Und ihr wollt aufsteigen?

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Auch der ins Team rotierte Stefan Aigner (r.) konnte dem Löwen-Spiel keine Impulse verleihen.

Ahlen - Es war eine ungeklärte Frage – bis Freitagabend. Kann man so fürchterlich Fußball spielen, wie diese schwarz-giftgrün gestreifeten 1860-Auswärtstrikots aussehen?

Die Antwort nach 90 Minuten im Ahlener Wersestadion: Man kann – und wie!

Was der TSV 1860 beim vierten Punktspiel in dieser Saison bot, war offensiv an Armseligkeit kaum mehr zu überbieten. Fußball zum Davonlaufen. Oder war das gar kein Fußball? Der Kommentar von Trainer Ewald Lienen ließ darauf schließen: „Man hat der Mannschaft angemerkt, dass sie nach den letzten Ergebnissen verunsichert war. Wir haben uns darauf konzentriert, defensiv gut zu stehen. Darüber hinaus haben wir vergessen, Fußball zu spielen.“

Einfach vergessen. Na dann…

Fünfmal Note 5! Bilder und Einzelkritik

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Auf drei Positionen hatte Lienen seine Mannschaft gegenüber der KSC-Pleite vom Montag verändert. Für den angeschlagenen Mate Ghvinianidze rückte Torben Hoffmann in die Viererkette, für den formschwachen Alexander Ludwig spielte Sascha Rösler und anstelle von Sandro Kaiser durfte Stefan Aigner die rechte Seite beackern. Effekt: kein Effekt.

Defensiv konnte man den Löwen im ersten Durchgang freilich keinen großen Vorwurf machen. Engagiert in den Zweikämpfen, geordnet in der Rückwärtsbewegung – so wünscht sich das ein Trainer. Das Problem: 1860 hat nicht den Anspruch, gegen einen Abstiegskandidaten wie Ahlen nur gut mitzuhalten. Und deshalb waren null Torchancen in diesen ersten 45 Minuten dann halt doch ziemlich dürftig, um‘s mal vornehm auszudrücken.

Aber warum vornehm bleiben angesichts dieser erschreckenden Harmlosigkeit? Die Frage muss erlaubt sein: IHR wollt aufsteigen?

Eine einzige nennenswerte Offensivaktion, als Benny Lauth in der 64. Minute an Ahlen-Keeper Sascha Kirschstein scheiterte. Ansonsten: Nullkommanull Torgefahr!

Deutlich sehenswerter: Nackte Tatsachen im Fußballstadion

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Während der transfertechnisch verschmähte Matthias Lehmann zeitgleich im Karlsruher Wildpark zwei Tore für den FC St. Pauli schoss, überboten sich die Löwen mal wieder an Unfähigkeit. Die mitgereisten Sechzig-Fans unter den 4025 Zuschauern mussten bis zur 53. Minute (!) warten, ehe ein Grün-Schwarzer den ersten Torschuss wagte. Stefan Aigner zielte drei Meter neben den linken Pfosten. Zehn Minuten später besagte Chance von Benny Lauth nach schöner Vorarbeit von Kenny Cooper – das war’s.

Vier Punkte stehen nach vier Spielen auf dem Tableau, schon jetzt ist der Rückstand auf die Spitzenklubs beträchtlich. Und nun geht’s in die Länderspielpause, ehe am Samstag, 12. September, das Heimspiel gegen Greuther Fürth ansteht.

Viel Zeit zum Nachdenken. Und zur Besserung…

af, lk

Tabelle (Stand Freitag, 20:00 Uhr)

1. FC St. Pauli 4 3 1 0 +10 13:3 10
2. 1. FC Union Berlin 3 3 0 0 +5 5:0 9
3. Energie Cottbus 4 2 1 1 +2 8:6 7
4. 1. FC Kaiserslautern 3 2 1 0 +2 4:2 7
5. SpVgg Greuther Fürth 3 2 0 1 +5 8:3 6
6. Fortuna Düsseldorf 3 2 0 1 +3 4:1 6
7. MSV Duisburg 3 1 2 0 +1 6:5 5
8. FC Augsburg 3 1 1 1 -1 5:6 4
9. TSV 1860 München 4 1 1 2 -1 4:5 4
Rot-Weiß Oberhausen 3 1 1 1 -1 4:5 4
11. SC Paderborn 3 1 1 1 -1 2:3 4
12. Karlsruher SC 4 1 1 2 -4 4:8 4
13. Arminia Bielefeld 3 1 0 2 0 6:6 3
14. Hansa Rostock 3 1 0 2 -2 3:5 3
15. TuS Koblenz 4 1 0 3 -4 3:7 3
16. Alemannia Aachen 3 0 2 1 -5 2:7 2
17. Rot Weiss Ahlen 4 0 1 3 -4 1:5 1
18. FSV Frankfurt 3 0 1 2 -5 1:6 1

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