Er spricht über Ismaik und seinen Job

Rejek: "1860 hat mehr Sex als Bayern"

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Markus Rejek (l.) mit Sportchef Florian Hinterberger.

München - Der neue Löwen-Geschäftsführer Markus Rejek hat sich am Mittwoch über den Weg zu seinem Job, über den FC Bayern und über Hasan Ismaik geäußert.

"Es freut mich sehr, dass wir uns gefunden haben“ – so stellte Präsident Gerhard Mayrhofer am Mittwoch seinen neuesten Mitarbeiter vor: Geschäftsführer Markus Rejek (45). Der ehemalige Marketingleiter von Borussia Dortmund, aus Mülheim an der Ruhr stammend, wird sich bei den Löwen ab 1. Februar federführend um Marketing, Vertrieb und Finanzen kümmern. Unsere Onlineredaktion hatte die Personalie schon vorab exklusiv am 9. Januar enthüllt.

Im Teamhotel Kaya Palazzo gab Rejek („Servus, ich bin der Neue!“) der Münchner Presse einen ersten Einblick in seine Pläne mit 1860. Rejek über…

…seinen Weg zum neuen Job: Ich wurde von einer Agentur kontaktiert, es gab ein vertrauensvolles Gespräch in Düsseldorf. Danach habe ich mich in München mit Gerhard (Mayrhofer) getroffen und in Abu Dhabi mit Hasan Ismaik. Ich will nicht sagen, dass es Liebe auf den ersten Blick war, aber ich habe schnell gemerkt, dass die Chemie stimmt.

…seine Gründe für einen Ortswechsel: In Dortmund war für mich im Marketing das Ende der Fahnenstange erreicht. Nach dem Champions-League-Finale in Wembley habe ich den Entschluss gefasst, dass ein neuer Weg her muss. Echte Liebe habe ich beim BVB erlebt, ich bin aber noch jung genug, dass in meinem Herzen Platz für eine weitere Liebe ist. Der Nebenbuhler (um die Fans) bleibt der gleiche.

…sein Bild von 1860: Ich kann schon verstehen, dass nach zehn Jahren in der Zweiten Liga eine gebückte Haltung da ist. 1860 hat in der Zeit ein paar Lackschäden abbekommen, die Kultur ist eine gebeutelte. Wir wollen dafür sorgen, Vertrauen zurückzugewinnen, damit der Löwenfan wieder stolz und gerne ins Stadion geht und Feiertage in der Allianz Arena erleben kann.

…sein Bild von Ismaik: Ich habe den Eindruck gewonnen, dass er jemand ist, der es ernst meint und ambitionierte Ziele hat. Durch die Krise sind alle wachgerüttelt worden. Die Uhr wurde auf Null gestellt. Gerhard hat großen Anteil daran, dass es jetzt wieder ein Miteinander gibt.

…seine Aufgaben: Mein Zuhause wird die Geschäftsstelle sein. Darüber hinaus suche ich eine Wohnung für ein paar Stunden Nachtschlaf. Ich halte nichts davon, kurzfristig etwas aufzupolieren, das wäre nicht ehrlich. Ich werde Friedhelm also nicht aus Marketingzwecken eine Mütze aufsetzen. Es muss von innen heraus kommen. Ich bin als Ruhrpottmensch ein Malocher, keiner, der in Trauer verfällt und in der Opferrolle aufgeht. Jeder muss sich selbst hinterfragen, ob er bereit ist, die Ärmel hochzukrempeln. Ich sehe es als Herausforderung, dass ich künftig auch Bereiche verantworten werde, die bislang nicht zu meinem originären Aufgabengebiet gehört haben.

…die Wichtigkeit des sportlichen Erfolgs: Ein Sportverein definiert sich über Sport, nicht über verkaufte Trikots. Das Ziel kann in der nächsten Zeit nur Aufstieg heißen. Aber es hilft im Hinblick auf Sponsorengespräche, dass man weiß, wofür man steht und sich so aufstellt, dass man nicht komplett abhängig von Ergebnissen ist.

…seine Sicht auf den FC Bayern: Im Ruhrgebiet gibt es zehn, zwölf Vereine, die um den Kuchen kämpfen. In München hast du die Situation, dass der weltbeste Verein in der Stadt ist. Aber ich sage: Welche Stadt, wenn nicht München, verträgt zwei Erstligisten? Wir werden nicht den Fehler machen, uns sportlich an Bayern zu messen, aber dafür hat 1860 mit seiner ganzen Historie mehr Sex.“

Aufgezeichnet von lk

Quelle: tz

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