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Löwen verpflichten „Radi“

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„Radi“ soll der Löwen-Abwehr neue Stabilität verleihen. © sampics

München - Um 13.45 Uhr öffnete sich ein Fenster im dritten Stock der Löwen-Geschäftsstelle. Heraus schauten PR-Mitarbeiterin Claudia Leupold und Geschäftsführer Manfred Stoffers.

„Wir sind noch in den Presswehen, aber es ist gleich so weit“, rief Stoffers den wartenden Journalisten zu. Gemeint war natürlich nicht Leupold (die hat ihre Familienplanung nach dem zweiten Kind abgeschlossen), gemeint war Radhouéne Felhi (25), der neue Abwehrchef des TSV 1860.

Um 15 Uhr, nach zweitägigem Verhandlungsmarathon mit Felhis tunesischem Spitzenklub ES Sahel, war der Transfer schließlich perfekt. Der 19-fache Nationalspieler Tunesiens (zwei Tore) wechselt auf Leihbasis für ein Jahr zu den Löwen, danach bestehe die „Option auf eine langfristige Vertragsbindung“, teilte der TSV 1860 mit.

Der neue Abwehrchef ist da!

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„Felhi wird unserer Abwehr mit seiner Zweikampf- und Kopfballstärke mehr Stabilität verleihen und mit seiner guten Technik unseren Spielaufbau verbessern“, verkündete Löwen-Manager Miki Stevic, der am Mittwoch in Serbien auf Spielersichtung weilte. Trainer Ewald Lienen freut sich auf einen Innenverteidiger, der „gute Aggressivität, sehr große Kopfballstärke – defensiv wie offensiv – und Ballfertigkeit vereint. Tunesischer Nationalspieler wird man nicht, wenn man in den Ball beißt“, ließ Lienen augenzwinkernd wissen.

Bei diesem Satz, den 1860-Co-Trainer Abder Ramdane sogleich ins Französische übersetzte, musste auch Felhi lachen. Überhaupt scheint der von Ex-Freiburg-Profi Zoubaier Baya empfohlene, streng gläubige 1,87-Meter-Schlacks ein humorvoller Zeitgenosse zu sein. Auf die Frage, welcher Spitzname ihm den lieber sei, „Radi“ als Verkürzung von Radhouéne oder „Kaiser“ wegen seiner künftigen Rückennummer 5, kam ein vergnügtes „beides okay“, ehe sich Felhi selbst zur Bescheidenheit mahnte: „Ich muss noch viel leisten, bis ich ein kleiner Kaiser werde.“

Ein bisserl was hat er schon vom jungen Franz. Das gute Aussehen („Ich bin noch Single“), das freie Parlieren in diversen Sprachen (Englisch, Französisch, bald auch Deutsch) und – wichtig für die oft konfusen Löwen – die Fähigkeit, das Spiel zu eröffnen. „Er ist eine Führungspersönlichkeit, ein Musterprofi“, sagt sein Freund und Nationalmannschafts-Kollege Sami Allagui von Greuther Fürth. Und: „Es ist extrem schwer, gegen ihn zu spielen. Ich würde ihm ohne Weiteres auch die Bundesliga zutrauen.“ Dort will Felhi auch hin. Wenn’s geht, mit den Löwen. „Ich will dem Team weiterhelfen und auch selbst weiterkommen“, sagt er. „Ich hätte anderswo mehr Geld verdienen können, aber Geld ist nicht meine Priorität im Moment. Ich will mich entwickeln, dann kommt das Geld von ganz alleine.“ Profihafte Einstellung.

Ludwig Krammer (tz)

Wer könnte noch kommen? Die aktuelle Transferbörse der Löwen

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