Was machen Trainer, Sportchef, Präsident?

Steiner: "Müssen schnell einen Plan entwerfen"

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Otto Steiner (l.) mit Hamada Iraki

München - Bei den Löwen gibt es viele Fragezeichen, auch um Trainer, Sportchef und Präsident. Wie Otto Steiner erklärt, soll bald ein Plan entworfen und das Gespräch mit dem Investor gesucht werden.

Zweigleisig denken und planen braucht man beim TSV 1860 seit Montag nicht mehr. Acht Punkte Rückstand auf Platz drei – da kann man sich „guten“ Gewissens auf die Jubiläumssaison in Liga zwei – die zehnte in Folge – einstellen. Zumal es auch keine Indizien dafür gibt, dass das Unmögliche noch möglich gemacht werden könnte. Nur 21 Tore in 20 Spielen, kümmerliche zwei Siege in den vergangenen zwölf Partien – Aufsteiger sind aus anderem Holz geschnitzt. So also bliebe Zeit genug, sich jetzt schon auf die kommende Saison professionell vorzubereiten. Aber – wir sind beim TSV 1860. Und da ist es ja meistens nicht so wie bei anderen Vereinen.

Jede Menge Fragezeichen, die eine vernünftige Planung behindern, türmen sich auf. Wer wird Trainer in der kommenden Saison, wer Sportdirektor, wie heißt der Präsident? Alles offen, und dadurch auch mit Konfliktpotenzial behaftet. Zumal man ja im Gegensatz zu anderen Klubs auch noch mit Störfeuer von der Investorenseite zu rechnen hat.

Aufsichtsrat Otto Steiner ist sich der Problematik bewusst. „Deshalb müssen wir uns jetzt schnell mit allen Gremien zusammensetzen und einen Plan entwerfen“, sagt er, „und uns anschließend, in den nächsten zwei bis vier Wochen, mit Hasan Ismaik treffen. Da müssen wir schauen, dass wir es diesmal schaffen, auf eine Linie zu kommen. Ich weiß aus Gesprächen mit Herrn Ismaik, dass er keine Lust mehr hat, sich mit uns wieder in die Wolle zu kriegen.“ Die Einladung des Investors an die Gesellschafter des TSV 1860 nach Abu Dhabi steht ja bereits.

Vom Maurer-Aus bis zum geplatzten Eriksson-Deal: Eine Chronologie

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Nach wochenlangem Gezerre ist der Machtkampf beim Fußball-Zweitligisten 1860 München beendet. Die Vereinsgremien segneten den Vorstoß von Investor Hasan Ismaik ab, den schwedischen Starcoach Sven-Göran Eriksson neben Trainer Alexander Schmidt zu installieren. Doch die Installation des Schweden platzte doch noch. Die Nachrichtenagentur dpa zeichnet den langen Weg nach. © Sampics
17.11.2012: 1860 München trennt sich angesichts ausbleibender Erfolge von Trainer Reiner Maurer. Als Nachfolger wird Regionalliga-Coach Alexander Schmidt befördert - erst einmal bis zur Winterpause. © M.I.S.
24.11.2012: Unter den Augen von Sven-Göran Eriksson, der als Wunschkandidat von Investor Hasan Ismaik die „Löwen“ erneut live verfolgt, verpasst Schmidt in seinem ersten Zweitliga-Spiel knapp den Sieg bei Union Berlin. © M.I.S.
26.11.2012: Präsident Dieter Schneider wiegelt angesichts des erneuten Auftritts von Eriksson ab: „Das Ganze wird ein bisschen hochgehängt. Der Investor hat sich über Eriksson eine zweite Meinung über die Mannschaft eingeholt.“ © M.I.S.
27.11.2012: Beim 1:0-Heimsieg gegen den SC Paderborn holt Schmidt den ersten und bisher einzigen Dreier. Eriksson sitzt wieder auf der Tribüne, beteuert aber: „1860 braucht keinen neuen Trainer.“ © M.I.S.
16.12.2012: Schmidt bleibt „Löwen“-Coach bis zum Saisonende. „Er wird Trainer über die Winterpause hinaus bleiben“, erklärt überraschend Präsident Dieter Schneider vor dem letzten Heimspiel des Jahres. © M.I.S.
17.12.2012: Schmidt registriert selbstbewusst seinen Verbleib bis zum Saisonende. „Ganz ehrlich: Diese Entscheidung hat mich nicht überrascht. Ich bin sehr ehrgeizig und möchte diesen Verein wieder in die Spur bringen.“ © M.I.S.
02.01.2013: Investor Ismaik attackiert Präsident Schneider und die gesamte Vereinsführung. „Die Wahrheit ist, dass sie sich nicht wirklich um den Club kümmern, sondern um ihre Ämter und ihr Ansehen in den Medien.“ © M.I.S.
03.01.2013: „Überrascht und irritiert“ reagieren die „Löwen“ auf den harschen Vorstoß Ismaiks in aller Öffentlichkeit. Persönliche Angriffe seien „kontraproduktiv“, erklären Präsidium und Aufsichtsrat. © M.I.S.
07.01.2013: Ein Treffen zwischen Ismaik und der Vereinsführung endet im Eklat. „Ich kann mit diesen Leuten nicht arbeiten“, klagt der jordanische Investor. © Sampics
09.01.2013: Bei einem Schlichtungstreffen in Abwesenheit Ismaiks wird den Vereinsgremien ein Kompromissvorschlag des Investors unterbreitet. © M.I.S.
10.01.2013: Ismaik schlägt nun auch öffentlich versöhnliche Töne an. „Für mich ist das Projekt noch lange nicht vorbei“, sagt er in einem Interview. „Wir haben ein gemeinsames Ziel und müssen Kompromisse finden.“ © Sampics
15.01.2013: Nach einer fast siebenstündigen Sitzung ist tief in der Nacht endlich die Einigung gefunden: Eriksson sollte künftig zusammen mit Schmidt agieren. © Sampics
18.01.2013: Rolle rückwärts! Sven-Göran Eriksson wird doch nicht Trainer. "Seit dem ersten Kontakt mit dem Verein im November ist einige Zeit vergangen und wir alle wissen, wie schnelllebig das Profi-Fußballgeschäft ist. Deshalb bitte ich alle Beteiligten, meine Entscheidung zu respektieren. Ich wünsche meinem Freund Hasan Ismaik und dem TSV 1860 München viel Erfolg für die Zukunft", so der Schwede © Getty

Vorausgesetzt, man kommt in der Wüste auf einen gemeinsamen Nenner, kann man die Personalien Trainer und Sportdirektor in Angriff nehmen. Sowohl der Vertrag von Alexander Schmidt (bei den Profis) wie auch jener von Florian Hinterberger laufen zum Saisonende aus. Allein schon wegen der Kaderplanung für die nächste Spielzeit muss 1860 in beiden Fällen zu einer schnellen Lösung kommen. Soll Hinterberger in den kommenden Wochen Spieler verpflichten, mit denen ein neuer Trainer dann nicht einverstanden ist? Soll Schmidt jetzt Wünsche äußern, wenn er nicht mal weiß, ob er im Sommer noch im Amt ist? Beim Kader herrscht weitgehend Klarheit. Es laufen nur die Verträge von Gabor Kiraly, Maximilian Nicu und Sebastian Maier aus. Der Rest ist über 2013 an 1860 gebunden. Bleibt der Fall Daniel Halfar, der bis 2014 unter Vertrag steht, aber zum Verkauf ansteht, wenn er sich nicht längerfristig binden will.

Keine Probleme sieht Steiner darin, dass im Mai ein Präsidium bestätigt werden muss. Ob Dieter Schneider, Franz Maget und Wolfgang Hauner erneut vom Aufsichtsrat vorgeschlagen werden, weiß man Mitte März. Steiner: Bis dahin hat der Aufsichtsrat die Entscheidung getroffen.“

tz

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