Lob von Lienen/Bommer zum KSC?

Messis Cousin: Jetzt greift er an!

Emanuel ­Biancucchi
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Stark am Ball und erfolgreich beim Torschuss: Emanuel ­Biancucchi (li.) ­durfte bei den Profis ran.

München - Emanuel Biancucchi war glücklich. Am Mittwochabend im Privatspiel gegen Al Jazira (4:2) durfte der Cousin des großen Lionel Messi bei den Profis des TSV 1860 eine Halbzeit lang mitspielen und erzielte auch gleich ein Tor.

„Aber kein besonderes, der Ball war abgefälscht“, sagte der Argentinier, der seit über einem Jahr beim TSV 1860 unter Vertrag steht, allerdings noch sehr wenig zum Spielen gekommen ist. Es gab ewig Probleme mit der italienischen Staatsbürgerschaft, die er beantragt hat und ohne die er für das U23-Team lange keine Spielerlaubnis bekam. „Umso schöner war es, dass ich jetzt bei den Profis mitspielen durfte“, sagte der 21-jährige Mittelfeldspieler, von dem Ewald Lienen einiges hält. „Emanuel hat ein paar sehr schöne Pässe gespielt“, lobte ihn der Löwen-Trainer und fügte hinzu: „Auch sein taktisches Verhalten war nicht so schlecht. Er wird jetzt auch wieder öfters bei den Profis mittrainieren.“

Das hört Biancucchi gern. Denn sein großes Ziel ist es, „noch in dieser Saison in der 2. Liga zum Einsatz zu kommen. Ich will als Profi spielen.“ Dass Ewald Lienen gut spanisch spricht und sich öfter mit ihm unterhält, sieht der Südamerikaner dabei nicht unbedingt als Nachteil. Aber er muss noch Geduld haben. Für das Heimspiel am Montag gegen den KSC ist er natürlich noch kein Thema. Dass die Karlsruher am Mittwoch kurzerhand seinen Kollegen Ede Becker gefeuert haben, kann Lienen „nicht nachvollziehen. Wenn man nach nur zwei Spieltagen für so ein Katastrophenszenario sorgt, dann hätte man eigentlich vorher wissen müssen, dass einige Dinge nicht mehr passen.“

Löwen intern - hinter den Kulissen des TSV 1860

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Natürlich ist auch Lienen gespannt, wer am Montag als neuer Mann auf der Gäste-Bank in der Allianz Arena sitzt. Friedhelm Funkel wird es nicht sein, der hat bereits abgesagt. Aber möglicherweise übernimmt Rudi Bommer den KSC. Der ehemalige Löwen-Trainer, der im Dezember 2004 nach nur einem halben Jahr entlassen wurde. Wer auch immer es sein wird, Lienen rechnet mit einem KSC, der wohl nicht mehr so auftreten wird, wie er das in den ersten beiden Partien (nur ein Punkt) getan hat. Der Löwen-Trainer: „Es ist zwar eigentlich unlogisch, aber nach einem Trainerwechsel gibt plötzlich jeder Spieler zehn Prozent mehr.“

Wie wird er darauf reagieren? Lienen: „Natürlich spreche ich mit der Mannschaft über die neue Situation, aber wenn wir uns auf unser Ding konzentrieren, wenn alle Basics da sind, dann ist es völlig egal, wer beim Gegner der Trainer ist. Unsere Taktik lassen wir davon jetzt ohnehin nicht beeinflussen.“ Und auch die Vorbereitung nicht. Am Donnerstag war Zirkeltraining angesagt, trotz glühender Hitze. Lienen: „Das war im Plan so vorgesehen, da kann ich mich nicht mit dem Wetter beschäftigen…“

Claudius Mayer

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