Neues Millionen-Loch: So kommt es zu Stande

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Die Löwen-Chefetage in der Allianz-Arena

München - Bei den Löwen hat sich ein neues Millionen-Loch aufgetan. Die tz erklärt, woraus sich dieser Fehlbetrag zusammensetzt. Geschäftsführer Robert Schäfer widerspricht.

Nach wie vor herrscht, was das Thema Neuzugänge anbetrifft, Stillstand bei den Löwen. So lange sich das Präsidium mit dem

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Investor nicht auf eine Lösung hinsichtlich seiner Kompetenzen einigt, gibt es von Hasan Ismaik auch kein Geld für Verstärkungen im kommenden Januar. Im gleichen Monat müssen vom TSV 1860 bei der DFL auch 2,3 Millionen Euro nachgewiesen werden, nach tz-Informationen setzt sich diese Summe aus den Kosten für die Weiterbeschäftigung von Djordje Rakic und Toni Rukavina sowie dem Verlust von rund 500 Businessseats-Jahreskarten zusammen.

Die Chronik der Löwen-Rettung seit 2010

Die Chronik der Löwen-Rettung 2010/2011

14. Juli 2010: Der TSV 1860 verliert den sogenannten Catering-Prozess gegen den FC Bayern, woraufhin der damalige Geschäftsführer Manfred Stoffers (Bild) zurücktritt. Auch eine Bedingung des FC Bayern, um dem TSV 1860 Schulden zu stunden. © Sampics
17. August 2010: Die finanziellen Probleme beim TSV 1860 sind so groß, dass man Stefan Aigner an den VfB Stuttgart verkaufen will. Die Fans sind empört. © Sampics
31. August 2010: Toni Rukavina steht auf der Transferliste und zum Verkauf. Es gibt kein Interesse am letzten Transfertag, der Serbe bleibt ebenso wie Aigner. © Sampics
19. Oktober 2010: Dem TSV 1860 werden von der DFL wegen unzureichender Informationen bei der Lizenzierung zwei Punkte abgezogen. © dpa
23. Oktober 2010: Dieter Schneider wird anstelle von Michael Hasenstab neuer Vizepräsident und Schatzmeister. © Sampics
29. Oktober 2010: Der TSV 1860 steht unmittelbar vor der Zahlungsunfähigkeit. Die Angestellten bekamen ihr Gehalt nicht überwiesen. Präsidium, Aufsichtsrat sowie Sponsoren springen helfend ein, die drohende Pleite wird unter der Federführung von Dieter Schneider gerade noch abgewendet. Talent Moritz Leitner (Bild) wird für eine knappe Million an Borussia Dortmund vorverkauft. © Sampics
12. November 2010: Geschäftsführer Robert Niemann (Bild) tritt nach dreieinhalb Monaten zurück, sein Nachfolger wird Robert Schäfer. © Sampics
30. November 2010: Die Profis und die übrigen Angestellten beim TSV 1860 sollen auf zehn Prozent ihres Gehalts verzichten. “Es ist ein Symbol dafür, dass alle im Verein den eingeschlagenen Weg der Sanierung mitgehen“, erklärt Geschäftsführer Robert Schäfer. © dpa
Dezember 2010/Januar 2011: In der Wintertransferperiode trennt sich 1860 von neun Profis. Im Bild Mate Ghvinianidze, der in die Ukraine wechselte. © Sampics
14. Januar 2011: Der TSV 1860 erhält von der DFL grünes Licht im Nachlizenzierungsverfahren. Zuvor hatte der Verein auf den letzten Drücker einen Liquiditätsnachweis über 5,3 Millionen Euro erbracht. Der Rest der Saison scheint damit gesichert. Die Verträge von Lauth, Bierofka (Bild) und Király sollen nur verlängert werden, wenn die Spieler ab sofort auf einen großen Teil ihres Gehalts verzichten. © Sampics
7. Februar 2011: Nach dem Rücktritt von Rainer Beeck wird Dieter Schneider neuer 1860-Präsident. “Es ist keine einzelne Kuh, sondern eine ganze Kuhherde, die vom Eis muss“, beschreibt Schneider das “Löwen“-Dilemma. © Sampics
Februar/März 2011: Die große Bankenlösung (zinsgünstiges Darlehen über zwölf Millionen Euro auf drei Jahre) scheitert. © dpa
24. Februar 2011: Der bisherige Hauptsponsor Comarch kündigt an, von einer Ausstiegsklausel Gebrauch machen zu wollen und den bis 2013 geltenden Vertrag schon zum Saisonende zu kündigen. © Sampics
18. März 2011: Der TSV 1860 bestätigt nach Zeitungsmeldungen auf einer Pressekonferenz einen kurzfristigen Liquiditätsbedarf von acht Millionen Euro. Ansonsten würden dem Klub die Insolvenz und der Lizenzverlust drohen. © Sampics
01. April 2011: Auf den letzten Drücker erbringen die “Löwen“ einen von der DFL geforderten erneuten Liquiditätsnachweis in Höhe von 1,5 Millionen Euro. © Sampics
20. Mai 2011: Nach langem Hin und Her gibt die DFL grünes Licht für den Kooperationsvertrag mit dem Investor Hasan Ismaik. Jetzt gebe es die Chance, “den Verein langfristig in eine gesicherte und erfolgreiche Zukunft zu führen“, erklären Schneider und Schäfer. © dpa
28. Mai 2011: Als letzter Gläubiger stimmt der Berliner Unternehmer Nicolai Schwarzer einem Teilverzicht zu. “Ich verzichte schweren Herzens“, sagt Schwarzer. © Sampics
30. Mai 2011: Der 18 Millionen Euro schwere Kooperationsvertrag wird unterzeichnet - am Ende eines langen Tages voller Verhandlungen. “Es war schon dunkel“, sagt Schneider. © 1860
31. Mai 2011: Die vertraglich vereinbarte Summe ist nach Angaben der “Löwen“ bereits an die DFL weitergeleitet, die diese nach der Lizenzerteilung dem Verein übergeben wird. © Sampics
6. Juni 2011: Der TSV 1860 erhält die Lizenz für die 2. Bundesliga. “Der Lizenzierungsausschuss hat nach eingehender Prüfung festgestellt, dass alle Bedingungen erfüllt wurden“, teilte Harald Strutz, Vorsitzender des Lizenzierungsausschusses, in einer Presseerklärung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) mit. © dpa

Letzterem widersprach jetzt Geschäftsführer Robert Schäfer: „Die Verkaufszahlen der Businessseats sind nicht Grund für den Nachweis im Lizensierungsverfahren.“ Die totale Anzahl der Seats sei zwar gesunken, das sei aber auf weniger Freikarten und geringere Businessseats-Kontingente in Sponsorenverträgen zurückzuführen. Schäfer hob dann sogar noch hervor: „Der mit Businessseats erzielte Umsatz ist bereits jetzt höher als im vergangenen Jahr und das, obwohl noch acht Heimspiele und die daraus resultierenden Einnahmen ausstehen.“

tz

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