Wem sein Herz-Jubel am Sonntag galt

Stoppel im tz-Interview: "Aufstieg ist möglich"

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Moritz Stoppelkamp, hier bei einem Fotoshooting in einem Löwen-Trainingslager

München - Moritz Stoppelkamp erzielte am Sonntag das Last-Minute-Tor zum Sieg. Im tz-Interview erklärt er, wem sein Herz-Jubel galt und spricht über Fans und die Sehnsucht nach der Bundesliga.

Von den sechs Zugängen der Vorsaison war er die einzige echte Verstärkung, auch am Sonntag gegen den FSV Frankfurt hatten es die Löwen Moritz Stoppelkamp (26) zu verdanken, dass die Stimmung im Umfeld halbwegs positiv blieb. Sein Tor zum 2:1 in der 90. Minute sicherte den Sechzigern den wichtigen ersten Saisonsieg. Das tz-Interview mit der blauen Nummer 10.

Moritz, Ihr Trainer sagt, ihm gehe „das Herz auf“, wenn er Sie spielen sehe. Nur in der eigenen Hälfte brauche er Sie nicht als Künstler. Ihr Kommentar?

Stoppelkamp: So bin ich halt, so spiel ich Fußball. Ich mach auch manchmal was Verrücktes. Natürlich freut einen das Lob, aber das kann nächste Woche schon wieder anders aussehen. Wir müssen gucken, dass wir unsere Spiele gewinnen, der Rest ist egal.

Stimmt. Aber ohne Ihr Tor in der Nachspielzeit…

Stoppelkamp: …hätten wir einen typischen Fehlstart hingelegt, klar. Da hatte die ganze Mannschaft keinen Bock drauf.

Ihr Herz-Torjubel galt Ihrer Freundin Ina.

Stoppelkamp: Ja, sie ist nicht so oft im Stadion. Wir sehen uns nur alle zwei Wochen, sie kommt aus Hannover und wohnt noch dort.

Kein Nachzug geplant?

Stoppelkamp: Sie muss erst noch zu Ende studieren. Medienwissenschaft. Zwei Jahre sind’s noch.

Auf Ihre Heimatstadt Duisburg lassen Sie nichts kommen. Wie gefällt Ihnen München?

Stoppelkamp: Gut. Ich bin viel mit Adi (Daniel Adlung, d. Red.) unterwegs, wir gehen jeden Tag was essen. Ich wohne an der Grünwalder Straße gegenüber dem Trainingsgelände. Da kann ich morgens länger schlafen.

Laut Sportchef Florian Hinterberger hatten Sie einige Probleme mit der sportlichen Eingewöhnung. Woran lag’s?

Stoppelkamp: Wir hatten kein richtiges Konzept zu Beginn der letzten Saison. Damals hab ich sogar Mittelstürmer gespielt. In Bochum, gegen Lukas Sinkiewicz (1,92m) hatte ich keine Chance, da hab ich richtig schlecht ausgesehen. Aber das soll keine Ausrede sein.

Bei Schmidt sind Sie auf Ihrer Lieblingsposition rechts gesetzt. Wie ist Ihr Verhältnis?

Stoppelkamp: Ich verstehe mich sehr gut mit dem Trainer. Er macht gute Arbeit, hat die Spielphilosophie komplett verändert. Wir haben viel mehr Ballbesitz, machen mehr das Spiel. Das passt zu uns. Und wir sind viel fitter als letztes Jahr. Es ist nicht gewöhnlich, dass man bei 50 Grad ein Spiel dreht.

Was ist drin mit 1860 in dieser Saison?

Stoppelkamp: Wir sind auf dem richtigen Weg, waren in beiden Spielen die bessere Mannschaft. Defensiv sind wir stabil, vorne können wir auf alles reagieren.

Saisonziel ist der Aufstieg.

Stoppelkamp: Der ist auf jeden Fall möglich. Wir müssen die Ruhe bewahren. Wenn wir unseren Weg konsequent gehen, ist es schwer, uns zu schlagen.

Sie haben 44 Erstligaspiele mit Hannover gemacht. Wie groß ist Ihre Ungeduld, wieder hochzukommen?

Stoppelkamp: Natürlich will ich wieder Bundesliga spielen, aber ich sag jetzt nicht, wenn wir nicht aufsteigen, dann bin ich weg. (Stoppelkamps Vertrag läuft bis 2015, d. Red.).

16 500 Zuschauer beim ersten Heimspiel ist eine ausbaufähige Kulisse.

Stoppelkamp: Ich denke, wir sollten alle zusammen die letzten Jahre abhaken. Ich bin optimistisch, dass wir beim nächsten Heimspiel gegen Ingolstadt die 30 000 knacken. Wenn wir eine Heimmacht werden wollen, geht das nur mit den Fans.

lk

Quelle: tz

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