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"Damals war ich noch ein Leichtgewicht"

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Rudi Völler, heute Sportdirektor bei Bayer Leverkusen © dpa

München - 50 Jahre Bundesliga - da kann man sich doch auch mal an legendäre Zeiten zu erinnern. Etwa an jene, als Rudi Völlers Stern beim TSV 1860 München aufging.

Rudi Völler hat ein gutes Gedächtnis. An seine Premiere in der Fußball-Bundesliga kann sich der heutige Sportchef von Bayer Leverkusen noch gut erinnern. „Gegen den VfL Bochum, ich glaube wir haben unentschieden gespielt“, sagte der 53-Jährige und hat damit recht. Denn am 16. August 1980 bestritt der für 700.000 Mark von Zweitligist Kickers Offenbach gekommene Nachwuchsstürmer für 1860 München sein erstes Bundesligamatch beim 2:2 gegen den VfL Bochum.

Der damalige Löwen-Coach Carl-Heinz Rühl musste seinen bei der Premiere wenig überzeugenden Neuzugang anschließend aber in Schutz nehmen: „Er hat gute Ansätze gezeigt und wird mit seinem Spielwitz und seinen Dribblings seinen Weg in der Bundesliga gehen.“ Das bewies Völler dann schon vier Spieltage später, als er am 6. September beim 2:1 gegen den 1. FC Köln die Geißböcke im Alleingang abschoss und seinen ersten Bundesliga-Doppelpack erzielte.

Daran konnte sich Völler später zwar noch halbwegs erinnern, aber genau konnte er seine Treffer nicht mehr einordnen. „Am dritten oder vierten Spieltag, ich glaube gegen Köln, antwortete Völler auf die Frage nach seinem ersten Treffer in der deutschen Eliteliga. Da lag er allerdings falsch.

Denn sein erstes von insgesamt 132 Toren in 232 Bundesligaspielen erzielte der gebürtige Hanauer am 2. September bei der 2:3-Niederlage der Löwen am vierten Spieltag beim 2:3 in Kaiserlautern, als er in der 53. Minute zum zwischenzeitlichen 1:1 für die Gäste traf.

"Damals war ich noch ein Leichtgewicht. Es war eine totale Umstellung von der ersten zur zweiten Liga, obwohl ich sicherlich damals schon gewisse Qualitäten gehabt habe“, berichtete Völler über den Start in eine glänzende Profikarriere, die ursprünglich beim Zweitligisten Kickers Offenbach begonnen hatte.

Geprägt wurde „Rudi Riese“ aber zweifelsohne von seinem Vater Kurt, der ihn im Alter von acht Jahren beim TSV 1860 Hanau angemeldet hatte. Völler senior hatte für den Verein in den 40er Jahren in der Gauliga gespielt und war als Leiter der Jugendabteilung erster Trainer seines Sohnes.

1975 wechselte Völler zu den Offenbacher Kickers, 1978 unterschrieb er beim damaligen Zweitligisten seinen ersten Profivertrag, ehe der damals erst 20-Jährige zu 1860 München in die Bundesliga wechselte. „Im ersten Jahr habe ich schon eine Menge gelernt. Ich bin robuster geworden und habe vor allem an meinem schwachen linken Fuß gearbeitet, den ich zunächst nur hatte, um nicht umzufallen. Mit der Zeit konnte ich aber auch mit links ganz gut schießen“, skizzierte Völler im Rückblick sein erstes Lehrjahr.

Am standen neun Saisontore, aber auch der bittere Abstieg mit den Löwen, denen er aber auch in Liga zwei die Treue hielt. Aber trotz seiner 37 Treffer als Torschützenkönig der 2. Liga in der Spielzeit 1981/82 langte es für den in München längst zum Publikumsliebling aufgestiegenen Angreifer aber nicht zum Wiederaufstieg der Sechziger.

Völler selbst kehrte aber nach nur einem Jahr Unterbrechung in die Bundesliga zurück und setzte bei Werder Bremen seine Traumkarriere fort. 1983 wurde Werder Vizemeister, Völler mit 23 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig, Fußballer des Jahres und Nationalspieler.

Nach zwei weiteren Vize-Titeln mit Bremen wechselte „Tante Käthe“ 1987 zm AS Rom nach Italien, wo ihm aber zunächst auch ein Titel verwehrt blieb. Den größten aller Titel holte sich Völler dann aber ausgerechnet in seiner Wahlheimat Italien, als er 1990 in Rom mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft durch ein 1:0 gegen Argentinien Weltmeister wurde. Es folgte ein Pokalsieg mit dem AS Rom (1991) sowie Meisterschaft und Europacup-Triumph mit Olympique Marseille (1993).

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Nach seinem 90. und letzten Länderspiel bei der WM 1994 in den USA ließ Völler seine Bundesliga-Karriere mit zwei Spielzeiten bei Bayer Leverkusen ausklingen, wo er im Sommer 1996 auch seine neue Karriere begann - als Sportdirektor, später als Interims-Coach und seit Januar 2005 wieder als Sportchef.

Nach der katastrophalen EM-Endrunde 2000 übernahm Völler allerdings auf Bitten und Drängen des damaligen DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder das Amt als Teamchef der Nationalmannschaft. Als Interimslösung und Platzhalter für Christoph Daum angedacht, wurde der Hesse schließlich auf Grund der Kokain-Affäre Daums zum festen Teamchef.

2002 erreichte er mit der DFB-Elf das WM-Finale gegen Brasilien (2002), nach dem EM-Vorrunden-Aus 2004 in Portugal trat Völler zurück. Seit Januar 2005 ist Völler wieder als Sportchef in Leverkusen tätig.

sid

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