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Wolf: "Hier kocht jeder sein eigenes Süppchen"

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München - Um 14.15 erschien Uwe Wolf am Mittwoch noch einmal im Trainingsgelände an der Grünwalder Straße. Er verabschiedete sich von der Mannschaft, wünschte Ewald Lienen und Abder Ramdane per Handschlag alles Gute.

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 Dann trat er vor die Medien, um mit der Vereinsführung und Manager Miki Stevic abzurechnen. „Ich war schon überrascht, dass ich zwei Tage vor Schluss beurlaubt werde, denn ich bin überzeugt, dass die Mannschaft mit mir die nötigen Punkte geholt hätte“, sagte der 41-Jährige.

„Ich wollte die Chance, die ich von Anfang an nicht hatte, nutzen, darum bin ich so forsch rangegangen, weil ich gewusst habe, dass es nur so gehen kann.“ Trotzdem habe er nie Rückendeckung gespürt. „Ich hätte mir ein klares Bekenntnis von der sportlichen Führung erwartet – ein Ja oder Nein“, klagte Wolf. „Wenn man diese Aussage nicht trifft, schafft man nur Alibis für die Spieler. Wie ich der Pressemitteilung entnehmen konnte, stand schon länger fest, dass Lienen kommen sollte – das hätte man mir früher sagen können. So kann man nicht arbeiten.“

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Überhaupt beklagte Wolf fehlende Kommunikation: „Ein Trainer ist nur so stark wie die Vereinsführung, aber vom Präsidium habe ich, außer einmal Franz Maget, nie jemanden gesehen. Es war nie so wie früher, als der Präsident Worte an die Mannschaft gerichtet hat. Das Vertrauen hat gefehlt. Hier kocht jeder sein eigenes Süppchen, darüber muss man sich Gedanken machen, sonst wird man keinen Erfolg haben.“

Wolf nach dem Pressegespräch: Er bestellt im Biergarten des Löwenstüberls eine Portion Leberkäse.
Wolf nach dem Pressegespräch: Er bestellt im Biergarten des Löwenstüberls eine Portion Leberkäse. © Florian Weiß

Hat er selbst Fehler gemacht? Wolf: „Leider hatten wir einen kleinen Kader, sonst hätte ich das eine oder andere Zeichen mehr setzen können.“ Auch vom Personal des Löwen-Stüberls verabschiedete sich Wolf. Und einen Seitenhieb auf Gesundheitsfanatiker Lienen konnte er sich dabei nicht verkneifen. Er rief der Köchin zu: „Rosi, jetzt musst du vegetarische Fleischpflanzerl machen.“ 

Und wie geht es jetzt mit Wolf weiter? „Ich freue mich auf mein Kind“, sagt er. Geburtstermin ist übrigens am 18.6.! „Stevic hat gesagt, er will mich im Verein einbinden – aber es ist noch zu früh, etwas dazu zu sagen. Ich werde den Löwen immer im Herzen tragen, aber ich bin mit meiner Frau verheiratet, nicht mit 1860. Ich brenne vor Ehrgeiz und werde bald im Fußball zurück sein…“

Ludwig Krammer

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