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Eine charmante Lösung: Sascha Mölders könnte beim SV Mering gemeinsam mit Sohn Noah auflaufen

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Eine Pose, die ihn als „Wampe von Giesing“ berühmt gemacht hat: Sascha Mölders.
Eine Pose, die ihn als „Wampe von Giesing“ berühmt gemacht hat: Sascha Mölders. © Imago Images / Sven Simon

Hat Sascha Mölders noch eine Zukunft beim TSV 1860? Schwer vorstellbar. Ein Wechsel des in Ungnade gefallenen Fußballgotts zu einem Amateurklub hätte Charme.

München - Die Scheidung zwischen dem TSV 1860 München und Sascha Mölders ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. Weniger als sieben Monate nachdem der Mittelstürmer als Spieler der vergangenen Spielzeit in der 3. Liga ausgezeichnet wurde, stehen die Zeichen zwischen der „Wampe von Giesing“ und den Löwen auf Abschied. Wie geht es also weiter für den 36-Jährigen?

Mit 36 Jahren ist der Sturmtank im Spätherbst seiner Karriere. Bereits im Januar 2020 gab es einen heißen Flirt des Kult-Kickers mit dem damaligen Bayernligisten FC Pipinsried. Mölders liebäugelte damals mit dem Ende seiner Karriere: „Ich könnte zwar noch einige Jahre spielen, aber das ganze Drumherum geht mir, entschuldigen Sie die Ausdrucksweise, auf den Sack. Es geht im Profibereich oft gar nicht mehr um den Fußball und das macht mir keinen Spaß mehr“, sagte der „Fußballgott“ damals und kündigte an: „Ich werde irgendwo im Umkreis in der Regionalliga Bayern als Spielertrainer arbeiten.“

„Als wir in Buchbach im Pokal gespielt haben, haben wir alles versucht, ihn wieder zurückzubringen. Leider ist es uns nicht gelungen.“

Löwen-Trainer Michael Köllner über Sascha Mölders.

Michael Köllner konnte ihn von seinem Vorhaben abbringen, machte ihn zum Kapitän der Löwen und der FC Pipinsried kassierte eine Absage. Eine Entscheidung, die sich für die Löwen und den Routinier auszahlte. Mölders lief noch einmal zur Hochform auf, und hatte in 52 Spielen 42 Torbeteiligungen (26 Treffer, 16 Vorlagen) und krönte sich in der vergangenen Saison sogar zum Torschützenkönig der 3. Liga.

Doch seit dieser Saison läuft es beim Löwen-Leader nicht mehr richtig. Ihm sind bisher fünf Tore und vier Vorlagen gelungen - in der Vorsaison stand er zum gleichen Zeitpunkt bei 12 Treffern und zwei Assists. „Am Ende haben wir alles versucht. Wir haben es uns nicht leicht gemacht und immer wieder versucht, ihn zu stärken. Das war vor der vorletzten Länderspielpause schon so. Als wir in Buchbach im Pokal gespielt haben, haben wir alles versucht, ihn wieder zurückzubringen. Leider ist es uns nicht gelungen“, beteuerte der Löwen-Trainer am Samstag bei Magenta.

Sascha Mölders: Beim SV Mering könnte er gemeinsam mit Sohn Noah in der Landesliga spielen

Ob es nach diesen Aussagen und dem Spot der Fans nach dem 2:0-Sieg gegen die 2. Mannschaft von Borussia Dortmund* noch eine Zukunft an der Grünwalder Straße gibt? Schwer vorstellbar im Moment. Angeblich verhandeln 1860-Sportdirektor und die Mölders-Seite über eine Vertragsauflösung. Kommt eine lukrative Anfrage aus dem Profi-Bereich, könnte Mölders noch einmal ins Grübeln kommen. Allerdings ist der 36-Jährige ein Familienmensch und fühlt sich mit seiner Frau Ivonne und den vier Kindern in Mering offenbar pudelwohl. Es müsste wahrscheinlich also, wie so oft, alles passen.

Der SV Mering, Fünfter in der Landesliga Südwest, würde den Routinier ganz sicher mit Kusshand in der Mannschaft begrüßen. Mölders ist dort bereits als Trainer bei der A-Klassen-Reserve engagiert. Sohnemann Noah hat unter ihm in dieser Saison acht Spiele (drei Tore) gemacht und vier Partien (ein Tor) für die 1. Herrenmannschaft absolviert. Er könnte als Mittelfeldspieler seinen Vater mit Flanken füttern. Auch der Elfjährige Lio trägt das Trikot des SVM.

Wie die Benders: Lässt Sascha Mölders seine Karriere bei den Amateuren ausklingen?

Es wäre eine charmante Lösung, die wohl jedem Fan des Amateurfußballs gefallen würde. Dass der Schritt vom Profi- in den Amateurfußball eine Menge Spaß machen und für viel Euphorie sorgen kann, sieht man beim TSV Brannenburg. Dort laufen die beiden Ex-Nationalspieler Lars und Sven Bender nach dem Ende ihrer Karriere bei Bayer 04 Leverkusen* auf und genießen den Flair in der Kreisklasse und im Amateuerberich. „Die Wampe von Giesing“ müsste sich dort dann - genau wie die Bender-Zwillilnge beim TSV Brannenburg - keine Sorgen mehr machen, wenn ihn der Heißhunger auf ein Weißbier oder ein paar Wurstsemmeln packt.

Einer, der sich über die Fortsetzung der Karriere im Amateurbereich freuen würde, ist Regionalliga-Rekordspieler Aleksandro Petrovic. „Wir würden ihn auf jeden Fall nehmen. Er wäre definitiv eine Bereicherung für die Liga und somit auch für uns“, sagt der drei Jahre jüngere Mittelfeldspieler des TSV Buchbach. „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir die Löwen - ohne Mölders - im Pokal gepackt hätten, da wir sie bis zu seiner Einwechselung absolut im Griff hatten.“ (Jörg Bullinger) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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