Entscheidung über 1860-Rettung zieht sich hin

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Das Archivfoto zeigt Geschäftsführer Robert Schäfer und Präsident Dieter Schneider beim Bayern-Besuch an der Säbener Straße - die 1860-Sanierer setzen derzeit die Einzelteile zusammen

München - Die Rettung von 1860 wird zum Krimi. Präsident Dieter Schneider und sein Team setzen derzeit die sechs Rettungs-Teile zusammen. Die tz erklärt, worauf es ankommt.

"Grüß Gott, können wir’s kurz machen? Ich hab’ noch etliche Telefonate und Termine vor mir. Die Zeit drängt" Da will man Dieter Schneider nicht widersprechen am Handy. Der 1860-Präsident kämpft gemeinsam mit Geschäftsführer Robert Schäfer und Aufsichtsratschef Otto Steiner um das Überleben der Löwen im Profifußball.

Und auch wenn noch eine ganze Reihe von Unterschriften fehlen, Schneider und Co. glauben nach wie vor an ein Happy End. „Eigentlich wollen wir am Donnerstag so weit sein, dass das Rettungskonzept steht. Mit allen nötigen Zusagen. Aber wenn’s nötig ist, werden wir bis Freitag kämpfen“, sagte Schneider am Mittwoch zur tz. „Die schönsten Siege sind doch die, die man in der Nachspielzeit erringt.“ Diese Nachspielzeit könnte sogar bis Montag dauern.

Aufsichtsratssitzung bei 1860: Die Bilder

Vor der Aufsichtsratssitzung am Montagabend zeigte sich 1860-Präsident Dieter Schneider guter Laune - doch der Kaffee, den er sich mitnahm, deutete schon darauf hin, dass es ein langer Abend werden würde. © Fishing4
Vor der Aufsichtsratssitzung am Montagabend zeigte sich 1860-Präsident Dieter Schneider guter Laune - doch der Kaffee, den er sich mitnahm, deutete schon darauf hin, dass es ein langer Abend werden würde. © Fishing4
Vor der Aufsichtsratssitzung am Montagabend zeigte sich 1860-Präsident Dieter Schneider guter Laune - doch der Kaffee, den er sich mitnahm, deutete schon darauf hin, dass es ein langer Abend werden würde. © Fishing4
Vor der Aufsichtsratssitzung am Montagabend zeigte sich 1860-Präsident Dieter Schneider guter Laune - doch der Kaffee, den er sich mitnahm, deutete schon darauf hin, dass es ein langer Abend werden würde. © Fishing4
Vor der Aufsichtsratssitzung am Montagabend zeigte sich 1860-Präsident Dieter Schneider guter Laune - doch der Kaffee, den er sich mitnahm, deutete schon darauf hin, dass es ein langer Abend werden würde. © Fishing4
Vor der Aufsichtsratssitzung am Montagabend zeigte sich 1860-Präsident Dieter Schneider guter Laune - doch der Kaffee, den er sich mitnahm, deutete schon darauf hin, dass es ein langer Abend werden würde. © Fishing4
Vor der Aufsichtsratssitzung am Montagabend zeigte sich 1860-Präsident Dieter Schneider guter Laune - doch der Kaffee, den er sich mitnahm, deutete schon darauf hin, dass es ein langer Abend werden würde. © Fishing4
Vor der Aufsichtsratssitzung am Montagabend zeigte sich 1860-Präsident Dieter Schneider guter Laune - doch der Kaffee, den er sich mitnahm, deutete schon darauf hin, dass es ein langer Abend werden würde. © Fishing4
Vor der Aufsichtsratssitzung am Montagabend zeigte sich 1860-Präsident Dieter Schneider guter Laune - doch der Kaffee, den er sich mitnahm, deutete schon darauf hin, dass es ein langer Abend werden würde. © Fishing4
Vor der Aufsichtsratssitzung am Montagabend zeigte sich 1860-Präsident Dieter Schneider guter Laune - doch der Kaffee, den er sich mitnahm, deutete schon darauf hin, dass es ein langer Abend werden würde. © Fishing4
Vor der Aufsichtsratssitzung am Montagabend zeigte sich 1860-Präsident Dieter Schneider guter Laune - doch der Kaffee, den er sich mitnahm, deutete schon darauf hin, dass es ein langer Abend werden würde. © Fishing4
Vor der Aufsichtsratssitzung am Montagabend zeigte sich 1860-Präsident Dieter Schneider guter Laune - doch der Kaffee, den er sich mitnahm, deutete schon darauf hin, dass es ein langer Abend werden würde. © Fishing4
Weitere Bilder folgen. © Fishing4
KGaA-Aufsichtsratschef Otto Steiner © Fishing4
KGaA-Aufsichtsratschef Otto Steiner © Fishing4
KGaA-Aufsichtsratschef Otto Steiner © Fishing4
KGaA-Aufsichtsratschef Otto Steiner © Fishing4
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Vize Franz Maget © Fishing4
Vize Franz Maget © Fishing4
Geschäftsführer Robert Schäfer © Fishing4
Geschäftsführer Robert Schäfer © Fishing4
Geschäftsführer Robert Schäfer © Fishing4
Geschäftsführer Robert Schäfer © Fishing4
Geschäftsführer Robert Schäfer © Fishing4
Geschäftsführer Robert Schäfer © Fishing4
Sieht dick aus, diese Unterlagen-Mappe © Fishing4
Und dann wurde getagt ... © Fishing4
Hoffentlich mit positivem Ergebnis © Fishing4
Hier brannte noch lange Licht © Fishing4

Aufgeben kommt für den 63-jährigen Unternehmer nicht infrage, solange eine Lösung möglich ist. „Die weiße Fahne“, sagt er, „liegt noch tief in der Schublade.“ Gelingt es den Löwen, das „Rettungspuzzle“ (Schneider) zusammenzusetzen? Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Acht Millionen Euro an neuen Darlehen werden benötigt, um die laufenden Kosten für diese und nächste Saison decken zu können. Dazu laut SZ „noch zwei Millionen, um überhaupt damit beginnen zu können, den alten Schuldenberg in Höhe von nunmehr 14 Millionen Euro abzutragen“. Welche Bank macht den ersten Schritt? Die Rettung wird zum Krimi.

Die sechs Rettungsteile

Stadtsparkasse

Im ursprünglichen Rettungsplan sollte die Münchner Stadtsparkasse den Löwen beispringen, um Altschulden zu tilgen. Das klappte nicht. Bayern-Manager Uli Hoeneß warf OB und Sparkassen-Verwaltungsratschef Christian Ude daraufhin vor, die Lösung „blockiert“ zu haben – was der empört zurückwies. Eine Kreditgewährung für die Begleichung von Altschulden sei unzulässig, man könne über eine Sparkassen-Finanzierung neu reden, wenn vorher alle Probleme mit den Gläubigern (also auch dem FC Bayern) geklärt seien, so Ude. Problem: Stadtsparkasse und BayernLB müssen bestimmte Grenzen bei der Kreditvergabe beachten, damit keine verbotene Staatsbeihilfe vorliegt. Stadtsparkassen-Chef Harald Strötgen war für eine Stellungnahme am Mittwoch nicht erreichbar.

Bayerische Landesbank

Der erste Plan klang einfach: „Wir hätten der Landesbank die acht Millionen Euro für zwei Prozent Zinsen zur Verfügung gestellt und die Landesbank hätte das Geld dann für vier Prozent an die Löwen weiterverleihen können“, verriet FCB-Präsident Uli Hoeneß. Gescheitert sei der Plan am Veto der Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA), die den Kredit mit einer Bürgschaft stützen sollte. Das Wirtschaftsministerium erklärte, dass die Förderung des Profisports „nicht mit der Aufgabenstellung und dem Förderauftrag der LfA vereinbar“ sei. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) leitet den LfA-Verwaltungsrat. 

LfA-Förderbank

„Unser Engagement gilt Unternehmen, die unverschuldet in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind“, heißt es auf der Homepage der LfA. 2010 hat die Förderbank 6400 Firmen in Bayern zinsgünstige Kredite in Höhe von insgesamt 1,7 Milliarden Euro gewährt. Gegen ein Engagement bei 1860 spricht sich vor allem die FDP aus. Die „jahrzehntelange Misswirtschaft“ der Löwen dürfe nicht an den Steuerzahlern hängenbleiben, sagte der Landtagsabgeordnete Xaver Kirschner. Auch am vergangenen Freitag beim Krisengipfel am Flughafen soll die LfA eine Bürgschaft abgelehnt haben. Diesmal mit Verweis auf die EU-Satzung.


Privatbank(en)

Am vergangenen Donnerstag schien die Rettung der Löwen plötzlich wieder ganz nah. Von einer namhaften privaten Geschäftsbank war die Rede, die die Koordination des gesamten Rettungspaketes übernehmen und gemeinsam mit einem oder mehreren Investor(en) sowie den öffentlichen Banken für eine Lösung sorgen würde. „Ich will nicht zu optimistisch sein, aber inzwischen schaut unsere Lage schon wieder etwas besser aus“, ließ sich Löwen-Boss Dieter Schneider zitieren. Doch tags darauf beim großen 1860-Krisengipfel am Münchner Flughafen mit Abgesandten von sämtlichen Rettungs-Beteiligten (insgesamt 24 Personen) blieb der ersehnte Durchbruch aus. Laut SZ konnte man sich schlicht „nicht auf die Details der geplanten Konsortiallösung einigen“. Die renommierte Privatbank soll die Schuld auf die allzu defensive Haltung von Stadtsparkasse, BayernLB und LfA geschoben haben, dazu soll ein heftiger Streit über die letzten, noch nicht verpfändeten Sicherheiten der Löwen entbrannt sein – etwa um die TV-Erlöse der kommenden Zweitliga-Saison.

Investor(en)

Eigentlich war der Einstieg eines Investors erst für die Zeit nach der Sicherung des operativen Geschäfts geplant. Doch in der Not könnte es nun doch zu einem kurzfristigen Verkauf von 1860-KGaA-Anteilen kommen. Die tz hatte vergangene Woche über die drei Optionen berichtet, die zur Verfügung stehen sollen: eine spanische, eine arabische und eine deutsche Variante. Der spanische Vermarkter ASAP-Sport scheidet nach tz-Informationen aus. Laut SZ könnte es auf arabische Investoren hinauslaufen, die angeblich sofort zwölf Millionen Euro bereitstellen wollen. Der Kontakt soll über eine Münchner Bank laufen.

Altgläubiger

Insgesamt sollen sich die Altschulden der Löwen auf 14 Millionen Euro belaufen. Mit Stundungen und Teilverzichten will 1860 diese Last in den Griff bekommen. An eine Bank, der die Löwen drei Millionen Euro schulden, sollen KGaA-Anteile verpfändet werden, der FC Bayern (gut zwei Millionen Euro) soll einer zinslosen Stundung bereits zugestimmt haben. Bayern-Aufsichtsratschef Uli Hoeneß macht aus seinem Eigeninteresse an einem gesunden, zahlungsfähigen Arena-Mieter 1860 keinen Hehl. Zwei bis drei Millionen Euro weniger Mieteinnahmen, Probleme mit den Logenmietern, denen noch für vier Jahre je 40 Saisonspiele garantiert sind und das Geld von ­Namensgeber Allianz stünden bei einer Insolvenz zur Disposition.

lk.

 

 

Quelle: tz

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