Maurer im Interview: Die Pläne für den 1860-Kader

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Versuch’s mal mit Gemütlichkeit: Trainer Reiner Maurer, der ruhende Pol im chronisch aufgeregten Treiben beim TSV 1860.

München - Reiner Maurer im Interview: Der Löwen-Trainer spricht über das Geheimnis seiner Gelassenheit und die Pläne für den 1860-Kader - auch über den Winter und Sommer hinaus.

Natürlich war auch die Winterpause bei den Löwen nicht so, wie eine Pause eigentlich sein sollte: ruhig, erholsam, regenerativ. Stattdessen wurde das Verhältnis Trainer-Manager diskutiert, der Kader ausgedünnt und die Sanierung vorangetrieben. Nur einer war wie immer die Ruhe selbst: Reiner Maurer (50), der Chefcoach.

Dem Münchner Merkur gab er ein großes Interview, das wir Ihnen hier auf tz-online präsentieren dürfen.

Herr Maurer, wenn Sie morgens zum Trainingsgelände fahren, sagen Sie sich da manchmal: Heute genieße ich noch mal alles, denn wer weiß, wie lange es die Löwen noch gibt?

Diesen Gedanken hatte ich noch nie. Als Trainer denke ich sowieso immer nur bis zum nächsten Spiel.

Egal was passiert, Sie wirken stets gelassen. Liegt das, wie Sie mal sagten, an dem Griechenland-Abenteuer, das Sie gestählt hat? Oder holen Sie sich Ihre innere Ausgeglichenheit in Mindelheim im Unterallgäu, wo Sie noch immer Ihren Erstwohnsitz haben?

Ich hab ja schon als Spieler außerhalb gewohnt, damals unter anderem in Weilheim. Ich bin auch gerne bei der Familie, da hat man dann andere Sorgen (lacht). Ob es das ist, was mich erdet, weiß ich nicht. Ich war eigentlich schon immer ein ruhiger Typ, der sich nicht so leicht aus der Fassung bringen lässt. Und das Drunter und Drüber bei den Löwen kenne ich seit mehr als 20 Jahren.

Das Sparbuch des TSV 1860

Das Sparbuch des TSV 1860

Geschäftsführer Robert Schäfer hat eine denkbar schwere Aufgabe zu lösen: Er muss die Löwen möglichst schnell gesundsparen, ehe ihnen von der DFL weitere Punkte oder gar die Lizenz entzogen wird. © sampics
Schäfer ging zum Amtsantritt gleich mit gutem Beispiel voran und kürzte das eigene Gehalt um 20 Prozent. Wir zeigen, wo die Löwen im vergangenen Jahr den Rotstift ansetzten. Sogar mit Schampus wird gespart ... © sampics
Schäfers Vor-Vorgänger Manfred Stoffers (l.) hatte es mit einem Finanzkonstrukt, der Löwen-Anleihe, versucht. Mehrere Millionen Euro sollten die Fans dem Verein für fünf Jahre zur Verfügung stellen, dafür sechs Prozent Zinsen pro Jahr kassieren und sich derweil eine Schmuckurkunde an die Wand hängen können. Stand Mitte Dezember wurde laut "Bild" nicht mal eine Million Euro erzielt. © sampics
In der vergangenen Saison wurden unter Stoffers die Dauerkarten zwar teurer, aber dafür mit Geld-zurück-Garantie ausgegeben. Sollten die Löwen am Saisonende auf Platz zehn oder darunter landen, erhalten Jahreskarten-Käufer fünf Prozent des Ticketpreises zurück. Die Löwen wurden Achter und sparten sich eine Stange Geld. © sampics
Kommen wir zum personellen Aderlass: Teammanager und Pressesprecher Robert Hettich musste im Dezember 2010 seine Sachen packen. Der Posten des Teammanagers wurde nicht nachbesetzt, die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt. Lil Zercher, die als Praktikantin bei den Löwen begann, stieg zur Pressesprecherin auf. © sampics
Finanz-Controller Wolfgang Blumenröder, der von Ex-Geschäftsführer Robert Niemann engagiert worden war, erhielt während der Probezeit die Kündigung. „Das stimmt“, sagte Blumenröder, „ich bin jetzt Ex-Controller…“ © dpa
Ewald Lienen und Co-Trainer Abder Ramdane verließen die Löwen im Sommer 2010, um Olympiakos Piräus trainieren zu dürfen. Zähneknirschend erteilten die Löwen dem Trainer die Freigabe. Ob und wieviel Geld dabei als Entschädigung geflossen ist, bleibt unklar. © dpa
Sicher ist: Mit Reiner Maurer kam ein vergleichsweise preiswerter Ersatz. © sampics
Lienen lotste auch José Holebas zu Piräus. "Für uns ist der Transfer wirtschaftlich sinnvoll", erklärte Löwen-Sportdirektor Miki Stevic damals. © sampics
Lienens Griechenland-Intermezzo endete zwar schon nach zwei Monaten, er heuerte danach aber bei Arminia Bielefeld an. Dorthin holte er für die Rückrunde zwei weitere Löwen: Sandro Kaiser ... © sampics
... und Eke Uzoma. Beide sind somit bis auf Weiteres von der Löwen-Gehaltsliste. © sampics
Auf der schlug auch Savio Nsereko Anfang der Saison voll zu Buche. Doch Savio glänzte mehr mit Abwesenheit, denn mit tollen Aktionen. Nachdem er sich wochenlang nicht gemeldet hat, wurde ihm gekündigt. © dpa
Aleks Ignjovski ist noch da, hat aber einen Vorvertrag beim AC Florenz unterschrieben, der allerdings nichtig wird, sofern ein anderer Verein mehr bietet. © sampics
Moritz Leitner wurde für eine Million Euro an Borussia Dortmund verkauft, sollte aber ursprünglich auf Leihbasis bis zum Start der Saison 2010/11 bei den Löwen bleiben. Nur sparen sich die Löwen auch das Rückrundengehalt des Youngsters, der lieber für den FC Augsburg spielt. © sampics
Juan Barros (l.) wurde in der Winterpause wieder weggeschickt, weil er sich nicht durchsetzen konnte. Gehalt gespart! © sampics
Peniel Mlapa wurde im vergangenen Sommer für kolportierte 1,3 Millionen Euro zur TSG Hoffenheim geschickt. Wieder war ein Stück Tafelsilber futsch. © Getty
Alle verbliebenen Spieler sollten eine zehnprozentige Kürzung ihres Gehalts hinnehmen. Daniel Bierofka (links) ging mit gutem Beispiel voran und akzeptierte die Sparmaßnahme als einer der Ersten. © sampics
Wie die tz herausfand, sollte es für Spieler, deren Vertrag am Saisonende ausläuft, noch dicker kommen. Unter anderem haben Gabor Kiraly, Benjamin Lauth (r.) und Daniel Bierofka (M.) eine Verlängerung zur Hälfte der bisherigen Bezüge angeboten bekommen. Haken daran: Die neuen Verträge sollten bereits ab Januar gelten. Diese Idee wurde von der Vereinsführung aber wieder verworfen. © Getty
Insgesamt rund zwei Millionen Euro hat Immobilienhändler Nicolai Schwarzer aus Berlin seit Anfang 2009 in die Löwen gesteckt – als Darlehen und als Investment in die Löwen Sportrechte Vermarktungs GmbH (LSV). Zuletzt überwies er Ende Oktober einen sechsstelligen Betrag nach München, um die Löwen und seine Einlage vor dem Insolvenzverwalter zu retten. „Ich habe 'ne Menge Kapital drin bei 1860 und bin daran interessiert, dass ich das Geld möglichst mit Rendite zurückbekomme“, sagte Schwarzer zur tz. © fkn
Zu den Auswärtsspielen geht's bei weiten Strecken fortan mit dem Bus statt mit dem Flugzeug. © sampics
Auch das Wintertrainingslager musste leider ausfallen. Reiner Maurer sagte in der "Sport Bild", dass die Planungen für ein Trainingslager in der Türkei bereits weit fortgeschritten waren und das Hotel günstig gewesen wäre. Trotzdem: gestrichen! © sampics
Am 30. November richteten die Löwen einen Comedyabend in der Muffathalle aus. Die nicht ganz billigen Karten dafür gingen weg wie die warmen Semmeln. Präsident Rainer Beeck scherzte bereits, dass die Löwen künftig öfter kulturelle Veranstaltungen bieten sollten ... © al.
Die teuren Mietpflanzen an der Grünwalder Straße wurden abbestellt. Kostenpunkt laut "Kicker": 50.000 Euro. © sampics
Vor den Auswärtsspielen wie gegen Ingolstadt wird, sofern möglich, kein Teamhotel mehr bezogen. © sampics
Auch die Weihnachtsfeier im großen Kreis fiel diesmal aus. © sampics
Mate Ghvinianidze (r.) spülte mit seinem Schampus-Umtrunk am Tag vor dem Laktattest Geld in die Kassen der Löwen. Miki Stevic sagte dazu süffisant: „Eine kleine Flasche hätte nicht so viel gekostet, aber auf den Fotos habe ich Mate mit einer Magnumflasche gesehen – und Magnum ist halt immer teurer. Mal ganz abgesehen von Mates Dekoration…“ © Partygaenger.de
Auch Emanuel Biancucchi muss für seine eigenmächtige Urlaubsverlängerung einen Obulus in die Löwen-Kasse entrichten. © sampics
Nicht zu vergessen ist der Mietnachlass, den der FC Bayern den Löwen gibt. Um welche Summen es sich dabei exakt handelt, bleibt wohl ein rot-blaues Betriebsgeheimnis. © Getty
Daniel Bierofka (r.) bleibt den Löwen zu verringerten Bezügen treu. Er verlängerte bis 2013. „Daniel hat mit seiner Vertragsverlängerung einen substantiellen Beitrag für die Sanierung geleistet und damit große Solidarität gezeigt", dankt Robert Schäfer. © sampics
Kevin Volland wechselt zu 1899 Hoffenheim, bleibt den Löwen aber auf Leihbasis eineinhab Jahre treu. Nach tz-Informationen bringt der Deal den Löwen 700.000 Euro Ablöse. © sampics
Kenny Cooper geht zurück in die USA, spielt zukünftig für Portland. Die Löwen sparen eine Menge Gehalt. © sampics
Ende Januar drückte Trainer Reiner Maurer allen Spielern eine Schneeschaufel in die Hand - Räumdienst gespart! „Das ist doch eine ­gute Teambuildungsmaßnahme, die noch dazu nichts kostet“, sagte Maurer. © TSV 1860
Mathieu Béda
Mathieu Béda stand schon seit geraumer Zeit auf der Löwen-Transferliste. Pünktlich zum Transferschluss wurden die Löwen den Großverdiener an den FC Zürich los. © sampics
Mate Ghvinianidze: Der Wechsel des Innenverteidigers in die Ukraine zum PFK Sevastopol dürfte einiges an Geld in die Kassen gespült haben. Wieviel? Das bleibt geheim. © sampics
Gabor Király hat seinen Vertrag verlängert - und dabei offenbar auch auf Geld verzichtet. Wie groß der Gehaltsverzicht gegenüber dem alten Kontrakt ausfällt, wurde nicht bekanntgegeben. Der 34-Jährige selbst erklärt, dass es von beiden Seiten ein Entgegenkommen gab. "Wir haben eine Lösung gefunden, die für den Verein und für mich zufriedenstellend ist", so Király. "Dabei haben wir uns in der goldenen Mitte getroffen." © dpa
Kushtrim Lushtaku wechselte am 2. März zu Örebro SK nach Schweden - er war zwar kein Großverdiener. Aber immerhin sparen die Löwen sein Gehalt © sampics
Auch in der Hinrunde war einiges geboten, vom Savio-Rauswurf über den Punkteabzug bis zum Gehaltsverzicht. Welcher dieser Nackenschläge hat Sie und die Mannschaft am heftigen getroffen?

Ganz klar die zwei Punkte, die uns abgezogen wurden. Savio war gar nicht so ein großes Thema, er war ein neuer, exzentrischer Spieler, der nur zu bestimmten Kollegen einen Draht hatte. Die dramatische Lage des Vereins im Zusammenhang mit den zwei Punkten hat uns viel mehr getroffen. Der Gehaltsverzicht war dann eigentlich nur eine Konsequenz daraus.

Dafür, dass es so viele Nebenschauplätze gab, verlief die Hinrunde lange Zeit relativ erfolgreich. Ärgert es Sie, dass die Heimpleite gegen Paderborn zum Hinrundenabschluss den Gesamteindruck trübte? Wer als Unbeteiligter auf die Tabelle schaut, denkt sich: Neunter, die Sechzger, wie immer.

Wir haben 27 Punkte geholt, das ist eigentlich respektabel. Hätten wir das Paderbornspiel gewonnen, wären wir drei Zähler hinter dem Ersten - trotz der abgezogenen Punkte. Leider bleibt immer das letzte Spiel am meisten hängen. Ein Sieg wie gegen Berlin wird in der Öffentlichkeit schnell weggewischt, dabei war es das Heimspiel davor. Fakt ist: Wie haben sechs Punkte Rückstand auf den Dritten, acht auf den Zweiten - bis auf das Paderbornspiel war es eine gute Hinrunde.

Es fällt auf, dass Sie selten eine Gelegenheit auslassen, um auf den Punkteabzug hinzuweisen.

So fair muss man auch sein. Die Mannschaft hat sich die Punkte hart erarbeitet, und jeder kennt die Situation: Wenn einem etwas unverdientermaßen weggenommen wird, ist man umso enttäuschter. Jeder Sportler weiß, wie sehr es einen trifft, wenn man für nichts bestraft wird. Das ist immer ein Rückschlag.

„Der schlimmste Nackenschlag war der Punktabzug.“ 

Gibt man den Spielern nicht ein Alibi, wenn man’s immer wieder betont?

Das ist schon richtig. Aber noch schlimmer ist es, wenn im Umfeld überall gesagt wird: Es ist wieder keine gute Saison, alles ist schlecht wie immer. Dem muss ich als Trainer entgegenwirken.

Sportchef Miroslav Stevic sagte, dass in der zweiten Liga nur Augsburg und Hertha besser als 1860 besetzt seien. Während diese beiden Teams besiegt wurden, gab es viele Punktverluste gegen die vermeintlich Kleinen. Steht sich Ihr Team manchmal selbst im Weg?

Jeder weiß: In der 2. Liga kann jeder jeden schlagen. Solche Ausrutscher passieren immer wieder, wir hatten leider zu viele davon.

Kurz vor Weihnachten hat Stevic dann mit der Feststellung überrascht, dass das Verhältnis zu Ihnen besser sein könnte und er sich mehr fachlichen Austausch wünschen würde. Hat Sie das getroffen?

Ich persönlich regle solche Sachen grundsätzlich intern. Ich bin immer ein Teamplayer gewesen und lege auch Wert auf einen guten Austausch. Den habe ich mit Alexander Schmidt (dem Co-Trainer/Red.) und Jürgen Wittmann (dem Torwarttrainer), und den hatte ich auch früher zu Bernhard Trares.

Ist das Problem vielleicht, dass Sie von Anfang an nicht als Wunschtrainer von Stevic galten?

Aus meiner Sicht war das kein Problem. Für mich ist es ganz klar so: Wenn mir was nicht passt oder ich eine Sache anders sehe, sage ich das gerade heraus, offen und ehrlich. Das ist einfach meine Art. Ich denke aber, dass wir die Sache ausgeräumt haben.

Was Loyalität angeht, darf sich ohnehin keiner beschweren. Man hört Sie nie klagen, Sie schlucken selbst schmerzhafteste Spielerverkäufe.

Ich kenne den Verein ja seit fast 50 Jahren. Da ist es doch klar, dass ich an allem hier hänge und nur das Bestmögliche will. Jeder, der mich kennt, müsste das merken. Für mich ist es daher keine Frage, dass ich Verständnis für die schwierige wirtschaftliche Situation aufbringe und schaue, wie wir unter diesen Umständen sportlich über die Runden kommen.

Aber wenn die Mannschaft schlecht spielt, fällt es auf Sie zurück.

Mein Gedanke ist immer: Macht es für uns Sinn, wenn wir uns sportlich um zwei oder fünf Prozent verbessern, aber das wirtschaftliche Loch immer größer wird? Ich habe immer gesagt: Den oder den Spieler brauchen wir nicht unbedingt, da ist es vielleicht besser, wir setzen auf junge Talente, denen ich die Chance gebe, sich bei den Profis weiterzuentwickeln. Es geht immer darum: Was ist das Beste für den Verein?

„Einen jungen Spieler würde ich nie  öffentlich kritisieren.“

Setzen Sie auch bewusst junge Spieler ein, damit sie der Verein schnell zu Geld machen kann?

Der Gedanke spielt schon eine Rolle. Junge Spieler haben den Vorteil, dass bei ihnen schneller eine Leistungsexplosion zu erwarten ist. Es besteht aber auch die Gefahr, dass Spieler, die schnell hochkommen, nicht damit klarkommen. Deswegen würde ich einen jungen Spieler auch nie öffentlich kritisieren, nicht mal, wenn ich sauer auf ihn bin. Der muss dann zum ersten Mal im Leben eine Schlagzeile über sich lesen - und am nächsten Tag sitzt er wieder in die Schule und wird von seinen Freunden darauf angesprochen. Das macht’s für ihn noch schwieriger.

Tut es Ihnen nicht leid, wenn ein talentierter Spieler wie Moritz Leitner schon nach 16 Profieinsätzen verkauft wird?

Letztlich profitieren immer alle Seiten davon, der Spieler natürlich am meisten. Man darf aber nicht vergessen, dass uns Leitner im Herbst geholfen hat, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, als es finanziell schlecht stand. Ein weiterer Vorteil für uns ist: Andere Vereine sehen, dass wir junge Talente nach vorne bringen. Siehe auch Stefan Bell. Ich denke, das wird auch in nächster Zeit so sein, dass wir Spieler nicht nur selber ausbilden, sondern auch von großen Vereinen ausleihen, denn dadurch können wir einiges Geld sparen.

Auf der anderen Seite leihen Sie ein Talent wie Sandro Kaiser, den Stevic sehr schätzt, an Arminia Bielefeld aus.

Sandro hatte auf seiner Wunschposition sehr große und starke Konkurrenz. Es gab für die Außenpositionen Aigner, Bierofka, Halfar, Leitner, Ludwig, Volland, Manga, Savio. Es war schwierig für ihn, sich da durchzusetzen. Ein paar Mal hab ich ihn in der Vorbereitung Verteidiger spielen lassen, obwohl ich mir mit ihm einig bin, dass das nicht seine ideale Position ist. Ich bin davon überzeugt, dass Bielefeld eine ganz gute Lehre für ihn sein wird. An seiner Qualität wird Sandro nicht scheitern.

Sehen Sie es auch so wie viele Fans, dass es eine teure und gut bestückte Mannschaft wie die aktuelle künftig nicht mehr geben wird? Gutverdiener wie Lauth, Kiraly oder Ludwig wird sich der Verein kaum noch leisten können.

Eine qualitativ hochwertige Mannschaft muss nicht zwangsläufig teuer sein. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass man einen Kader auch mit viel weniger Geld zusammenstellen kann als es früher gemacht wurde - und zwar einen Kader, der um den Aufstieg spielen kann.

Aber ohne Ausnahmekönner wie Lauth dürfte es schwer werden.

Ein paar besser bezahlte Spieler gibt es in jedem Verein. Auch 1860 wird sich die leisten können, das Gesamtgefüge muss halt stimmen. Den Fehler zu sagen, es ist die letzte Chance und voll ins Risiko zu gehen, hat man in diesem Verein oft genug gemacht.

Diese Talente verließen die Löwen in jungen Jahren

Strec

„Ein Kader, der um den Aufstieg spielen kann, muss nicht teuer sein.“

Wie sind Ihre persönlichen Planungen? Ist 1860 für Sie eine Lebensaufgabe?

Als Trainer denke ich nicht so. Man weiß ja: Wenn’s ein paar Mal nicht läuft, wird sofort alles in Frage gestellt - bei 1860 sicher noch früher als woanders. Deswegen mache ich mir keine Gedanken über die Zukunft. Ich lasse es, wenn man so will, auf die griechische Weise laufen.

Aber an eine weitere Zweitligasaison mit 1860 denken Sie schon, oder?

(lacht) Zu allererst denke ich an Bochum am Samstag. Natürlich muss man rechtzeitig über die neue Saison reden, denn wenn man einen Kader zusammenstellen will, der nicht so teuer ist, muss man frühzeitig anfangen. Sonst wird’s ein Flickwerk.

Die Frage, die alle Fans interessiert: Trauen Sie sich und Ihrer Mannschaft eine Rückrunde wie 2005 zu, als Sie 34 Punkte holten und fast noch der Aufstieg glückte?

Darüber würde ich mich natürlich freuen. Vieles wird vom Start abhängen. Ich hoffe mal, dass wir gleich am Samstag einen positiven Trend setzen und den Fans zeigen, dass wir trotz der Abgänge eine schlagkräftige Mannschaft haben.

Das Interview führte Uli Kellner

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