Das Ultimatum ist ausgesetzt, aber der Hauptsponsor will einen „Neustart in der Vereinspolitik“

Neues Papier! Trenkwalder macht Druck...

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Löwen-Präsident Albrecht von Linde.

Hermann Mairhofer war einigermaßen verwundert, als er am Montag die Münchner Zeitungen aufschlug.

In allen Blättern konnte der Deutschland-Chef des 1860-Hauptsponsors Trenkwalder lesen, dass seine Firma den Vertrag beim Zweitligisten bis 30.6.2009 erfüllen werde. Löwen-Präsident Albrecht von Linde wurde in einer Gazette mit den Worten zitiert, es habe am vergangenen Freitag ein „sehr harmonisches Gespräch“ mit Trenkwalder gegeben. Für Montag erwarte er eine öffentliche Bestätigung der weiteren Zusammenarbeit. Alles klar also? Naja.

Eine Mitteilung gab’s am Montagmittag, das schon. Doch es war keine vorbehaltlose Bestätigung, wie vom Präsidenten erhofft, sondern ein großes: Ja, WENN…

„Es wurde ein Papier erarbeitet, das in den kommenden Tagen in den Gremien des Vereins und der GmbH & Co. KGaA besprochen werden wird. Wird dieser ergänzenden Vereinbarung (...) zugestimmt, so wird Trenkwalder den Hauptsponsorenvertrag für die Saison 2008/09 erfüllen“, heißt es in der Presseerklärung. Der Geldgeber macht also weiter Druck.

„Das Ultimatum von letzter Woche ist ausgesetzt, aber alle Fragen sind noch nicht beantwortet“, sagte Mairhofer auf Nachfrage der tz. Über Inhalte des Gesprächs als auch des neuen Papiers sei Stillschweigen vereinbart, allgemein könne nur soviel gesagt werden: „Es sind Weichenstellungen bis 2009 vorgegeben.“ Und: „Es muss ein Neustart in der Vereinspolitik geschehen.“

Weichenstellungen, Neustart – darüber lässt sich nun spekulieren. Im öffentlichen Ultimatum hatte Trenkwalder vergangene Woche durch die Blume einen Sitz im Aufsichtsrat gefordert. Auch ein zeitnaher Abschied des Präsidenten ist weiter ein Thema. Am Montagabend in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung des e.V. wird über alles diskutiert werden. Über die finanzielle Situation (bzw. deren drohende Verschlechterung), über Investorenpakete – und auch über eine eventuelle Ablösung des Präsidiums. Möglich ist vieles: Ein Vertrauensausspruch für von Linde bis zum Rücktritt im September, ein Misstrauensvotum gegen den Oberlöwen, oder auch die Einberufung einer außerordentlichen Delegiertenversammlung, um über den Präsidenten abstimmen zu lassen.

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Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Pressemitteilung der präsidiumsnahen Fangruppierung Pro1860. Deren Sprecher Hans Vonavka sprach von Linde im Namen der Mitglieder gestern nicht nur das Vertrauen bis September aus und erklärte, in der Frage der Nachfolge „zu konstruktiven Gesprächen in alle Richtungen“ bereit zu sein. Es gab auch noch einen brisanten Zusatz: „Wir weisen allerdings darauf hin, dass sich an den Mehrheitsverhältnissen in der Delegiertenversammlung nichts geändert hat.“

Bekanntlich stellt Pro1860 die Mehrheit der Vereinsdelegierten, gegen den Willen der Fanvereinigung dürfte bei 1860 also schwer Politik zu machen sein. Und es ist möglich, dass der Lagerkampf gegen den Fanklub-Dachverband ARGE jetzt wieder aufflammt. Die Pro1860-Presseerklärung war nämlich vor allem eine Reaktion auf die öffentliche ARGE-Forderung nach einem sofortigen Rücktritt des Präsidenten. „Wir möchten darauf hinweisen, dass die ­ARGE-Führung sämtliche Fehlentscheidungen der letzten Präsidien, welche zur katastrophalen gegenwärtigen Situation des TSV 1860 führten, stets zustimmend und ohne jegliche öffentliche Kritik mitgetragen hat“, schreibt Pro1860.

Ruhe bleibt beim TSV 1860 bis auf weiteres wohl reine Utopie.

Quelle: tz

Quelle: tz

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