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Pleite gegen Türkgücü: 1860-Trainer Köllner ändert Meinung und kündigt Analyse an

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Türkgücü-Keeper Franco Flückiger versucht den niedergeschlagenen Löwen-Kapitän Stefan Lex zu trösten.
Türkgücü-Keeper Franco Flückiger versucht den niedergeschlagenen Löwen-Kapitän Stefan Lex zu trösten. © Imago Images / Sven Leifer

Nach dem trostlosen 1:2 gegen Türkgücü München herrscht beim TSV 1860 Tristesse. Michael Köllner sucht nach Antworten und will die Pleite intensiv aufarbeiten.

München - Michael Köllner wirkte gezeichnet, als er auf der Pressekonferenz am Mittwochabend zu erklären versuchte, was nicht zu erklären war: „Ich bin maßlos enttäuscht, dass wir das Spiel hier verloren haben“, sagte der Trainer des TSV 1860. Am kommenden Montag im Grünwalder Stadion gehe es jetzt darum, „dass wir gegen Halle wieder auf den Platz kommen und eine ansprechende Leistung zeigen. Das steht im Fokus und nicht, sich damit zu beschäftigen, was passiert in ein paar Wochen.“

Vier Tage zuvor nach dem Remis beim SV Meppen hörte sich das auf der Pressekonferenz noch etwas anders an. „Mein Ziel ist, in der Endphase der Saison noch mit dabei zu sein, wenn dann die Nerven ein bisschen dazukommen. So wie die letzten zwei Jahre, dass wir dann noch ein gewichtiges Wort mitreden.“ Doch nach 90 ideenlosen Minuten und der wieder einmal verpassten Gelegenheit, Boden auf die ersten drei Plätze gut zu machen, hat der 52-Jährige offenbar seine Meinung geändert.

„Es lag daran, dass wir im eigenen Ballbesitz richtig schlecht gespielt haben und technisch nicht gut waren.“

Michael Köllner über das 1:2 gegen Türkgücü München.

Köllner räumte zwar ein, dass man den Eindruck hätte bekommen können, Türkgücü München* wollte im Olympiastadion mehr, doch ein Problem mit der richtigen Einstellung machte er bei seinen Löwen nicht aus. „An der Einsatzbereitschaft hat es nicht unbedingt gelegen. Ich glaube es lag daran, dass wir im eigenen Ballbesitz richtig schlecht gespielt haben und technisch nicht gut waren“, lautete seine Analyse der vorangegangenen 90 Minuten. „Ich glaube nicht, dass die Mannschaft den Sieg nicht wollte. Das kann man der Mannschaft nicht vorhalten.“

Vielleicht war es auch die Herangehensweise an das Duell mit dem Stadtrivalen. Von einem Derby gegen den inzwischen insolventen Nachbarn wollte im blauen Lager kaum jemand sprechen. Für die einen sei es wichtiger, für die anderen weniger, sagte Köllner im Vorfeld. Ihm gehe es um die drei Punkte. Türkgücü fieberte einem „geilen Derby“ entgegen und überzeugte am Mittwochabend in puncto Einstellung , Kampf und Leidenschaft.

„Wir werden das Spiel so aufarbeiten, dass es bei jedem ankommt.“

Michael Köllner.

Eine Gelbe Karte holten sich die Löwen ab. Und die kassierte Stefan Salger, der gar nicht auf dem Feld stand. Er legte sich während des Aufwärmens bei der Elfmeterentscheidung zum 2:0 für die Gastgeber mit Schiedsrichter Richard Hempel an. Das restliche Löwenrudel war zahm und strahlte nicht die nötige Aggressivität aus, um die Punkte mit nach Giesing zu nehmen.

Der Blick nach oben hat sich an der Grünwalder Straße damit wohl erledigt. Durch das Ausrufezeichen von Eintracht Braunschweig, das zeitgleich mit 6:0 bei Viktoria Köln gewann, beträgt der Abstand in der Tabelle auf Platz drei jetzt schon acht Punkte. Die Löwen haben noch ein Nachholspiel, allerdings gegen den Tabellenzweiten Kaiserslautern, der in Richtung 2. Bundesliga* marschiert. Zunächst gilt es ohnehin, den schwachen und ideenlosen Auftritt gegen Türkgücü zu analysieren. In Watte packen will Köllner seine Profis vor dem nächsten Flutlichtspiel am Montag gegen Halle nicht: „ Wir werden das Spiel so aufarbeiten, dass es bei jedem ankommt.“ (Jörg Bullinger)  *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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