„Geld für Sportdirektor kann man sich vielleicht sparen“

Cassalette über neues 1860-Stadion: „Die Zeit wird knapp“

1860-Präsident Peter Cassalette.
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1860-Präsident Peter Cassalette.

München - In einem ausführlichen TV-Interview sprach 1860-Präsident Peter Cassalette über Vitor Pereira, die Neubesetzung des Sportdirektor-Postens und den möglichen Stadion-Neubau.

Am Freitag startet der TSV 1860 in die Rückrunde der 2. Liga, empfängt zum Auftakt in der Allianz Arena die SpVgg Greuther Fürth. Ein richtungsweisendes Spiel, wie 1860-Präsident Peter Cassalette in einem ausführlichen Interview mit münchen.tv bestätigte. „Das Spiel ist extrem wichtig, ohne das jetzt künstlich zu dramatisieren oder den Druck zu groß aufzubauen“, sagte er. „Wie du da reinstartest, ist essentiell für uns.“

Cassalette sprach zudem über ...

...  das Trainingslager: „Die Plätze, die Bedingungen waren optimal. So etwas findet man hier gar nicht. Der Rasen war besser als in der Allianz Arena - wobei das nicht schwer ist.“

Peter Cassalette (r.) im Gespräch mit Vitor Pereira.

... den neuen Trainer Vitor Pereira: „Wir haben jetzt alle deutschen Zweitliga-Trainer durch, die Rang und Namen haben. Jetzt haben wir es halt mal mit einem Ausländer probiert, der schon sehr viel Erfolg hatte in seiner Karriere.  Er ist mehrfach Meister geworden in den jeweiligen Ländern - auch in Portugal, gegen Benfica Lissabon. Deswegen wollte er auch nicht mitfahren, wenn wir Ausflüge nach Lissabon gemacht haben. Einmal waren wir beim Spiel Benfica gegen Boavista, da wollte er nicht mit, weil er da nicht beliebt ist, weil er ihnen zwei Mal die Meisterschaft genommen hat.“

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Cassalette: Neuer Sportdirektor? „Das Geld kann man sich vielleicht sparen“

... Neuzugang Abdoulaye Ba: „Der Trainer kennt ihn, er hat schon mit ihm zusammengearbeitet, und er sagt, der ist der Richtige. Der Spieler muss in sein System passen, und da verlassen wir uns auf den Trainer. In der Vergangenheit hat das mit den Sportdirektoren zu tun, jetzt verlassen wir uns auf den Trainer. Er ist überzeugt von ihm. Ich habe ihn auch schon kennengelernt, und er ist ganz glücklich, dass er jetzt bei Sechzig spielen darf. Wir brauchen Leute, die sich mit dem Verein identifizieren und die sich voll reinhängen für uns.“

... die Neubesetzung des Sportdirektor-Postens: „In der jetzigen Konstellation brauchen wir bestimmt keine Sportdirektoren wie in der Vergangenheit. Das Geld kann man sich vielleicht sparen. Wir gehen jetzt ein bisschen einen anderen Weg und lassen das ganz eng vom Trainer machen.“

... den möglichen Verkauf weiterer 1860-Anteile an Hasan Ismaik: „Das ist eine heikle Frage, da kann ich eigentlich gar nichts dazu sagen. Da müsste man ihn selber fragen. Wenn er am Wochenende kommt, werden wir sicher Gespräche führen, die in diese Richtung gehen. Er hat ja diesen Wunsch schon einmal geäußert. Ich weiß aber nicht, in welcher Höhe. Seine Wünsche oder Forderungen, wenn die dann kommen, gehen durch unsere Gremien. Letztendlich muss es dann die Mitgliederversammlung entscheiden.“

Cassalette: Ayre soll Hauptgeschäftsführer werden

... über die Kritik von Werder Lorant, die Stimmung bei 1860-Heimspielen sei schlecht: „Der Lorant ist einmal im Jahr bei unseren Spielen. Ich weiß nicht, ob er das so gut beurteilen kann. Ich finde schon, dass wir eine gute Stimmung haben. Natürlich ist die Stimmung bei 16.000 bis 20.000 Zuschauern nicht so toll, als wenn die Allianz Arena ausverkauft ist. Aber für die zweite Liga haben wir ja einen guten Zuschauerschnitt - noch dazu, wenn man sieht, an welcher Stelle wir stehen. Und die großen Knaller haben wir zu Hause noch gar nicht gehabt.“

... über Liverpools Geschäftsführer Ian Ayre, der zu den Löwen kommen soll: „Wann er genau kommen wird, wissen wir noch nicht. Noch ist er beim FC Liverpool tätig. Das wird sich in den nächsten Wochen sicherlich entscheiden. Wenn jemand in der Kategorie kommt, hat er auch die höchste Position bei uns in der KGaA, als CEO oder Hauptgeschäftsführer.“

Cassalette: Olympiastadion eine Alternative - aber Rückschritt

Szene nach dem letzten 1860-Heimspiel im Olympiastadion am 4. April 2005: Paul Agostino verabschiedet sich von den Fans.

... über den möglichen Stadion-Neubau: „Wenn das machbar ist, müssen wir sehen, wie wird es finanziert und wer finanziert das? Und können wir uns das als 1860 leisten? Das wird man Schritt für Schritt verhandeln müssen.“ Demnächst gebe es eine Aufsichtsratssitzung der Messe München, in der das Thema besprochen wird. Auf deren Gelände ist die neue Arena ja geplant. „2020 könnten wir theoretisch rausgehen aus der Allianz Arena. Die Zeit wird immer knapper jetzt. Jetzt warten wir erst einmal diese Entscheidung ab, ob das was werden kann mit dem neuen Stadion. Ansonsten müssen wir natürlich Alternativen prüfen - dazu gehört auch das Olympiastadion.“

... über das Olympiastadion als mögliche Zwischenlösung: „Wir hätten da wohl gute Chancen. Aber das Olympiastadion war ja nie wirklich ein Fußballstadion und war auch nicht geliebt von den Fans. Sicherlich gibt es viele, die sagen ‚lieber dahin als in der Allianz Arena zu spielen‘. In erster Linie muss es für uns sinnvoll und finanziell machbar sein. Irgendwie ist es aber auch ein Rückschritt - gerne würden wir das nicht machen.“

fw

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