Löwen wollen zurück zum Sport

München - Die Löwen wollen künftig „hinter verschlossenen Türen“ streiten und die Bühne den Fußballern überlassen. Mannschaftsintern gibt es zu vermelden: Ein weiterer Spieler hat jetzt einen Stammplatz.

Soll keiner behaupten, Dieter Schneider sei ein bayerischer Sturkopf, der sich nichts sagen lässt. Den Gegenbeweis hielt er am Freitag in den Händen, nach dem 1:0-Erfolg seines TSV 1860 beim FC Ingolstadt.

Erst kramte der Löwen-Präsident die lungenschonende E-Zigarette aus der Hosentasche, zu der ihm die Ärzte mit Rücksicht auf seine angegriffene Gesundheit geraten haben. Danach griff er in die Manteltasche und drückte eine Halstablette aus der Verpackung. „Ich schlucke und lutsche alles, was mir meine Frau einsteckt“, sagte der erkältete Oberlöwe und machte deutlich, dass er auch für seinen Verein nur das Beste im Sinn hat. Das Beste aus Schneiders Sicht sind erkämpfte Siege wie am Freitag – und Funktionäre, die sich im Hintergrund halten. „Es tut gut, dass wieder das Sportliche im Vordergrund steht“, sagte er und appellierte an alle Streithansel in Verein, KGaA und an der Investorenfront, dass das so bleiben möge – wohlwissend, dass ihn seine Gegenspieler nicht hören würden. Robert Schäfer ist noch bis morgen im Urlaub, auch Hasan Ismaik und Hamada Iraki wurden in Ingolstadt nicht gesehen.

1860 mit Derby-Sieg: Note 2 für zwei Spieler

1860 mit Derby-Sieg: Note 2 für zwei Spieler

Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © M.I.S.
Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © ap
Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © ap
Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © ap
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Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © dpa
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Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © M.I.S.
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Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © sampics
Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © M.I.S.
Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © dpa
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Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © M.I.S.
Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © ap
Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © ap
Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © ap
Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © dpa
Dank eines Treffers von Djordje Rakic sichern die Löwen beim Derby gegen den FC Ingolstadt drei Punkte. Die Bilder zum Spiel. © M.I.S.
Aigner: Giftig und trickreich, baute im zweiten Durchgang ab. Note: 3- © getty
Aygün: Der Routinier verlieh der Defensive sofort Stabilität. In der Luft kaum zu bezwingen. Note: 2 © getty
Benjamin ab 68.: ohne Bewertung © getty
Bierofka: Zweikampfstark, dynamisch, mit dem Auge für die Situation. Nach einer fragwürdigen gelben Karte im nächsten Spiel gesperrt. Note: 3+ © getty
Bülow: Passabel. Erlaubte sich allerdings einige gefährliche Fehlpässe. Note: 4+ © getty
Feick: Konzentriert, engagiert. Hatte Buchner und Caiuby meist im Griff. Note: 3- © getty
Király: Souverän, ohne groß gefordert zu werden. Von Akaichi im ersten Durchgang beinahe umgerannt. Note: 3 © getty
Lauth: Für seine Verhältnisse viel unterwegs, vergab die Riesenchance zum 2:0. Note: 3 © getty
Rakic: Machte das Beste aus seiner Linksaußen-Position. Kluge Pässe, ein wunderschönes Tor. Mann des Abends. Note: 2+ © getty
Rukavina: Der Serbe endlich mal mit gelungenen Vorstößen. Bediente Landsmann Rakic vor dem 1:0. Note: 3 © getty
Schäffler ab 85.: ohne Bewertung © getty
Stahl ab 67.: ohne Bewertung © getty
Volland: Eifrig, aber nicht immer mit den optimalen Laufwegen. Von Buchner schwer gefoult. Note: 3- © getty
Schindler: Ließ nichts anbrennen, im Aufbau manchmal unnötig hektisch. Note: 3

War vielleicht auch besser so, denn jede öffentliche Konfrontation würde für neue Negativschlagzeilen sorgen. Die Turbulenzen der vergangenen Woche, angefangen mit Schneiders Geschäftsführer-Schelte bei der Delegiertenversammlung, über den Wutbrief von Ismaik-Freund Iraki bis hin zum Volksaufstand in Ingolstadt („Schäfer raus“, „Augen auf, DFL“), werfen ein schlechtes Licht auf den Verein. „Ich verstehe die Sorge der Fans, dass das hier in die falsche Richtung laufen könnte“, sagte Schneider zum Hilferuf des Anhangs. „Aber ab sofort sollten wir das Thema wieder hinter verschlossenen Türen behandeln.“

Abseits der Öffentlichkeit, das stellte sich am Freitag wieder heraus, entstehen oft die positivsten Geschichten. Zum Beispiel jene von Sandro Kaiser und Djordje Rakic, die das Siegtor in Ingolstadt eng umschlungen feierten, der eine als spontaner Bankdrücker (Kaiser), der andere, Rakic, als überzeugender Not-Linksaußen. Kaisers ehrliche Selbsteinschätzung, nicht fit genug für ein forderndes Derby zu sein, hatte es überhaupt erst möglich gemacht, dass Rakic hinterher mit Sprechchören gefeiert wurde. „Der Sandro hat eine halbe Stunde vor dem Anpfiff gesagt, dass er sich nicht in der Lage fühlt zu spielen“, berichtete Trainer Reiner Maurer. Aber: „Mir ist es lieber, einer kommt vorher, als dass ich im Spiel nicht auf ihn bauen kann. Ich hatte schließlich extra darauf hingewiesen, dass das ein Derby ist, in dem wir nur mit 100 Prozent Einsatz bestehen werden.“

Zum Glück für Maurer ist die Schmerztoleranz bei seinen Profis unterschiedlich ausgeprägt. Ein Extralob erhielt daher Rückenpatient Rakic, den der Trainer schon abgeschrieben hatte, der aber in der Not einsprang – und sich dann mustergültig ins Spiel hineinbiss. „Anfangs hatte er große Probleme auf der linken Seite, die nicht seine Idealposition ist, aber sein Tor hat ihn dann unheimlich beflügelt“, sagte Maurer. „Am Ende ist er länger drin geblieben als geplant.“ Rakic hat nun erstmals in dieser Saison einen Stammplatz. Auch Necat Aygün, Turm in der Abwehrschlacht vom Freitag, ist für die Löwen unverzichtbar.

Mit Aygün, Rakic, aber ohne Daniel Bierofka (5. Gelbe Karte) geht es nun am Samstag gegen Eintracht Frankfurt, Maurers Topfavoriten. Ein Sieg, und die Fußballer hätten die Aufmerksamkeit endlich wieder für sich. „München ist eine Medienstadt“, sagte Schneider, „welchen Stoff wir liefern, liegt ganz bei uns.“

Uli Kellner

Rubriklistenbild: © dpa

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