Spannung vor Münchner Derby

Liveticker: TSV 1860 München II empfängt den SV Türkgücü-Ataspor

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Als Aufsteiger in die Saison gestartet und nun im Höhenflug: SV Türkgücü-Ataspor

Erstmals seit der Saison 12/13 stehen sich mit dem TSV 1860 München II und dem SV Türkgücü-Ataspor zwei Münchner Vereine gegenüber. Die Erwartungen könnten unterschiedlicher nicht sein.

Zu einem unerwarteten Debüt kommt es am morgigen Mittwoch. Erstmals steht in der Bayernliga, die vor der Saison 2012/13 in zwei Staffeln unterhalb der Regionalliga Bayern geteilt wurde, ein Münchner Derby auf dem Programm. Nachdem die Südstaffel der Bayernliga bis dahin ohne jegliche Beteiligung aus der Landeshauptstadt ausgekommen war, nahm sie letzten Sommer die abgestürzte zweite Mannschaft des TSV 1860 auf. Da die Profis in die Regionalliga durchgereicht worden waren, mussten die Junglöwen, zuvor selbst dort aktiv, froh sein, überhaupt in der Bayernliga antreten zu dürfen. In diesem Frühjahr bekamen sie nun Gesellschaft durch den SV Türkgücü-Ataspor, der sich in der Landesliga Südost die Meisterschaft sicherte und dadurch Zugang zur Bayernliga Süd erhielt. Mittwoch (18.30 Uhr, 1860-Trainingsgelände an der Grünwalder Straße) stehen sich die beiden einzigen Münchner Bayernligisten nun erstmals im direkten Duell gegenüber.

Die Voraussetzungen, unter denen sich die beiden Teams duellieren, könnten unterschiedlicher kaum sein. Hier der Talentschuppen des Drittliga-Aufsteigers, der stets mit einem Altersdurchschnitt von unter 20 Jahren antritt und für den sportlich einzig und allein der Klassenerhalt zählt, da der Weg nach oben ohnehin versperrt ist, so lange die Profis in der dritten Liga unterwegs sind. Und dort der ambitionierte Liganeuling, der seine erfolgreiche Aufstiegsmannschaft noch einmal prominent verstärkte und für den lieber früher als später der Weg in die Regionalliga führen soll. Die Starts der beiden Mannschaften untermauerten dies weiter. Während der 1860-Nachwuchs nach zwei Auftaktniederlagen zuletzt immerhin vier Punkte aus den beiden jüngsten Partien sammelte, befindet sich die „türkische Macht“ seit der 0:2-Pleite zu Beginn bei Vorjahres-Vizemeister SV Pullach im Höhenflug.

Am Wochenende wurde die immense Qualität in Andreas Pummers Kader beim souveränen 2:0-Heimerfolg über den etablierten Bayernligisten TSV 1865 Dachau dokumentiert. Sieben Punkte aus den ersten vier Runden seien ein „guter Start, aber kein perfekter“, wie der 36-jährige Trainer die Ansprüche vorsichtig formulierte. Den direkten Durchmarsch in die Regionalliga wollen die Münchner Türken offiziell zwar nicht als Ziel ausgeben. Doch obgleich Pummer in den beiden letzten Jahren jeweils einen Aufstieg feiern durfte (2017 mit dem FC Unterföhring in die Regionalliga, zuletzt mit Türkgücü in die Bayernliga), war ihm schon bei seinem Wechsel im Sommer 2017 bewusst, was ihn erwarten würde. Dank eines potenten Geldgebers im Hintergrund verfügt er über einen luxuriös ausgestatteten Kader, der Erfolgsdruck ist dafür enorm. So schwärmt Pummer vom „Kampf um die Plätze“, im Training stünden ihm „20 Mann zur Verfügung, die gut arbeiten“. Selbstverständlich, so der Türkgücü-Coach, sei „die Qualität da“, von der Favoritenrolle, in die man von der Konkurrenz gedrängt werde, dürfe man sich jedoch „nicht blenden lassen“.

Bei den Junglöwen dagegen beerbte Sebastian Lubojanski (vorher U17) vor der Saison Christian Wörns als Trainer. Das Personal rekrutiert sich wie üblich aus der eigenen U19 sowie jenen Akteuren, die bei Daniel Bierofkas Profis zu wenig Einsatzzeit bekommen und in der U21 Spielpraxis sammeln sollen. Mit der Profiabteilung, so der 36-jährige Lubojanski, sei er „im engen Austausch“, auch „die Spielphilosophie ist dieselbe“. Durch die zuletzt vier Punkte habe man es „vermieden, in eine Negativspirale zu geraten“, eine Einschätzung über die für ihn neue Liga aber traut er sich erst „in einem Vierteljahr“ zu.

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