Düsseldorf-Stürmer im Interview

Hennings über 1860-Anfrage: “Es wurde nicht knallhart verhandelt“

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Rouwen Hennings spielt derzeit auf Leihbasis für Düsseldorf.

München - Im Interview spricht Rouwen Hennings über das anstehende Duell mit seinem Lieblingsgegner 1860, das veränderte Löwen-Team und über die Sechzig-Anfrage im Sommer 2015.

Wenn der TSV 1860 am heutigen Freitagabend bei der Düsseldorfer Fortuna antritt (18:30 Uhr, bei uns im Live-Ticker), kommt es zum Wiedersehen mit dem Löwen-Schreck höchstpersönlich. Rouwen Hennings traf in zehn Spielen gegen die Blauen siebenmal. Auch im Hinspiel, beim 1:3 in der Münchner Arena, netzte der 29-jährige Angreifer, der in dieser Spielzeit vom englischen Erstligisten FC Burnley an die Fortuna ausgeliehen ist.

Im Interview spricht Hennings über das anstehende Duell mit seinem Lieblingsgegner, die veränderte 1860-Mannschaft und über die Anfrage der Löwen im Sommer 2015.

Rouwen, wie lebt es sich als Löwen-Albtraum?

Rouwen Hennings: Im Alltag mache ich mir darüber eher nicht so viele Gedanken… Aber jetzt treffen wir auf Sechzig, gegen die ich ja die meisten Tore geschossen habe. Die Löwen scheinen mir zu liegen, ich weiß aber nicht, warum. Ich freue mich auf das Spiel, so, wie ich mich auf jedes Spiel freue. Wir wollen wieder einen Heimsieg landen, da ist es vielleicht ein gutes Omen, wenn es gegen die Löwen geht.

Haben Sie gegen 1860 inzwischen ein besonderes Selbstvertrauen?

Hennings: Ja, das kann schon sein. Dass es gegen die Löwen für mich ganz gut lief bisher, bringt vielleicht noch mal so ein, zwei Prozent, die man im Hinterkopf hat.

Sieben Tore in zehn Spielen haben Sie gegen die Löwen erzielt – entsteht da auf der anderen Seite nicht schon ein Druck, treffen zu müssen?

Hennings: Die Statistik ist natürlich ganz ordentlich, aber ich mache mir da nicht großartig Druck. Ich spiele gerne gegen die Löwen, das ist ein guter Verein, es sind immer umkämpfte Spiele. Wenn Druck da ist, dann nur im positiven Sinn!

„Bei Ba sieht man, dass er ein knallharter Verteidiger ist“

Im Hinspiel haben Sie die Löwen, gerade in der ersten Halbzeit, quasi am Nasenring durch die Arena geführt. Was erwarten Sie am Freitag für ein Spiel?

Hennings: Diese erste Halbzeit im Hinspiel war eine der besten, die wir in dieser Saison gespielt haben. Da hat sehr viel geklappt. Ich hoffe, dass wir am Freitag wieder eine konzentrierte Leistung abliefern und vor allem wieder gut starten – was wir in den letzten Spielen geschafft haben! Aber es wird nicht ganz so einfach, die Löwen sind eine komplett andere Mannschaft als in der Hinrunde. Mit vielen neuen Spielern und neuem Trainer. Wir sind aber gut genug, um uns von niemanden verstecken zu müssen!

Sie werden auch auf Abdoulaye Ba treffen. Haben Sie sich den genauer angeschaut?

Hennings: Ja klar, man guckt sich die Gegenspieler schon an, dafür haben wir ja unsere Videoanalysten, die zeigen uns die Szenen mit den Stärken und Schwächen. Bei Ba sieht man, dass er Qualität hat und ein knallharter Verteidiger ist.

Wie wollen Sie ihn knacken?

Hennings (lacht): Wenn ich das jetzt verrate, stellt er vielleicht sein Spiel um. Den ein oder anderen Schritt schneller als er zu sein, kann sicher nicht schaden.

Düsseldorf gesichert, aber „abschenken werden wir nichts“

Rouwen Hennings (l.) erzielt im Hinspiel das frühe Führungstor für die Fortuna gegen 1860.

Düsseldorf steht im Mittelfeld der Liga, nach oben und unten wird wenig passieren. Wie motivieren Sie sich da?

Hennings: Das geht natürlich nicht so einfach, da muss man die Eigenmotivation mitbringen, jedes Spiel zu gewinnen. Abschenken werden wir aber nichts, denn wir treffen auf viele Mannschaften, bei denen es noch um was geht. Die sind natürlich anders motiviert…

Wie sieht Ihre Zukunft aus? Sie sind nur ausgeliehen, aber gibt es Überlegungen in Düsseldorf zu bleiben?

Hennings: Da gibt es aktuell Gespräche. Ich warte die Saison ab, dann wird das geklärt.

Die Löwenfans wären wahrscheinlich froh, wenn Sie nicht mehr gegen 1860 spielen würden, viele wünschten sich schon, dass Sie zu 1860 gehen. Gab’s da mal konkrete Gespräche?

Hennings: Ja die gab es, aber es wurde nicht knallhart verhandelt. Es gab eine Anfrage von 1860 und eine Forderung von meinem damaligen Verein, dem Karlsruher SC. Das ist dann im Sand verlaufen und mehr war dann auch nicht.

Wäre 1860 eine Station, die Sie reizen würde?

Hennings: Ich mag es, für Vereine zu spielen, bei denen was dahintersteckt, wo die Zuschauer der zwölfte Mann sind. So wie es auch bei 1860 ist. Als die Anfrage kam, hätte ich mir das angehört und mir auch ernsthaft darüber Gedanken gemacht.

Interview: Florian Fussek

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