ein Eigentor von Paulis Schindler kurz nach dem Wechsel. Aber anstatt die Niedergeschlagenheit auszunutzen, bauten die Löwen den Gegner auf.

In der ersten Halbzeit hatte die Leistung durchaus noch gestimmt, sogar nach dem 2:4-Rückstand wäre noch was gegangen. „Selbst da hatten wir noch vier gute Chancen“, meinte Maurer. Der kränkelnde Benny Lauth war da längst schon ausgewechselt. Auch der Stürmer konnte nur schwer nachvollziehen, was an diesem Nachmittag passiert war: „Es ist unerklärlich. Wir haben uns selbst geschlagen. Da hast du das Spiel im Griff und dann wird alles kaputtgemacht.“

Sie sind halt nicht ganz dicht, die Löwen. Zumindest auf dem Platz. Maurers Drohung: „Wir haben genügend Personal zur Verfügung, um dem ein oder anderen mal eine geistige Verschnaufpause zu gönnen.“

mc, kl, klu

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