"Mei, a bissl a Glück muasst hoid hab’n"

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Die Löwen ließen sich nach dem schwer erkämpften Sieg von ihren Fans feiern.

München - Bei den Löwen war die Erleichterung nach dem kämpferisch errungenen Sieg gegen Tabellenführer Einttracht Frankfurt förmlich greifbar. Ein bisschen Glück war aber schon dabei, das gaben zumindest die Protagonisten zu.

Die Löwen können alles: Als bisher einzige Mannschaft in der fast abgeschlossenen Vorrunde gegen Hansa Rostock verlieren, aber auch dem bis Samstag ungeschlagenen Tabellenführer aus Frankfurt die erste Niederlage beibringen. Einfach Pech für die Eintracht, dass Hasan Ismaik mal wieder den Weg nach Fröttmaning gefunden hatte. Dreimal ist der Investor bisher zu Heimspielen eingeflogen, dreimal haben die Löwen gewonnen. Ein echter Glücksbringer, der Mann aus dem Morgenland.

Wobei das Wort Glück nach dem 2:1-Erfolg ohnehin stark strapaziert wurde. „Mei, a bissl a Glück muasst hoid hab’n“, grinste Vizepräsident Franz Maget, und Blitztorschütze Djordje Rakic sah’s genauso: „Wir haben heute Glück gehabt, auch, weil wir nicht so gut gespielt haben.“ Aber sie haben alles gegeben, die Löwen, und dann reicht es halt auch mal gegen den Spitzenreiter.

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Dementsprechend überschwänglich waren auch die Lobeshymnen, was Leidenschaft, Einsatz und Kampfkraft anging. „Den Spielern wurde ja oft vorgeworfen, dass sie nicht kämpfen können“, sagte Geschäftsführer Robert Schäfer, „aber heute haben sie den Gegenbeweis angetreten. Ich bin richtig stolz auf die Mannschaft.“ Und ein Extralob verteilte Schäfer noch an Torhüter Gabor Király: „Gabor stand wie der Fels in der Brandung. Er war wie das achtarmige Ungetüm.“ Zu tun hatte der Ungar vor allem in der zweiten Halbzeit, als 1860 nur noch 30 Prozent Ballbesitz hatte. Da fuhren die Frankfurter fast im Minutentakt gefährliche Angriffe. „Das waren schon extreme Situationen“, sagte Király, „mit immer sehr vielen Leuten in meinem Strafraum. Frankfurt war gut, aber unsere Defensive war noch stärker.“ Und dann sang auch er ein Loblied auf seine Kollegen: „Das war eine Riesen-Mannschaftsleistung, jeder hat für den anderen gekämpft. Da war richtig Leben auf dem Platz.“

Nur als Király darauf angesprochen wurde, ob die Löwen jetzt wieder nach oben schauen könnten, lächelte er gequält. „Ja, ja, ich kann nach oben schauen, aber nur bis zum vierten Stock, in den VIP­-Raum.“ Nicht so Robert Schäfer, der glaubt: „Wir haben in den drei Spielen bis zur Winterpause die Chance, den Kontakt wiederherzustellen. Wir haben die Saison noch nicht abgeschenkt!“

Abwarten. Für eine Aufholjagd bedarf es auf Dauer schon mehr fußballerischer Klasse. „Man darf aber auch nicht vergessen“, sagte Reiner Maurer, „dass bei uns kurzfristig Benny Lauth mit Nackenproblemen ausgefallen ist, Halfar und Bierofka gefehlt haben, und Aigners Einsatz wegen Muskelproblemen fraglich war. So war es eben ein Sieg der Leidenschaft.“ Der vom Löwen-Coach prompt mit zwei freien Tagen belohnt wurde. Maurer lächelnd: „So was kommt immer gut an.“ Arne Feick muss leider länger pausieren. Der Verteidiger zog sich einen Außenbandriss am linken Sprunggelenk zu und fällt bis zum Rückrundenbeginn aus.

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