Löwen-Machtkampf spitzt sich zu: Wir klären auf

+
Partner und Gegenspieler: Hamada Iraki und Hasan Ismaik (l.), daneben Franz Maget

München -  Die Klubpolitik des TSV 1860 ist zum Leidwesen der Fans spannender als der Sport. Doch die Lage ist unübersichtlich. Wer will was? Warum? Und auf wem lastet der größte Druck? Wir klären auf.

Die Klubpolitik ist bei 1860 zum Leidwesen der Fans spannender als der Sport. Der Machtkampf zwischen den KGaA-Gesellschaftern tobt unvermindert, er hat sich entgegen der Friedensbekundungen des Wochenendes sogar zugespitzt.

Schleudersitz 1860: Welche (Ex-) Funktionäre der vergangenen sieben Jahre kennen Sie?

Bilder

Da die Sachlage nicht ganz einfach ist, haben wir uns entschieden, das Ganze anhand der maßgeblichen Löwen aufzudröseln. Wer will was? Warum? Und auf wem lastet der größte Druck? Manege frei!

Franz Maget: Der Vizepräsident ist derzeit der wichtigste e.V.-Vertreter. Er kümmert sich um die Finanzamt-Problematik in Sachen Nachwuchsleistungszentrum (NLZ). Wie berichtet droht dem Verein rückwirkend der Verlust der Gemeinnützigkeit in den Jahren 2004 bis 2008 – gefolgt von möglichen Rückzahlungsforderungen seitens der Zuschussgeber, die den e.V. schlimmstenfalls in die Insolvenz treiben könnten. Der Grund: (Miet)zahlungen der KGaA an den e.V. könnten von der Steuerbehörde als verdeckte Gewinnausschüttung gewertet werden. Maget und KGaA-Geschäftsführer Robert Schäfer haben dem Finanzamt vor sechs Wochen eine mögliche Lösung präsentiert. Kernpunkt: Das NLZ soll in den e.V. zurückgeführt werden. Doch nun gibt es eine Wendung…

Hamada Iraki: Der Münchner Statthalter des Investors Hasan Ismaik knüpft seine Zustimmung zum Rückführungsplan an Bedingungen. Er will ein Gesamtpaket. Darin enthalten sind u.a. die Streichung des präsidialen Weisungsrechts an KGaA-Geschäftsführer Schäfer (was die DFL in puncto 50+1-Regel auf den Plan rufen könnte), die Zustimmung zum Investitionsmodell (zinsloses Darlehen, Rückzahlung aus Gewinnen) sowie die Abtretung der Fanartikel-GmbH an die KGaA. Forderungen, die im e.V. als „Erpressung“ gewertet werden, zumal sich Iraki vor zwei Wochen in einem Schreiben an mehrere Zeitungen explizit über die Geduld des Finanzamts wunderte. Zwischen sämtlichen Stühlen sitzt deshalb nun…

Robert Schäfer: Der KGaA-Geschäftsführer verweigert seit Irakis Druckerhöhung die Zustimmung zum Lösungsplan mit dem Finanzamt. Iraki soll Schäfer bereits mit einer Klage gedroht haben, angeblich würde die KGaA einen finanziellen Schaden erleiden, sollte das NLZ in den e.V. zurückgeführt werden. Über das Weisungsrecht könnte das Präsidium Schäfer zur Zustimmung zwingen. „Notfalls“, so ist es aus dem Verein zu hören, „würde man das Ganze auch gegen den Willen des Investors durchsetzen“. Am Montag trafen sich Maget, Schäfer und ein Steuerberater mit Vertretern des Finanzamts, um alternative Lösungsmöglichkeiten zu erörtern und guten Willen zu demonstrieren. Scheitern werde die Ehe zwischen 1860 und Ismaik an den Problemen nicht, versichern beide Seiten. Spannend bleibt’s dennoch.

lk

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

TSV 1860 tritt auf der Stelle:  Köllner erwartet Reaktion - Präsident Reisinger zitiert Uli Hoeneß
1860 München
TSV 1860 tritt auf der Stelle: Köllner erwartet Reaktion - Präsident Reisinger zitiert Uli Hoeneß
TSV 1860 tritt auf der Stelle: Köllner erwartet Reaktion - Präsident Reisinger zitiert Uli Hoeneß

Kommentare