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Löwen feuern Winkler schweren Herzens

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München - Der TSV 1860 hat Bernhard Winkler schweren Herzens gefeuert. Die tz erreichte den bisherigen Trainer der Amateure am Telefon. Sein vorläufiger Nachfolger steht fest.

Am Mittwochmittag teilte Geschäftsführer Robert Schäfer im Beisein von Sportchef Florian Hinterberger dem U23-Trainer mit, dass er beurlaubt sei. Grund waren Winklers Aussagen nach der 0:7-Heimniederlage der kleinen Löwen am vergangenen Spieltag gegen Hoffenheim II. Er hatte sich öffentlich darüber beschwert, dass er in der Regionalliga Spieler einsetzen müsse, die ihm von der sportlichen Leitung vorgeschrieben würden. Sogar auf der vereinseigenen Homepage wurde Winklers Kritik vermeldet.

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Und nachdem der 45-Jährige bei einer sogenannten Krisensitzung am Dienstag mit Schäfer und Hinterberger von seiner Meinung nicht abgewichen war, blieb der Vereinsführung keine andere Wahl. Schäfer: „Auch hier wurde klar, dass es zwischen Winkler und der sportlichen Führung grundsätzlich andere Vorstellungen über die Arbeit mit der U23 gibt, was er am Tag zuvor auch gegenüber Journalisten zum ausdruck gebracht hatte. Er hat unser System der Jugendförderung verantwortlich für die 0:7-Niederlage gemacht, und da gab es keine andere Konsequenz als ihn zu beurlauben.“ Auch Cheftrainer Reiner Maurer hatten Winklers Aussagen überhaupt nicht gepasst.“

An Winklers Stelle übernimmt jetzt einmal mehr Klaus Koschlik die Regionalligamannschaft. „Bis auf weiteres“, wie Schäfer hinzufügte. Der langjährige Co-Trainer ist schon öfters als Chef eingesprungen, am Samstag in Worms erneut.

Die tz erreichte Winkler am Mittwoch zu Hause in Bad Feilnbach. Auf die Frage, wie er die Beurlaubung hinnehme, antwortete Winkler: „Der Verein hat so entschieden und damit ist das okay.“ Bereut er, dass er nicht noch eingelenkt hat? „Nein“, sagte er, „ich habe mir überhaupt nichts vorzuwerfen.“ Schäfer dazu: „Wir haben grundsätzlich eine andere Vorstellung von der Jugendförderung als Winkler, und dass er das jetzt nicht mittragen wollte, war neu für uns.“

Wobei dem Geschäftsführer die Trennung schon leid tut: „Ich schätze Winkler als Menschen und ich mag ihn auch sehr. Und natürlich hat er sich auch als Spieler große Verdienste um den Verein gemacht. Er war hier Aufstiegsheld und während seiner Jahre in der Bundesliga sehr erfolgreich als Stürmer. Aber wir müssen das Hier und Jetzt bewerten. Und da blieb uns eben keine andere Alternative.“

Claudius Mayer

Das ist Bernhard Winkler

Bernhard Winkler wurde am 24. Juni 1966 in Würzburg ­geboren. 1991 wurde er mit dem 1. FC Kaiserslautern Deutscher Meister, von 1993 bis 2002 stand er beim TSV 1860 unter Vertrag. Mit 17 ­Toren hatte er 1994 großen Anteil am Aufstieg der Löwen in die erste Liga, in der er dann 63 Treffer erzielte. Damit ist er zweiterfolgreichster Bundes­ligatorschütze des TSV 1860 nach Rudi Brunnenmeier (66).

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